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Weisendorf
Ehrenamt

In Weisendorf sind drei neue Siebener vereidigt worden

Andreas Süß aus Buch, Erwin Hausmann aus Rezelsdorf und Reinhard Schmidt aus Sauerheim kennen das Siebener-Geheimnis. Sie sind als Feldgeschworene vereidigt worden und wissen, wo die Grenzsteine ihres Einsatzgebietes liegen müssen.
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Bürgermeister Alexander Tritthart vereidigt Andreas Süß (Buch), Erwin Hausmann (Rezelsdorf) und Reinhard Schmidt (Sauerheim).  Foto: Sänger
Bürgermeister Alexander Tritthart vereidigt Andreas Süß (Buch), Erwin Hausmann (Rezelsdorf) und Reinhard Schmidt (Sauerheim). Foto: Sänger
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Das Ehrenamt der Feldgeschworenen verbindet Tradition und Moderne. Getreu diesem Motto vereidigte der Weisendorfer Bürgermeister Alexander Tritthart (CSU) im Weisendorfer Rathaus drei Feldgeschworene: Andreas Süß aus Buch, Erwin Hausmann aus Rezelsdorf und Reinhard Schmidt aus Sauerheim.

Bindeglied zwischen Bürger und Verwaltung

"Als ortskundige und anerkannte Vertrauenspersonen sind sie unersetzbar", erklärte Tritthart. So seien die Feldgeschworenen wertvolle Partner der Vermessungsämter, kümmerten sich um Grenzziehungen und seien damit ein wichtiges Bindeglied zwischen Bürger und Verwaltung.
Vermessungstechniker dürften zum Beispiel gar keine Abmarkungen setzen, sondern müssen den Feldgeschworenen sagen, wo die Grenzpunkte gesetzt werden müssen, das Abmarken erledigen die Feldgeschworenen oder Siebener, wie sie auch genannt werden.

Die Feldgeschworenen werden von Landwirten oder Vermessungsämtern gebeten, Grenzsteine höher oder tiefer zu setzen. Sie wechseln beschädigte Steine aus oder entfernen sie. In der Vergangenheit wurde schon mancher Grenzstreit durch die Feldgeschworenen beigelegt, da sie nicht nur die Gegebenheit vor Ort kennen, sondern in der Bevölkerung auch ein hohes Ansehen genießen. Denn ob ein Grenzstein richtig sitzt, können nur die Eingeweihten erkennen. Sie legen nämlich unter den Grenzstein ein geheimes Zeichen, das "Siebener-Geheimnis". Das können bestimmte Steine oder Glasscherben sein, die auch in einem bestimmten Winkel zueinander liegen.

Manchmal kommt es zu unabsichtlichen Beschädigungen

Wie bei der Vereidigung im Rathaus zu hören war, werden durch die großen landwirtschaftlichen Maschinen immer mal wieder Grenzsteine beschädigt oder herausgerissen. "Wenn der mit diesen großen Maschinen an einem Grenzstein hängen bleibt, merkt der das auf dem Bulldog überhaupt nicht", erklärte der Rezelsdorfer Erwin Hausmann.

Das Amt der Feldgeschworenen ist eines der ältesten noch erhaltenen Ämter der kommunalen Selbstverwaltung und dabei komplett ehrenamtlich. Bereits seit über 500 Jahren engagieren sich Bürger in diesem kommunalen Ehrenamt. Sie werden auf Lebenszeit gewählt und vereidigt.

Vom Vater zum Sohn

Das Ehrenamt wird meist an die nächste Generation weitergegeben. So war zum Beispiel der Großvater von Andreas Süß schon Siebener und auch sein Vater übte das Amt so lange aus, wie es dessen Gesundheit zuließ. "Das ist eine Erbfolge und man macht das halt und ich mach's gerne", sagte Süß.

Die Feldgeschworenen wählen aus ihrer Mitte einen Obmann und dessen Stellvertreter. Der Obmann ist dann Ansprechpartner für seinen jeweiligen Zuständigkeitsbereich. Auf Anordnung des Bürgermeisters nehmen die Feldgeschworenen Grenzbegehungen vor. Stellen sie Mängel an Grenzzeichen der Grundstücke fest, teilen sie dies den Grundstückseigentümern mit, über Mängel an Gemeindegrenzzeichen wird der Bürgermeister informiert.
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