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Höchstadt
Abschlussprüfung

Höchstadts Realschüler kommen in die heiße Phase

An den bayerischen Realschulen beginnen am Mittwoch die Abschlussprüfungen. Immer mehr gehen danach auf das Gymnasium. Mehr als die Hälfte der Schüler macht eine Ausbildung. Höchstadts Schulleiterin Jutta Romeis weiß, was die Schüler vorhaben.
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Jutta Romeis, Leiterin der Realschule in Höchstadt (rechts), steht zusammen mit Schülerinnen, die am Mittwoch ihre Französischprüfung schreiben.  Foto: Christian Bauriedel
Jutta Romeis, Leiterin der Realschule in Höchstadt (rechts), steht zusammen mit Schülerinnen, die am Mittwoch ihre Französischprüfung schreiben. Foto: Christian Bauriedel
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Examen de fin d'études, zu Deutsch: Abschlussprüfung, heißt es am Mittwochvormittag mit dem Fach Französisch an den bayerischen Realschulen. In Höchstadt werden die Köpfe von 43 Schülern rauchen, die die Sprache gewählt haben. Für die insgesamt 172 Prüflinge geht es morgen dann weiter mit Deutsch, am Freitag mit Englisch und am Montag mit Mathematik. Was die Schüler nach ihrem Abschluss mit ihrer Zukunft anfangen, erklärt Schulleiterin Jutta Romeis im Interview.

inFranken.de: Frau Romeis, waren Sie eine gute Schülerin?
Jutta Romeis: In manchen Fächern ja. In Deutsch, Geschichte und Erdkunde war ich ganz gut. Die Naturwissenschaften waren eher die Schattenseite meines Schülerdaseins.

Haben Sie einen Tipp für die Schüler, die am Mittwoch ihre erste Abschlussprüfung haben?
Die Nerven bewahren und die Aufgaben zwei Mal lesen. Am besten mit den Aufgaben anfangen, die einem liegen. Dann hat man schnell eine satte Decke an Punkten und fühlt sich einfach sicherer. In Deutsch, Französisch und Englisch ist das Markieren von Textstellen eine gute Hilfe. Dann sieht man gleich den zentralen Bereich, um den es geht.

Wissen die Schüler schon, wie es nach der Realschule im Herbst für sie weitergeht?
Die meisten haben Zusagen für eine weiterführende Schule oder einen Ausbildungsplatz.

Welchen Weg wählen die Schüler denn am häufigsten?
Erfahrungsgemäß beginnen etwa 60 Prozent eine Ausbildung. 40 Prozent gehen auf eine weiterführende Schule wie die Fachoberschule. Immer häufiger wird auch die duale Ausbildung. Der Vorteil: Der Schüler bekommt eine Ausbildungsvergütung, macht sein Fachabi und bekommt oft eine Übernahmegarantie des Unternehmens.

Spüren die Schüler einen großen Druck, nach der Mittleren Reife noch ihr Abitur zu machen?
Druck würde ich nicht sagen. Aber die Tendenz, noch aufs Gymnasium zu gehen, steigt deutlich an. Die Mittlere Reife gibt vielen Schülern Selbstbewusstsein. Daher trauen sie sich den Schritt in die Übergangsklasse oder direkt in die Kollegstufe zu. Sie haben schon etwas geschafft und wissen, wie man eine Prüfung anpackt.

Und danach gehen einige dann studieren?
Heute kommt fast jeder zweite Studierende nicht vom Gymnasium. Es ist etwa zehn Jahre her, da gingen vielleicht fünf Prozent der Realschüler aufs Gymnasium. Heute sind es um die 15 Prozent. Das ist gewaltig! Es zeigt, dass nicht nur der gymnasiale "Königsweg" an die Universität führen kann. Oder denken Sie an jene, die ihren Meister machen und dann noch studieren. Unsere Schüler sind die belastbaren Studenten. Es gilt: kein Abschluss ohne Anschluss.

Dennoch beginnt mehr als die Hälfte eine Ausbildung. Was sind denn die beliebtesten Berufe?
Viele unserer Mädchen gehen in kaufmännische Berufe wie Industrie-, Einzelhandels- oder Großhandelskauffrau. Arzthelferin ist nicht mehr ganz so häufig wie früher. Die Krankenpflege ist für viele attraktiv. Anders als die Altenpflege. Die ist bei unseren Schülern kein Thema.
Und die Jungs?
Da gehen viele in die technische Richtung: Mechatroniker, elektronische Bereiche oder Tätigkeiten in der IT-Branche.

Sie kennen die Schüler ja. Wie würden Sie diesen Abschlussjahrgang beschreiben?
Die Schüler sind sehr flexibel und offen. Alle sind fit, was die IT betrifft und sie haben eine gute Orientierung, was sie später machen könnten. Den allermeisten ist durchaus bewusst, dass sie mit der Berufswahl eine weitreichende Entscheidung treffen.

Und wie sieht es mit den schulischen Leistungen aus?
Es gibt keinen, der die Note nicht hatte, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Zwei Schüler wollten das Jahr freiwillig wiederholen, um den Schnitt für die Fachoberschule noch zu schaffen.

Haben Sie einen Rat für alle, die unter Prüfungsangst leiden?
Nie sagen: Ich passe jetzt. Man sollte einfach darauf vertrauen, dass man es schafft. Auch wenn man die Lösung nicht auf Anhieb weiß, sollte man sich sagen: Ich habe sechs Jahre dafür gearbeitet, ich schaffe das.



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