Etzelskirchen
Brauchtum

Jugend lässt die Kerwa aufblühen

Gegründet mit dem Wunsch die Etzelskirchener Bräuche wieder aufleben zu lassen, hat der Heimatverein in den vergangenen 20 Jahren viel im Ort bewegt.
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Zum Ende der Kerwa wird vom Heimatverein vor vielen Zuschauern der Betz'n rausgetanzt Foto: privat
Zum Ende der Kerwa wird vom Heimatverein vor vielen Zuschauern der Betz'n rausgetanzt Foto: privat
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Am 3. März 1996 versammelte sich die Etzelskirchener Dorfjugend, um einen Heimatverein zu gründen, dessen Zweck die Erhaltung und Pflege von Brauchtum und Traditionen im Dorf- und Heimatgebiet ist. Alte Kerwasbräuche, wie das "Geger rausschlogn", das "Krapf'n zamspilln" und das "Betz'n raustanzen" und mehr sollten neu belebt werden. Prominentestes Mitglied ist Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm. Er wohnt in Etzelskirchen und wurde als 150. Mitglied aufgenommen.

Seit der Gründungszeit, ist die Kerwa richtig aufgeblüht. Dies gelang aber nur, weil die meisten Mitglieder des Vereins, damals wie heute, aktiv bei der Kerwa mitmachen. Dies ist notwendig, da die komplette Bewirtung wie Küche, Ausschank, Bar, Bedienen vom Heimatverein organisiert und durchgeführt wird.


Seit 2005 auch mit Kerwasmadli

Im Jahr 2005 schlossen sich die Kerwasmadli an.
Sie feiern nicht nur eifrig mit, sondern binden die Kränze für den "Kerwasbaam" und sind auch beim "Krapf'n zamspilln" voll dabei. Sie schlagen den "Geger" raus und dichten, genau wie die Burschen, neue, freche Lieder zu aktuellen und auch vergangenen Geschehnissen. Besonders während des Baumaufstellens ziehen sich Burschen und Madli gerne damit gegenseitig auf.

Den Bieranstich erledigt natürlich immer der Beppo, assistiert von Pfarrer Stefan Pröckl. Übrigens, seinen allerersten Bieranstich als neu gewähltes Höchstadter Oberhaupt schaffte er einwandfrei bei der ersten vom Heimatverein organisierten Etzelskirchener Kerwa, im Jahr 1996.

Seit 2012 organisiert der Heimatverein zusammen mit allen Vereinen der Altgemeinde Etzelskirchen auch einen gemeinsamen Faschingsball im Gasthof zur Sonne in Lonnerstadt.

Der Heimatverein hat in den vergangenen Jahren stets einen Teil seines Erlöses zur Verschönerung des Ortsbildes verwendet. Im Jahr 2003 sorgte man für neue Kinderspielgeräte an den Kellern. Die alte Kriegerfahne wurde restauriert und die Marter am Ortseingang - von Höchstadt kommend - wurde ebenfalls restauriert. Auch sechs Ortseingangsschilder - das Bild darauf gestaltete die Etzelskirchener Künstlerin Petra Dürrbeck - wurden gebaut und aufgestellt.

2007 galt es ein Großprojekt zu meistern: Zusammen mit der Feuerwehr errichteten die Vereinsmitglieder einen Anbau ans Feuerwehrhaus - natürlich alles in Eigenregie. Dort können jetzt beide Vereine ihre vielen Utensilien lagern und während der Kerwa dient der Anbau als Raum für die Bar. Im gleichen Jahr Jahr spendete der Heimatverein der Pfarrgemeinde St. Jakobus für die Renovierung der Kirche sowie der SpVgg Etzelskirchen für den Sportplatzneubau jeweils 3000 Euro.

Am Pfarrfestsonntag im Juli 2013 wurde die restaurierte Radfahrerstandarte aus dem Jahr 1927 neu gesegnet. Die Kosten dieser Restaurierung teilten sich die FFW Etzelskirchen und der Heimatverein. Außerdem bekam die FFW im gleichen Jahr noch eine großzügige Spende, damit sie den Kauf eines gebrauchten MTW (Mannschaftstransportwagen) realisieren konnte. Aber auch kleinere Projekte unterstützte der Verein schon. Auch die Kerwasburschen und -madli selbst spenden immer einen Betrag für einen guten Zweck. Der Erlanger Verein für krebskranke Kinder e.V. wurde schon bedacht und 2010 unterstützten sie eine Steppacher Familie, deren Anwesen abgebrannt war.


Generationenwechsel

Im Frühjahr 2016 gab es mit den Neuwahlen einen Umbruch im Heimatverein. Bei diesen Wahlen wurde die Vorstandschaft, die nahezu von Beginn an nun 20 Jahre aktiv war, verjüngt. Der Altvorstand Alexander Ort und die Vorstandsmitglieder übergaben ihre Ämter in jüngere Hände.

Am 9. Mai, also vor nicht allzu langer Zeit, haben die Kerwasburschen und -madli die Kerwa feierlich eingegraben. Am Kerwasmontag um 22.30 Uhr zog die Kerwagemeinde los, um eine Truhe, gefüllt mit den Kerwa-Memoiren 2016 und selbst gereimten Kerwa-Fürbitten für 2017, mit dem Song "You will never walk alone" neben dem "Kerwabaam" einzugraben.

Ein reger und vorbildlicher Verein, der sich Gemeinschaft, Erhaltung und Pflege von Brauchtum und alten Traditionen, aber auch Hilfsbereitschaft auf seine Fahnen geschrieben hat. Übrigens sind die meisten Angehörigen des HMV Etzelskirchen auch Mitglieder in den vier anderen Etzelskirchener Vereinen.
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