Herzogenaurach
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In Herzogenaurach führt die Datenautobahn bis aufs Klo

In der neuen Toilettenanlage am Wiwaweiher in Herzogenaurach gibt es sogar einen W-Lan-Anschluss. Die Datenautobahn führt also direkt bis aufs Klo. Zur Einweihung wurde eine Klopapierrolle durchgerissen.
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Bürgermeister German Hacker nimmt den Wickeltisch in Augenschein Foto: Richard Sänger
Bürgermeister German Hacker nimmt den Wickeltisch in Augenschein Foto: Richard Sänger
Am Wiwaweiher ist die erste öffentliche Toilette mit W-Lan-Anschluss in Betrieb genommen worden. Jetzt fehlen nur noch ein Bankomat und eine Ladestation fürs Handy oder das Elektrofahrrad, dann wäre es eine Toilettenanlage für wirklich jedes Geschäft. Bei der Einweihung wurde auch kein Band durchgeschnitten, sondern eine Klopapierrolle durchgerissen.

An exponierten und stark frequentierten Stellen im Stadtgebiet sollen öffentliche Toiletten entstehen - mit barrierefreiem Zugang. Zwei solcher Anlagen sind jetzt am Wiwaweiher und auf dem Spielplatz am Dambach in Betrieb genommen worden. Eine weitere wird demnächst an der südlichen Ausfahrt des Wohngebietes Herzo-Base, unweit der neuen Spielplatzanlage eröffnet.


Kein Scherz


Beim W-Lan- und Breitbandanschluss handelt es sich natürlich nicht um einen Scherz. So stehe die neueste Technik nicht nur den WC-Benutzern zur Verfügung, sondern dem gesamten Umfeld. Wie Fritz Hable von der Gebäudewirtschaft erläuterte, kann auf den vorhandenen Anschluss später auch mal der Notruf aufgeschaltet werden.

Außerdem wird in unmittelbarer Nähe eine Bushaltstelle eingerichtet - und dann machen sowohl die Toilette als auch W-Lan einen Sinn.

Impulsgeber für die beiden WC-Anlagen waren in erster Linie Hans Münck und Michael Baltz vom Seniorenbeirat. "Das war bisher die teuerste Investition, die der Seniorenbeirat beantragt und auch genehmigt bekommen hat", erklärte Michael Baltz.

Die beiden Anlagen waren in der Tat nicht billig. Im Jahr 2014 wurden zunächst ausgehend von einer Schätzung 60 000 Euro bereitgestellt. Auf Wunsch kam dann in diesem Jahr die Anlage am Dambach hinzu, die Kosten für beide Anlagen summierten sich auf rund 180 000 Euro, die auch im Haushalt eingestellt wurden. Den Auftrag bekam die Firma Marbeton aus Aitrach für rund 141 000 Euro. Dazu kamen dann noch Erschließungskosten mit 50 000 Euro für die behindertengerechten WC-Anlagen.


Modernste Technik


Im Innern befinden sich Wickeltisch, Urinal, WC und ein Waschbecken - alles aus Edelstahl. Wasserleitung, Händetrocknung und Seifenspender setzen sich über berührungslose Sensoren in Betrieb.

Die Anlage ist täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet und verriegelt sich danach elektronisch.

Die Außenwände bestehen aus Beton mit einer Holzstruktur. An der Rückseite ist ein Technikraum untergebracht, für normale Wartungsarbeiten muss die Anlage nicht betreten werden. Die Verantwortlichen der Stadt und der Seniorenbeirat hoffen natürlich, dass sich mögliche Vandalen zurückhalten und keine sinnlosen Zerstörungen anrichten. Dabei setzt Bürgermeister German Hacker auch auf die Wachsamkeit der unmittelbaren Anwohner.

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