Höchstadt a. d. Aisch
Umweltschutz

Höchstadter wollen ihre Bäume schützen

Christoph Reuß vom Bund Naturschutz und der Biologe Hans Krautblatter setzen sich dafür ein, dass Bäume in Höchstadt durch eine Verordnung geschützt werden.
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Als am Graben mitten in Höchstadt im Zuge der Hauptstraßensanierung mehrere große Bäume gefällt wurden, gab es viele Diskussionen. Foto: Andreas Dorsch/Archiv
Als am Graben mitten in Höchstadt im Zuge der Hauptstraßensanierung mehrere große Bäume gefällt wurden, gab es viele Diskussionen. Foto: Andreas Dorsch/Archiv
Ob man geschützte Bäume entfernen, zerstören, schädigen oder ihren Aufbau wesentlich verändern darf, das kann in einer Baumschutzverordnung festgelegt werden. Kommunen wie Herzogenaurach, die bisher eine Baumschutzverordnung erlassen haben, befinden sich allerdings in der Minderheit.
Am Dienstag trafen sich einige am Baumschutz Interessierte mit Christoph Reuß, dem BN-Ortsvorsitzenden der Kreisgruppe Höchstadt, und Hans Krautblatter, dem ehemaligen Gymnasiallehrer und Biologen, um der Frage nach einer Baumschutzverordnung für Höchstadt nachzugehen. Anlass hierzu war die kürzliche Fällung von zwei stattlichen Eichen am Rande einer Bebauungsgrenze in Höchstadt.
Natürlich sollten wertvolle Bäume, besonders Laubbäume wie Eichen und Buchen, geschützt werden, erklärte Reuß. Je älter ein Baum, desto wertvoller sei er. Eichen und Buchen, aber auch Ahorn dienen vor allem dem Artenschutz, denn sie sind Lebensraum für Vögel wie Finken, Drosseln, Meisen und Spechte, aber auch für viele Insekten. Man dürfe wertvolle Naturressourcen nicht leichtfertig beseitigen, müsse wohl überlegt handeln, miteinander reden und zu einem akzeptablen Ergebnis kommen. Man müsse einfach Regeln schaffen, in denen geklärt werde, was wichtig sei, sowohl für den Menschen als auch für die Bäume. "Die Menschen sollen mit der Natur zusammenkommen, das bedeutet, dass der Mensch auf die Natur Rücksicht nimmt", so Reuß. "Der BN will auf keinen Fall gegen den Menschen kämpfen", betonte er.
Die Stadt Höchstadt, genauer der Gartenbautechniker Hermann Zehn vom Bau- und Gartenamt, hat bereits im November 2014 Leitlinien für den Umgang mit städtischen Bäumen ausgearbeitet. Hier geht es unter anderem um den Wert der Bäume, um Beeinträchtigungen des Menschen durch Bäume und mehr. So heißt es, dass die Durchführung von Baumfällungen nur im Winterhalbjahr erlaubt ist. Verpflanzungen sind einer Fällung vorzuziehen.
Es werden Grenzen der Zumutbarkeit für die Bürger aufgezeigt wie etwa bei gesundheitlichen Problemen für Menschen mit Allergien und mehr. Grundsätzlich sind alle städtischen Bäume zu erhalten. Diese Leitlinien könnten vielleicht auch für Privatgrundstücke angewendet werden. Es müsse nicht unbedingt gleich eine Vorschrift her wie die Baumschutzverordnung von Herzogenaurach, wo man eine Genehmigung zum Fällen von Bäumen mit einem Stammdurchmesser von mehr als 60 Zentimetern Durchmesser, gemessen in einem Meter Höhe, einholen muss.
Ist sich jemand nicht sicher, ob es sinnvoll ist, einen alten Laubbaum im Garten oder auf einem eigenen freien Grundstück zu fällen, sollte er einfach bei der Stadt oder auch beim BN anfragen. Natürlich könne Höchstadt die Baumschutzverordnung von Herzogenaurach übernehmen. "Wenn, dann sollte es eine Baumschutzverordnung mit Maß und Ziel sein", so Reuß. Für alle Bürger gelte es, nie zu vergessen, dass der Baum eine wichtige Funktion für die Menschen erfüllt. Dann wäre eine Baumschutzverordnung erst gar nicht nötig.
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