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In der Don-Bosco-Schule werden alle Münder satt

Das Mittagessen in der Don-Bosco-Schule in Höchstadt können sich nicht alle Eltern leisten. Darauf verzichten muss deshalb aber keiner der Schüler. Der Förderverein legt das Geld aus. Der FT möchte ihn mit einem Spendenaufruf dabei unterstützen.
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Jaqueline und Muhamed aus der 7. Klasse haben die Schokofrüchte zubereitet.  Foto: Barbara Herbst
Jaqueline und Muhamed aus der 7. Klasse haben die Schokofrüchte zubereitet. Foto: Barbara Herbst
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Mit Tütensuppen und Fertigessen schickte sie ihre Tochter in die Schule. Das musste reichen, den ganzen Tag. Das Mittagessen der Schule konnte sich die Mutter nicht leisten. 48 Euro pro Monat. Das war einfach zu viel. Petra Hartmann (Name von der Redaktion geändert) und ihr Mann leben von Hartz IV, suchen schon lange nach einem Job. Geld fehlt oft hinten und vorne, Verzicht gehört für sie zum Alltag - auch für die 15-jährige Tochter. "Sie setzte sich mit ihrem mitgebrachten Essen zu ihren Mitschülern. Deren Eltern bezahlten das Mittagessen. Das war ein blödes Gefühl, für sie und für mich", erinnert sich Hartmann.

Auch Belinda Morrison-Tohol, Vorsitzende des Fördervereins der Don-Bosco-Schule in Höchstadt, wollte dabei nicht länger zusehen. Sie griff ein, wusste zu helfen. Schließlich soll jedes Kind am Mittagessen teilnehmen können. Unabhängig von der finanziellen Lage der Eltern: "Wir wollen soziale Diskriminierung verhindern. Die Kinder sollen in der Gemeinschaft bleiben", sagt Morrison-Tohol. Deswegen können sich Eltern des sonderpädagogischen Förderzentrums mit einem Antrag auf Kostenübernahme direkt an den Förderverein wenden. Dieser deckt die Kosten, die von Amts wegen nicht übernommen werden. "Solche Anträge an den Jobcenter ziehen sich nämlich oft monatelang hin", bedauert Morrsion-Tohol.

Die meisten Kinder der Don-Bosco-Schule kommen von Regelschulen. Und die meisten von ihnen schaffen auch wieder den Sprung dorthin zurück. Das ist das Ziel. Die, die bleiben, machen den Hauptschulabschluss. Werden vorbereitet auf eine berufliche Eingliederung. "Viele scheitern an Regelschulen, weil der Druck zu groß ist und sie mit dem Stress nicht umgehen können", erklärt Konrektorin Herlinde Jäkel. Häufig sind auch Belastungen innerhalb der Familie die Ursache, den Anforderungen in der Schule nicht mehr gerecht zu werden: Eltern sind arbeitslos oder müssen umgekehrt beide arbeiten, viele sind alleinerziehend. "Das Kind bleibt dabei emotional auf der Strecke", sagt Schulleiter Lothar Giehl.

75 der insgesamt 230 Kinder nutzen das Ganztagsangebot der Schule. Inklusive Mittagessen. Ein Drittel der Eltern haben inzwischen Probleme, die Kosten dafür zu stemmen: "Aber gerade die, die Unterstützung notwendig hätten, haben Skrupel, sich outen zu müssen und alles bloßzulegen", sagt Schulleiter Lothar Giehl.

Angebot wird nicht ausgenutzt

Dennoch haben die Antragsstellungen in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen. Der Bedarf an Unterstützung ist gewachsen. Immer mehr Eltern suchen die Hilfe beim Förderverein, immer mehr schulden ihm Geld. Manche bis zu 400 Euro. Sobald sich die finanzielle Situation der Eltern verbessert, kann in Raten zurück gezahlt werden. Viele tun das, anderen ist das unmöglich. Eine komplette Kostenübernahme kam deshalb auch schon vor: "Wir haben nicht das Gefühl, dass unser Angebot ausgenutzt wird. Viele sind unverschuldet in finanziellen Schwierigkeiten", sagt Giehl. Ohnehin könne man nicht alle über einen Kamm scheren: "Wir haben ein gemischtes Klientel. Manche Eltern arbeiten bei Siemens, andere sind sozial schwächer."

3,30 Euro kostet das Mittagessen pro Tag. Montags und donnerstags kommt es von einem Caterer, dienstags und mittwochs kochen abwechselnd Schüler aus der 7., 8. oder 9. Klasse. Und zwar drei Gänge. Ob Spargelcremesuppe, Roulade mit Kloß und Rotkraut oder Schokofrüchte am Spieß - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ausgewogen muss es sein. "Es gibt zusätzlich immer eine Salatbar", sagt Giehl.

Viele Vorurteile

Morrison-Tohol greift immer wieder zum Hörer, wenn sie merkt, dass ein Kind nicht am Mittagessen teilnimmt. Viele Eltern würden von der Möglichkeit, vom Förderverein unterstützt zu werden, gar nichts wissen. Genauso wie Petra Hartmann: "Ich bin jetzt sehr erleichtert, dass mein Kind beim Mittagessen dabei ist."

Der Förderverein finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Bei letzterem wäre allerdings noch Luft nach oben: "Wir kämpfen mit unserem Image. In der Öffentlichkeit gibt es viele Vorurteile", bedauert Giehl. Über regelmäßigere Spenden würde er sich deshalb freuen. Der Fränkische Tag möchte mit einem Spendenaufruf dabei helfen. Damit Familien wie den Hartmanns weiter geholfen werden kann.

Unterstützen Sie den Förderverein der Don-Bosco-Schule mit einer Spende!

Idee Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über ihre Zeitungen Fränkischer Tag, Bayerische Rundschau, Coburger Tageblatt, Saale-Zeitung und Die Kitzinger sowie ihre Internetangebote viele Menschen, das will sie mit Hilfe eines Spendenvereins nutzen und Hilfsbedürftige unterstützen.

Zweck Der Spendenverein macht sich stark für ein Franken, das sich durch eine Atmosphäre des Miteinanders und der gegenseitigen Hilfe auszeichnet.

Verwendung Jeder für "Franken helfen Franken" gespendete Euro geht an den guten Zweck - in unserem Fall an den Förderverein der Höchstadter Don-Bosco-Schule. Die Verwaltungskosten übernimmt die Mediengruppe Oberfranken.

Empfänger Die Spenden gehen ausschließlich an gemeinnützige Initiativen und Projekte oder Vereine in der Region. Die können sich direkt bei "Franken helfen Franken" bewerben, der Vereinsausschuss entscheidet dann über die Spende. Seit der Gründung vor rund vier Jahren wurden auf diesem Weg schon über 90 000 Euro ausgegeben.

Spendenkonto Mediengruppe Oberfranken - Franken helfen Franken e.V.; Sparkasse Bamberg (BLZ 770 500 00), Konto 302 194 501. Wenn Sie spenden möchten, geben Sie den Verwendungszweck "Don-Bosco-Schule Höchstadt" an.

Fragen? Mehr Infos und Kontaktdaten unter der Adresse
franken-helfen-franken.de


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