Niederndorf
Schauspiel

In Niederndorf machen schon die Proben Spaß

Die Theatergruppe Niederndorf studiert das Stück "Wer nicht wirbt, der stirbt" ein. Charaktere wie eine Putzfrau mit russischem Akzent oder zwei Mafiosi bieten den Darstellern Gelegenheit, ihr Talent für Komik zu zeigen.
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Regina Lehninger als Ursula Meier und Horst Napetschnig als Paolo Calzone haben Spaß auf der Bühne. Fotos: Richard Sänger
Regina Lehninger als Ursula Meier und Horst Napetschnig als Paolo Calzone haben Spaß auf der Bühne. Fotos: Richard Sänger
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Plötzlich klemmte der Reißverschluss des Urlaubskoffers, als ihn Putzfrau Olga (Marina Napetschnig) öffnen sollte, und Regisseur Jürgen Klostermeyer ließ die Probe unterbrechen. "Entweder nimmst Du einen anderen Koffer oder machst ihn nicht ganz zu, das dauert sonst viel zu lang", riet Klostermeyer und ließ die Szene wiederholen.
Bei den Proben der Theatergruppe im Saal des Gasthauses "Bella Tandoori" (ehemals Winkelmann) in Niederndorf wurde viel gelacht. "Ich glaub', ich komm' nochmal rein", meinte Mafiasohn Paolo Calzone (Horst Napetschnig) und betrat die Bühne ein weiteres Mal. Dann sollte er auch noch in die mitgebrachte Pizza beißen, aber die war schon aufgegessen, statt der Urlaubsbilder zog er ein Bündel Geldscheine aus der Jackentasche und fragte die Mitspieler: "Wo sind jetzt schon wieder die Bilder?"
Die Niederndorfer Laienschauspieler nahmen die kleinen Pannen mit viel Humor, und Regisseur Klostermeyer meinte: "Wir
haben ja noch einige Tage Zeit." Er zeigte sich mit den Leistungen der Darsteller ganz zufrieden, "aber die letzte Viertelstunde muss noch besser werden", gab er schon mal die Vorgabe für die nächsten Proben.
Die Probe glich eher einem gemütlichen Familientreffen, im Saal gab es selbstgebackenen Kuchen, Klostermeyer korrigierte mal die Blickrichtung der Darsteller oder es hieß, "du musst etwas lauter sprechen und stell' dich mehr in die Mitte". Bei einer angedeuteten Liebesszene zwischen Thomas Meier (Rainer Goblirsch) und seiner Frau Ursula (Regina Lehninger) forderte er mehr Leidenschaft. "Hast du noch nie einem Mann das Hemd aufgemacht?", fragte der Regisseur schmunzelnd und drohte, selbst auf die Bühne zu kommen. "Wir haben bei jeder Probe viel Spaß und es gibt immer wieder was zum Lachen", erzählte Marina, die ihre Rolle mit einem russischen Akzent spielen muss.
In "Wer nicht wirbt, der stirbt" aus der Feder von Wolfgang Bräutigam kommt das Ehepaar Meier wegen einer Audienz beim Papst einen Tag später aus Rom zurück. In ihrer Wohnung finden sie das reinste Chaos vor, denn der pubertierende Nachwuchs hatte die Silberhochzeit der Eltern einfach ohne sie gefeiert.
Wie man sich denken kann, ist das nur der Anfang der Verwirrungen. Denn die Sekretärin Mandy (Annemarie Specht) verbrachte ihren Urlaub in Palermo, gab sich als Chefin der Werbeagentur aus und zog vermeintlich einen großen Werbeauftrag an Land. Völlig unübersichtlich wird das Ganze dann, als zwei Mafiosi auftauchen und sich für die Urlaubskoffer der Meiers interessieren. Zudem tragen Olga aus Weißrussland und die neugierige Nachbarin Anna Neugirg (Brigitta Brecht) vollends zur Verwirrung teil.
Was wohl hinter all dem steckt? Wer ist die nackte Frau auf den Urlaubsfotos? Was befindet sich in den vertauschten Koffern? Gehen die Eheleute wirklich fremd? Wie die Geschichte letztendlich ausgeht, soll jetzt nicht verraten werden. Dies erfahren die Zuschauer am Ende der Aufführungen.

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