Herzogenaurach
Wechsel

Kirchengemeinde Herzogenaurach dankt ihrem Diakon

Mit einem fröhlichen und musikalischen Gottesdienst wurde Stefan Ludwig aus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Herzogenaurach verabschiedet.
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Unter den Augen von Dekan Peter Huschke (r.) bekam Stefan Ludwig zahlreiche Abschiedsgeschenke. Foto: Richard Sänger
Unter den Augen von Dekan Peter Huschke (r.) bekam Stefan Ludwig zahlreiche Abschiedsgeschenke. Foto: Richard Sänger
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Mit einem bewegenden Gottesdienst nahm Diakon Stefan Ludwig Abschied von Herzogenaurach. Er wechselt nach drei Jahren Tätigkeit in Herzogenaurach zum 1. September "mit einem freudigen, aber doch auch mit einem sehr traurigen Auge" nach Kulmbach, um die Stelle des Dekanatsjugendreferenten anzutreten.
"Danke für diese grandiosen und extrem coolen drei Jahre. Ihr seid die Besten", erklärte der vor allem bei der Jugend sehr beliebte Diakon. "Eigentlich ist das kein Abschied, sondern ein Neuanfang, und wir wollen heute einen fröhlichen Gottesdienst feiern, wie er zu Stefan passt", erklärte Pfarrerin Karola Schürrle bei der Begrüßung.
Das bedeutete einen Gottesdienst mit viel Musik und Gesang, schließlich ist der Diakon nicht nur Musiker und Sänger, sondern gründete auch die GospelHearts, den Gospelchor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, der nach dem Weggang von Stefan Ludwig von Michael Gunselmann geleitet wird.
Die GospelHearts verabschiedenden sich ebenso wie die Hauptamtlichen der Kirchengemeinde musikalisch von ihrem Chorleiter und Mitarbeiter.
Den Diakon bezeichnete Bürgermeister German Hacker (SPD) bei seinen Abschiedsworten als den "Robbie Williams von Herzogenaurach", der nicht nur im musikalischen Bereich eine Lücke hinterlasse. Das Stadtoberhaupt lobte den Mut des Diakons, immer wieder was Neues auszuprobieren, und wünschte, dass er den "Drive" auch in Kulmbach beibehalte.
Pastoralreferent Thomas Matzek von der katholischen Kirche überreichte an Stefan Ludwig eine Schatztruhe. Die Aussage in den Reihen, "weil jetzt der Helmut Hetzel in Urlaub ist, hat der Thomas Matzek den Kirchenschatz von St. Magdalena dabei", stimmte natürlich nicht. Die Truhe war gefüllt mit Erinnerungen an Herzogenaurach, die in Kulmbach an die schöne Zeit und an die gute Zusammenarbeit erinnern sollen.
Am Gottesdienst nahmen auch viele Jugendliche teil, denn der Diakon kümmerte sich in seiner Zeit in Herzogenaurach um die Jugend und Konfirmanden, organisierte Freizeiten und brachte Veränderungen in die Kirchengemeinde. Stefan Ludwig hielt bei seinem Abschiedsgottesdienst seine vorletzte Predigt in Herzogenaurach und nahm dafür Texte aus der Bergpredigt zum Thema und setzte diese in einen modernen Text um.
"Das habe ich mir nach meinem Studium nicht träumen lassen, einmal in einer solchen wunderbaren Kirche eine Predigt zu halten", sagte Ludwig in Richtung der Kirchengemeinde. Er habe in den drei Jahren in Herzogenaurach viele nette und wunderbare Menschen kennengelernt. Ludwig betonte aber auch, dass man nicht sofort auf alles eine Antwort haben kann. Denn es läuft im Leben nicht alles rund, auch nicht in einer Kirchengemeinde.
"Ich wünsche mir manchmal etwas mehr Demut oder Coolness, wie die Jugendlichen sagen. Denn letztendlich geht es immer um das Thema Gemeinschaft", predigte der Diakon. Denn die Botschaft laute immer, liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Mit: "Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt" wandte sich der Diakon an die Kirchengemeinde und wies auf die bestimmten Eigenschaften und den Zweck von Salz und Licht hin. Diese Eigenschaften sollen plastisch machen, was Christen für diese Welt hier bedeuten. So werde es nach den Worten des Diakons in Herzogenaurach nie an Sportschuhen, Musik und Gesang mangeln und in der Kirchengemeinde auch nicht an Ehrenamtlichen, denn letztlich sei die Gemeinschaft eine der tragenden Säulen, insbesondere in einer Kirchengemeinde. Dazu passend hatten Stefan Ludwig und die Band mit "Fear not, for I am with you" (Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir) auch den passenden Song ausgesucht.


Lob für Veränderungen

Auch Dekan Peter Huschke ging in seiner Abschiedsrede auf den Predigttext des Diakons ein. "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; denn ich bin der Herr" - diese Worte sollen Stefan Ludwig auch in Kulmbach begleiten, wünschte der Dekan. So habe es der Diakon verstanden, die Zeit mit den Jugendlichen zu gestalten, und er "schaute dem Volk aufs Maul", lobte der Dekan die von Ludwig eingeführten Veränderungen, insbesondere die lebendigen Gottesdienste mit Musik und Gesang. Gemeinsam mit den Gottesdienstbesuchern feierte Stefan Ludwig abschließend noch das heilige Abendmahl.
Bei aller Fröhlichkeit des Abschiedsgottesdienstes erinnerte Pfarrer Oliver Schürrle auch an die schrecklichen Ereignisse der vergangenen Tage, so an die Opfer des Zugunglückes in Italien, des Terroranschlags in Nizza und der Vorkommnisse in der Türkei. Mit einem Gebet und der Hoffnung, dass sich solche schlimmen Ereignisse nicht wiederholen, wurden der Opfer gedacht. Nach vielen Abschiedsworten und Geschenken lud die Evangelische Jugend auf die Wiese hinter der Kirche, sie hatten dort ein Fest für ihren Diakon und Freund vorbereitet.
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