Herzogenaurach
Konzert

Kammerorchester spielt musikalische Muntermacher

Rund um das Kaffeetrinken drehte sich ein Konzert des Kammerorchesters Herzogenaurach. Die Musiker von Concertino ducale spielten Werke der Familie Bach.
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Cornelia Schmid und Christian Kaltenhäußer überzeugten bei der Kaffeekantate als Solisten. Foto: Manfred Welker
Cornelia Schmid und Christian Kaltenhäußer überzeugten bei der Kaffeekantate als Solisten. Foto: Manfred Welker
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Das Kammerorchester Herzogenaurach, Concertino ducale, gab in der evangelischen Kirche von Herzogenaurach ein Konzert mit Werken der Musikerfamilie Bach unter dem Motto: "Ey! Wie schmeckt der Coffee süße!" Neben dem Kammerorchester Herzogenaurach waren Mitwirkende Cornelia Schmid (Sopran), Arnhard Heinisch (Tenor), Christian Kaltenhäußer (Bass) sowie Gabriele Haberberger (Flöte).
Auf dem Programm stand von Johann Bernhard Bach, einem Cousin zweiten Grades von Johann Sebastian Bach, die Ouvertüre in G-Dur. Von Johann Christian Bach, dem Londoner Bach, erklangen Teile aus den Londoner Sinfonietten. Der jüngste Sohn von Johann Sebastian Bach war nach Stationen in Berlin und Mailand in London tätig, wo er auch starb.
Von Johann Sebastian Bach kam "Schweigt stille, plaudert nicht!", die Kaffeekantate, zu Gehör.


Die Tricks von Vater Schlendrian

Die Kantate stellt einen humorvollen Umgang mit dem Kaffeetrinken in der Barockzeit dar. Sie handelt von dem Vater Schlendrian und seiner Tochter Lieschen, die vom Kaffee nicht lassen will. Galt doch der Kaffeegenuss in der Barockzeit sogar als anrüchig, ein Lied lautete daher: "C-A-F-F-E-E trinkt nicht so viel Caffee, nichts für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven, macht dich blass und krank, sei doch kein Muselmann, der das nicht lassen kann!"
Vater Schlendrian ist ebenfalls dieser Überzeugung und will seiner Tochter das Kaffeetrinken abgewöhnen, was er mit Entzug von Zuwendungen in Form von Schmuck und Kleidung versucht. Erst als er ihr auch die Heirat mit einem Mann verweigern will, lenkt Lieschen offensichtlich ein, sendet aber an mögliche Heiratskandidaten die Botschaft aus, dass sie nur in eine Heirat einwilligt, wenn ihr der zukünftige Ehemann auch das Kaffeetrinken erlaubt. Daher endet die Kantate auch mit dem Part: "Die Katze lässt das Mausen nicht!" und der Einsicht, dass die Verbote des Kaffeetrinkens nichts fruchten.
Bei diesem Konzert waren nicht nur die Musiker sondern auch die Solisten gefordert, die außerdem ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen konnten. Auch deswegen bekam die Aufführung großen Applaus.
Ein Stadtorchester wurde in Herzogenaurach bereits im Jahr 1950 durch Ferdinand Schaffer gegründet. Es war mit zehn Violinen, mit Viola, Violoncello, Kontrabass, Trompeten, Klarinette, Flöte, Posaune und Schlaginstrument besetzt. Zu den Mitgliedern zählten unter anderem Apotheker Hans Costa, Ruth Schech und Rudi Hetzler. Wüchentlich wurde im Übungsraum des Dachgeschosses der damaligen Berufsschule an der Erlanger Straße geprobt.
Das Stadtorchester belebte mit regelmäßigen Konzerten im Vereinshaussaal und mit Beiträgen zur Gestaltung öffentlicher Feiern das Kulturgeschehen in Herzogenaurach. Der plötzliche Tod von Ferdinand Schaffer im Jahr 1959 bedeutete das Aus für das Stadtorchester. Als Kammerorchester Herzogenaurach, Concertino ducale, wurde es von Gerald Fink 2012 wiederbelebt.
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