Höchstadt a. d. Aisch
Abriss

Im Juli fallen die alten Höchstadter Turnhallen

Das 1962 errichtete Bauwerk an der Kerschensteiner Straße in Höchstadt ist nicht mehr zeitgemäß und wird nicht mehr gebraucht.
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Zwei übereinander liegende Turnhallen stecken in diesem Gebäude, das 1962 gebaut wurde. Jetzt hat es ausgedient. Von dem Mosaik-Kunstwerk an der Stirnseite sollen zwei Figuren gerettet werden.  Foto: Andreas Dorsch
Zwei übereinander liegende Turnhallen stecken in diesem Gebäude, das 1962 gebaut wurde. Jetzt hat es ausgedient. Von dem Mosaik-Kunstwerk an der Stirnseite sollen zwei Figuren gerettet werden. Foto: Andreas Dorsch
Generationen von Höchstadtern haben auf den Parkettböden der beiden übereinander liegenden Turnhallen in der Kerschensteiner Straße ihren Schweiß vergossen - im Sportunterricht ebenso wie in den Trainingseinheiten der Sportvereine.

1962 wurden die Hallen für 777 000 D-Mark gebaut. Die kleinere untere nutzten Grundschule und Hauptschule, die größere obere das Gymnasium. Viele Jahre waren dies die einzigen Turnhallen in Höchstadt. Und sie werden heute noch genutzt, auch wenn sich das eine oder andere Parkettstäbchen aus dem Original-Schwungboden inzwischen abgelöst hat.


Charme der Sechziger

Von ihrem Charme der Sechziger Jahre haben die beiden Hallen jedenfalls über all die Jahrzehnte nichts verloren. Sie waren nicht nur den Sportlern vorbehalten. Auch Konzerte, Theateraufführungen und festliche Bälle fanden in den verklinkerten Wänden statt.

Mit dem Bau der neuen Doppelsporthalle nebenan werden die längst nicht mehr zeitgemäßen, vom Zahn der Zeit schon deutlich gezeichneten Sporthallen überflüssig. In seiner Sitzung am Montagabend hat jetzt der Stadtrat die Abbrucharbeiten vergeben. Den Auftrag bekam für 224 000 Euro als günstigster Bieter die Firma Transporte Dotterweich in Geiselwind. Bereits im Juli sollen der Abriss beginnen.

Bis dahin bleibt den Kunstfreunden noch Zeit, das vom inzwischen verstorbenen Höchstadter Künstler Roland Lindenmann damals geschaffene Werk an der Stirnseite der Hallen zu retten. Die aus Mosaiksteinchen gestalteten, turnenden Figuren möchte Eberhard Ranger, Sprecher des Freundeskreises Lindenmann nicht so einfach der Abrissbirne überlassen. Architekt Markus Haindl, der die neue Sporthalle plant, hat das Kunstwerk im Auge und schon eine Lösung gefunden, mit der sich auch Eberhard Ranger vom Freundeskreis anfreunden kann. Haindl will zwei Figuren aus dem Mosaik herausnehmen und im Inneren der neuen Halle installieren. Dazu soll es eine Schautafel mit einer Fotodokumentation geben, die das ganze Kunstwerk zeigt.

"Um das Werk in voller Größe zu retten, bräuchten wir eine elf Meter hohe Mauer", sagt der Architekt. Die habe man nicht. An der Außenwand der neuen Halle verhindere zudem die Wärmedämmung das Anbringen der Mosaiksteinchen.
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