Musik verbindet - Das war das Thema des Klassik-Open-Air-Konzerts, zu dem die WAB Kosbach am späten Sonntagnachmittag nach Adelsdorf in den Villagarten in der Aischer Straße 10a geladen hatte. Hier wohnen und leben seit geraumer Zeit unbegleitete junge Flüchtlinge, die von der WAB Kosbach betreut werden.
Die Nachbarn, die Freunde und Unterstützer der WAB aus Erlangen und Höchstadt und die Zweite Bürgermeisterin aus Erlangen, Susanne Lender-Cassens (Grüne), Freunde vom Helferkreis Adelsdorf, sowie einige Gemeinderäte aus Adelsdorf waren der Einladung gefolgt.
"Wir wollen alle Jahre ein Klassikkonzert anbieten", so Jürgen Ganzmann, der Geschäftsführer der Einrichtung WAB Kosbach. "Letztes Jahr kamen die Künstler aus Wladimir und diesmal sind sie aus Nishnij Nowgorod." Es sei diesmal bewusst nur ein kleiner Kreis eingeladen worden, die Aktion sollte als "Probelauf" für weitere Aktionen dienen. Am Ende des Abends konnte Ganzmann mit Sicherheit sagen: "Probelauf erfolgreich!"


Flüchtlinge halfen mit

Ab 16.30 Uhr waren die Gartentore geöffnet und die Gäste konnten im herrlichen Park lustwandeln und essen und trinken. Die Flüchtlingswohngruppen hatten den Garten gerne für die deutschen Freunde zur Verfügung gestellt und eifrig alles mit vorbereitet. Siegfried Wilhelm, von Beruf Diplom-Sprachmittler für Russisch und Französisch, lebt seit zehn Jahren in Nishnij Nowgorod, und er kennt dort viele Künstler. Diesmal brachte er Stepan Eguraev (Bassbariton), seine Frau Anna Eguraeva (Sopran) und die Pianistin und Organistin Juliia Rumiantseva mit. Er selbst führte durch das kurzweilige Programm.
"Musik ist die Brücke zwischen den Nationen und diese Brücke werden wir heute bauen." Mit diesen Worten begrüßte er die Gäste. Von Giacomo Puccini erklangen Melodien, eine Arie aus dem Zigeunerbaron von Johann Strauss, das Ave Maria von Giulio Caccini, wundervoll interpretiert von Anna Eguraeva, eine Arie aus dem Barbier von Sevilla, gesungen von Stepan Eguraev mit seiner sonoren, klaren, ausdrucksstarken "russischen" Stimme.
Die Pianistin saß zwar im Hintergrund, aber auch ihr Klavierspiel bestach durch große Virtuosität und hohes Einfühlungsvermögen. Natürlich durfte neben einigen russischen Volksliedern der Gassenhauer "Kalinka" nicht fehlen, bei dem alle Zuhörer begeistert mitklatschten. Als Zugabe erklang das "Katzenduett", das Gioachino Rossini zugeschrieben wird. Hier konnte das Sängerpaar noch einmal beweisen, dass es neben wunderbaren Stimmen auch schauspielerische Fähigkeiten besitzt. Das Publikum war begeistert. Mit viel Applaus wurden die drei Musiker verabschiedet.
Die Gäste konnten jedoch noch weiter den schönen Garten und auch die mit Liebe vorbereiteten Speisen und Getränke genießen und sich mit den jungen Bewohnern unterhalten. Denen hat der Abend ausnehmend gut gefallen. "Die Musik war schön, aber nicht so ganz unser Geschmack", meinten einige von ihnen. "Aber es war ein ganz toller Nachmittag und die Leute sind sehr nett!" Das beteuerten alle jungen Burschen. Man sah ihnen an, wie zufrieden sie waren.
In 14 Tagen lädt die WAB Kosbach wieder in den wunderschönen Villagarten in Adelsdorf ein. Unter dem Thema "Wir sind bunt" findet am Freitag, 2. September, dort das Sommerfest statt.