Herzogenaurach
Gastspiel

Kabarett: Der Fonsi kann auch ernst

Kabarettist Christian Springer ließ in Herzogenaurach das Publikum an seinen Gedanken über die aktuelle Kinderpornografie-Debatte ebenso teilhaben wie an jenen über Modelshows im Fernsehen.
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Christian Springer bei seinem Auftritt in Herzogenaurach  Foto: Andreas Brandl
Christian Springer bei seinem Auftritt in Herzogenaurach Foto: Andreas Brandl
Es waren keineswegs nur die derben Späße wie jener über ein im Allerwertesten von Maria Höfl-Riesch vergessenes Fieberthermometer, für die Christian Springer alias Fonsi bei seinem Auftritt im Herzogenauracher Vereinshaus viel Beifall bekam. Mit Statements wie "Ich bin froh, dass aus dem Bundestag jemand weg ist, der sich in seinem Bundestagsbüro Bilder von naggerden Kindern anschaut", machte er früh am Abend deutlich, dass er kein Blatt vor den Mund nehmen wird, und das tat er dann auch nicht.

In seinem aktuellen Programm "Jetzt reicht's! ... leider nicht für alle" beschäftigt er sich unter anderem mit der Vorstellung, wie es wäre, wenn ein Russe Papst werden würde. In der Kirche würde es keinen "abgestandenen" Messwein mehr geben, sondern Wodka: "Wo du nach vier Stunden Weihnachtsgottesdienst sagst ,Ja, ich bleib noch a halbe Stund'." Vielleicht würde dieser Papst den Vatikan verkaufen und von irgendeinem Campingplatz aus "regieren", sinnierte der Fonsi.

Papamobil als Fahrgeschäft

Auf dem Oktoberfest würde es dem Papst bestimmt auch super gefallen, weil die Lieder alle katholisch sind: "Und dann die Hände zum Himmel ... " Einige Wiesn-Besucher würden wahrscheinlich bei dem Anblick des Papamobils sagen: "Schau mal, ein neues Fahrgeschäft."
Christian Springer brachte seine Zuhörer nicht nur zum Lachen, sondern benutzte sie auch als Ideengeber, indem er in der Pause belauschte. Zumindest erzählte er im zweiten Teil, dass er beim Bücherverkauf ein Gespräch zwischen zwei Herren gehört habe, die sich darüber unterhalten haben, was sie sich im Fernsehen nie anschauen würden. "Der eine hat erzählt, da gibt es so eine Sendung mit Heidi Klum und jungen Mädchen, die immer viel zu hohe Schuhe anhaben. Und oft sagt die Heidi dann, deine Leistungen heute waren aber nicht so gut', und dann weinen die Mädchen und kommen meistens in einen Raum, in dem noch viel mehr weinende Mädchen sitzen."

Fieber und Olympische Winterspiele

Und dann kamen die Olympischen Winterspiele und das Fieber von Maria Höfl-Riesch. "Alle halbe Stunde haben die im Radio gewusst, wie hoch das Fieber von Maria Riesch ist! Dann hab ich mich gefragt, woher wissen die das? Und in einem hellen Moment ist mir aufgefallen, dass die das Fieberthermometer ja im Poppers von der Maria Riesch haben stecken lassen. Was ist denn jetzt, wenn die das auch vergessen, wenn die ihr Skirennen läuft und gewinnt? Dann wollen das nächstes Jahr alle Teilnehmer! Und es müssen neue Skianzüge entwickelt werden, und das mit den Sesselliften wird auch zum Problem."

Hilfe für den Libanon

Der Kabarettist hatte noch viele weitere lustige Episoden im Gepäck, für die er viele Lacher erntete, aber zum Schluss des Abends wurde er noch einmal ernst. Er wies nämlich auf seine Hilfsorganisation "Orienthelfer" hin und erzählte von einigen Erfolgen, die er in letzter Zeit zusammen mit anderen Prominenten erzielen konnte.
So habe er vor Weihnachten geholfen, vier ausrangierte Müllwagen der Stadt München in den Libanon zu transportieren, um dort den Infektionen ein Ende zu machen. Das Thema liegt dem Münchner sehr am Herzen, wie jeder im Saal merkte, allein schon daran, dass er nach seiner knapp zweistündigen Show noch eine gute Viertelstunde lang über seine Hilfsorganisation redete.
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