Herzogenaurach
Naturkunde

In der Welt des Bienenstocks

Fast ohne Scheu machten Kinder des Ferienprogramms einen Ausflug zu Imker Klaus Becker. Sie lernten viel und sie staunten oft.
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Die Bienenstöcke des Imkers Klaus Becker. Fotos: Richard Sänger
Die Bienenstöcke des Imkers Klaus Becker. Fotos: Richard Sänger
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Ohne "Bienenstich", dafür aber mit viel Wissen und einem Glas süßen Honigs endete die Exkursion von 22 Kindern des Ferienprogramms zur Herzo Base. Hinter dem Erdwall der Nordumgehung leben die Bienen des Herzogenauracher Imkers Klaus Becker. Ohne Scheu, trotzdem mit dem nötigen Respekt, standen die Kinder bei den Bienenstöcken und lauschten den Ausführungen des erfahrenen Imkers. Becker erzählte den Kindern aus dem Leben der fleißigen Bienen, die unablässig ihre Behausung (Beute) anflogen oder diese wieder verließen.
"Ich habe keine Angst vor Bienen, man darf nicht nach ihnen schlagen", meinte die neunjährige Selina, erschrak dann doch etwas, als eines der Insekten ihr Bein erkundete. "Ohne Bienen würde es wenig oder gar kein Obst mehr geben", erklärte der Imker den Kindern.

Natürlich konnten seine jungen Gäste auch einen Blick in das Innere des Bienenstocks werfen.
Außerdem gab Becker den Kindern ein Rähmchen mit Waben und Hunderten von Bienen in die Hand.

Zukunft ist bedroht

Eigentlich sei die Biene das Symbol einer heilen Welt und produziere seit Jahrtausenden für den Menschen den Honig. Aber die Zukunft der Bienen sei bedroht, zum einen durch die Monokulturen und zum anderen durch Spritzmittel, aber auch durch die Varroa-Milbe, erläuterte Becker den Kindern. So dringe die Milbe in den Bienenstock ein und greife die Brut ebenso an wie die Bienen selbst.

In den nächsten Wochen wird bei den Bienen auch mit der Fütterung angefangen, demonstrierte Klaus Becker mit einem Behälter. "Wenn ich ihnen schon den Honig wegnehme, muss ich ihnen auch was zurückgeben", lautete seine Erklärung.

Für Staunen sorgten die Informationen über das Leben einer Königin und dass diese am Tag bis zu 2000 Eier lege. Die Kinder hatten auch das Glück, dass sich bei ihrem Besuch auch gerade Bienenbrut aus der Brutzelle befreite, und sie das beobachten konnten.

Die Arbeit der Biene beginnt nach dem Schlüpfen. Während der ersten drei Tage ist die Arbeiterin mit dem Putzen ihres Körpers und der Wabenzelle beschäftigt. Danach hilft sie mit, die Brut zu füttern. Ihre Futtersaftdrüsen sind dann voll entwickelt. Am elften Tag bauen die Arbeiterinnen gemeinsam die Waben. Am Ende dieser Phase gehen sie auch zum Ausgang des Bienenstockes. Wird es im Stock zu warm, fächeln sie mit ihren Flügeln kühle Luft in das Innere, erzählte Becker aus dem Leben einer Arbeitsbiene. Auch über Bienenschwärme, die einige Kinder schon mal gesehen haben, konnte der Imker berichten.

Eigentlich sollte es am Ende des informativen Besuches ein Honigbrot geben. "Das machen wir lieber nicht, denn dann wollen Bienen und Wespen mit essen und wir können uns nicht mehr retten", meinte Klaus Becker und verteilte Gläser mit süßem Honig aus Herzogenaurach.



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