Höchstadt
Spatenstich

Kläranlage soll Strom erzeugen

Die Verlagerung und Modernisierung der Abwasseranlage kostet die Stadt Höchstadt rund zehn Millionen Euro. Bürgermeister Gerald Brehm ist zuversichtlich, dass die Bürger nicht über Gebühr finanziell belastet werden.
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Im strömenden Regen stellten sich Planer Michael Miller, Abwassermeister Klaus Düthorn, Jürgen Ganzmann (Bauamt), Bürgermeister Gerald Brehm, die Bauunternehmer Markus und Gerd Köhler (von links) der Aufgabe des Spatenstichs.  Foto: Evi Seeger
Im strömenden Regen stellten sich Planer Michael Miller, Abwassermeister Klaus Düthorn, Jürgen Ganzmann (Bauamt), Bürgermeister Gerald Brehm, die Bauunternehmer Markus und Gerd Köhler (von links) der Aufgabe des Spatenstichs. Foto: Evi Seeger
Eines ihrer größten Projekte will die Stadt Höchstadt in den nächsten zwei Jahren stemmen: Die Verlagerung, Erneuerung und Modernisierung des mechanischen Teils der Kläranlage (aus der Großen Bauerngasse zur Anlage an der Medbacher Straße) samt Schlammbehandlung und eigener Energieerzeugung.
Nachdem noch "Optimierungen" im energetischen Bereich hinzukamen, wird die Maßnahme inzwischen auf ein Investitionsvolumen von rund zehn Millionen - ohne Baunebenkosten - geschätzt.
Der symbolische Spatenstich fiel fast ins Wasser: Es regnete in Strömen und auf dem Erweiterungsgelände herrschte Land unter. "Wir sind eine investitionswütige Stadt", stellte Brehm fest. Die Stadt werde die Maßnahme ohne Probleme stemmen. Auch die Bürger würden nicht über die Maßen finanziell strapaziert.
Zwar sei mit keinen Zuschüssen zu rechnen und das gesamte Vorhaben müsse vorfinanziert und über die kostenrechnende Einrichtung abgewickelt werden. Steigende Steuereinnahmen stimmen den Stadtchef zuversichtlich. Und "dass genau zum besten Zeitpunkt mit niedrigsten Zinsen Kredite aufgenommen werden konnten". "Fünf Millionen sind schon im Hause", freute sich Brehm.

Modernisierung überfällig

Schließlich sei die Modernisierung überfällig. Die alte Kläranlage sei mehr als vierzig Jahre alt. Der mechanische Teil werde von der Großen Bauerngasse verlagert und auf dem Gelände an der Medbacher Straße neu gebaut. Manche Bürger stünden der Maßnahme zwiespältig gegenüber, weil die Kosten umgelegt werden müssen. "Wir arbeiten kostenoptimiert. Die Belastung der Bürger wird moderat bleiben", versicherte Brehm.
Über die Gebühren habe die Stadt in den letzten Jahren bereits Rücklagen in Millionenhöhe angesammelt. Zudem habe Höchstadt Partner in den Nachbarkommunen Gremsdorf und Lonnerstadt, die ihren Anteil an den Kosten übernähmen.
Die Maßnahme habe rein gar nichts mit den Gewerbeansiedlungen zu tun, widerspricht Brehm Gerüchten. Die in der Kläranlage vorhandenen 35 000 Einwohnergleichwerte würden völlig ausreichen. Sie werden durch den Neubau auch nicht aufgestockt. Höchstadt mit Gremsdorf und Lonnerstadt benötige rund 20 000 Einwohnergleichwerte. "Da haben wir noch viel Luft und Sicherheit für die nächsten 20 bis 30 Jahre."
Positiv wertet Brehm, dass die Stadt vor Jahren keine Verträge zur Schlammverbrennung abgeschlossen hat. Dadurch habe man Hunderttausende gespart. Der Schlamm wurde über die Landwirtschaft ausgebracht.

Zu 80 bis 90 Prozent autark

Es gebe aber auch so gut wie keine Schadstoffe im Klärschlamm, versicherte Jürgen Ganzmann vom städtischen Bauamt. Er hat ein Ziel ins Auge gefasst: Durch die Verwertung des Faulgases zu Strom solle die Anlage einmal nahezu unabhängig vom Netz werden. "Zu 80 bis 90 Prozent autark", schwebt Ganzmann vor. Bisher wurde das Gas aus der Anlage lediglich für die Heizung genutzt. Der künftig erzeugte Strom soll auch nicht ins Netz eingespeist, sondern in der Anlage verbraucht werden.
Wie Planer Ingenieur Michael Miller versicherte, ist die Eigennutzung wesentlich wirtschaftlicher als die Einspeisung ins Stromnetz. Neben den Gewerbebetrieben sei die Kläranlage einer der größten Stromverbraucher in der Stadt.
Stellt sich die Frage, wann und in welcher Höhe die Bürger zur Kasse gebeten werden. Es sei abzuwarten, wie sich die einzelnen Gewerke entwickeln, erklärte Brehm. Im nächsten Jahr könne man an die Kalkulation denken. Wobei er bei der Refinanzierung von einer "Drittellösung" ausgeht. Je ein Drittel über Gebühren und Beiträge, ein Drittel über Rücklagen und die beteiligten Kommunen. Die ersten Bescheide könnten den Bürgern Ende 2014 oder Anfang 2015 ins Haus flattern.


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