Sport bildet und Sport bindet. Diese elementare Erkenntnis nutzen die Werkstätten der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf schon lange. Denn zu deren arbeitsbegleitenden Maßnahmen gehört bereits seit 2001 das Tischtennistraining jeden Montag nach der Mittagspause.

Werkstattleiter Detlev Troll erklärt: "Die ursprüngliche Absicht galt der Förderung der Beweglichkeit wie auch der Koordination." Mittlerweile stellt Gremsdorf bereits die erste Mannschaft in der Oberliga Bayerns. Ein deutlicher Indikator, wie gut dieser Sport ankommt.

Angefangen hatte alles mit Elfriede Königsheim, die als aktive Tischtennisspielerin und ehrenamtliche Helferin bei den Barmherzigen Brüdern den Kontakt zur Spielvereinigung (SpVgg) Zeckern herstellte, welche bekanntlich ebenfalls große Erfolge im Tischtennis zu verzeichnen hat.

Spieler Ralf Hellmann besucht regelmäßig "die Barmherzigen", um mit dem Gremsdorfer Team zu
trainieren. "Auch andere Spieler der SpVgg trainieren mit viel Freude in Gremsdorf", fügt Abteilungsleiterin Janine Krebs hinzu.

Irgendwann war die Idee zum Turnier in der Mehrfachturnhalle von Hemhofen geboren. "Für die Gremsdorfer ist es ein echtes Highlight, außerhalb der Einrichtung spielen zu dürfen", bringt es Johannes Salomon auf den Punkt. "Heute sind beide Mannschaften Gewinner" formuliert Bürgermeister Joachim Wersal (FW) in seiner Begrüßungsrede. Auch Landrat Eberhard Irlinger (SPD) gratuliert zu der "tollen Integration über den Sport" und greift als "alter Tischtennisspieler" gleich selber zum Schläger; muss sich dann aber 0:2 geschlagen geben.


Beide Seiten schätzen sich


Tatsächlich machen Einladungsturniere die Bewohner mobil. Menschen mit einer Behinderung gehören dadurch ganz selbstverständlich zur Gesellschaft und können am sozialen Leben teilnehmen. "Wenn wir inkludieren, brauchen wir keine Integration", fasst Detlev Troll treffend zusammen.

Beide Seiten wissen sich sehr zu schätzen und profitieren von ihrer besonderen Beziehung. Zu Turnierbeginn schenkten die Gremsdorfer ein Insektenhotel aus ihrer eigenen Produktion. "Wir werden dafür einen geeigneten Platz finden, am besten beim Sportlerheim in der Köhlerstraße", freuen sich die Zeckerner. "Auf der Landesgartenschau in Bamberg präsentieren wir uns mit einem riesigen Insektenhotel. Die kleinere Variante gibt es bei uns im Werkstattladen", erklären die Gremsdorfer. Im Gegenzug überreicht die SpVgg sechs neue "Brettchen", wie sie die Schläger liebevoll nennen. "Wir haben gesehen, dass die Gremsdorfer neue Schläger gebrauchen könnten und hoffen, unseren Freunden damit eine Freude zu bereiten", erklärt Janine Krebs.

"Aufs Ergebnis brauchen wir nicht so genau schauen, letztlich kommt's ja auf den Spaß an und den hatten die Spieler - besonders beim Mixed", sagt Krebs und schmunzelt. Sie freut sich schon mit den anderen auf das nächste Turnier.