Höchstadt a. d. Aisch

Höchstadter entscheidet sich fürs Leben als Mönch

Aus dem Höchstadter Patrick Hartlieb ist Frater Patrick geworden. Er hat zunächst für drei Jahre das Ordensgelübde abgelegt.
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Frater Patrick kniet vor dem Abt und den Priestern. Er hat sich entschieden, Mönch "auf Zeit" zu werden.  Foto: privat
Frater Patrick kniet vor dem Abt und den Priestern. Er hat sich entschieden, Mönch "auf Zeit" zu werden. Foto: privat
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Frater Patrick Hartlieb hat Ja gesagt. Ja, zu einem Leben im Kloster. Ja zur Gemeinschaft und zum geistlichen Leben unter der Ordensregel und dem Abt. Der Höchstadter hat die zeitliche Profess, also das Ordensgelübde, für drei Jahre abgelegt.
Die Mönche des Klosters Plankstetten sind Benediktinermönche. Vier Arten der Mönche sind in der Regel des heiligen Benedikt genannt. Die Mönche in Plankstetten fallen unter die Art des Koinobitentum, besitzlose Mönche, die unter einem Dach leben.
Der Armut, der Keuschheit, dem Gehorsam und der Bodenständigkeit des Ortes: der Mönch bleibt bis zu seinem Lebensende in demselben Kloster. Da hat Frater Patrick am Freitag feierlich gelobt. Frater Patrick fühlt sich in der kleinen Gemeinschaft wohl.
Fasziniert habe ihn das Klosterleben schon 2007, als er mit dem Bund der katholischen Jugend für eine Freizeitwoche ein Taizé-Kloster besucht hat. Die Freizeit wiederholte er 2008 und habe bald gespürt, dass es ein Leben für ihn sein könnte.


Gelernter Installateur

"Da war etwas in der Luft, das mich ansprach", sagt Frater Patrick, der dann ein Jahr darauf Silvester im Kloster Münsterschwarzach verbrachte. Gerade die Benediktiner sprechen ihn an, wusste er bald und probierte auch das Leben in anderen Orden aus. Mit den Franziskanern war er beim Weltjugendtag in Madrid und auch mit den Kapuzinern hat er gelebt, immer ein oder zwei Wochen im Kloster auf Zeit. Dafür nahm der gelernte Gas- und Wasserinstallateur Urlaub, später auch während seiner Umschulung zum Bürokaufmann.
Diese Probeleben als Mönch in verschiedenen Orten führte Hartlieb wieder zu den Benediktinern, als er sich dann für fünf Monate im Kloster Münsterschwarzach entschied, um sich für das klösterliche Leben zu prüfen.


2011 in Höchstadt konvertiert

Die Gemeinschaft, immerhin leben hundert Mönche dort, war ihm zu groß. Aber es war das Katholische, das ihn schon immer angezogen habe und schließlich auch ausschlaggebend war, 2011 unter Dekan Kemmer zum katholischen Glauben zu konvertieren.
"Mein Vater ist katholisch, meine Mutter evangelisch. Ich bin aber immer in den katholischen Gottesdienst gegangen. Das fand ich schöner und feierlicher, vor allem die Fronleichnamsprozessionen", sagt Frater Patrick. Und es war die Eucharistie, die er gerne feiern wollte.
Sein Interesse am katholischen Glauben ist in den Jahren so gewachsen, dass Hartlieb wusste, den geistlichen Weg weiterzugehen zu wollen. Dieser Weg führte ihn 2013 ins Priesterseminar nach Bamberg, um zunächst eigentlich weltlicher Pfarrer zu werden. Doch ein Studium anzugreifen, war sehr anstrengend. Der Ordensweg wurde ihm daher empfohlen.
Ein Weltpriester, der eigentlich recht frei lebt und das Leben im Kloster mit streng strukturiertem Tagesablauf sind doch sehr unterschiedlich. Aber: "Das Weltliche braucht man nicht unbedingt. Ich fühle mich so wohler", sagt er. Zwar seien viele Zeiten vorgegeben, aber "es gibt eine sehr gute Struktur durch den Tag. Man lebt den gesunden Biolebensrhythmus, ein Mittelmaß an Beten und Arbeiten, wie es in der Ordensregel heißt. "Es ist nicht wie im Film, dass die Mönche den ganzen Tag mit gefalteten Händen herumlaufen", sagt er.


Der Tag beginnt um 4.15 Uhr

Sie unternehmen auch mal einen Ausflug, holen sich in der Apotheke ein Medikament oder kaufen sich neue Schuhe. Und wenn auch der Tag um 4.15 Uhr mit Aufstehen und mit dem ersten Gebet um 5 Uhr in der Kirche beginnt, so gibt es nach dem Komplet um 19.30 Uhr doch eine Stunde, in der die Mönche Karten oder Mensch ärgere dich nicht spielen oder sich einfach miteinander unterhalten.
Dann ist die stillschweigende Zeit, in der sich der Mönch in seiner Zelle aufhält und seinen Hobbys nachgeht. In der Zelle gibt es kein Internet. Doch es ist durchaus auch so, dass man die persönliche Freizeit mit anderen im Fernsehraum verbringt.
Zwischen den fünf Gebetszeiten am Tag und der heiligen Messe mit Eucharistie, die täglich um sieben Uhr gefeiert wird, arbeiten die Mönche. Frater Patrick verrichtete während seines Noviziats Dienst an der Klosterpforte und in der Küche.
Die restliche Zeit erhielt er Unterricht und lernte die Psalmen, die Liturgie, die Ordensregeln, das Ordensleben und die Einführung in die Heilige Schrift. "Mit dem regelmäßigen Lesen in der heiligen Schrift habe ich erst im Kloster angefangen", sagt Frater Patrick, der nun in einer bewegenden Feier das Leben im Kloster gelobt hat.

Ein Tag eines Mönchs 5 Uhr erstes Stundengebet in der Kirche, 5.30 Uhr bis 6 Uhr: Jeder liest für sich in der heiligen Schrift, 6 Uhr Frühstück, 6.25 Uhr zweites Stundengebet, 7 Uhr Heilige Messe, 7.45 Uhr Stehkapitel - jeder informiert den anderen über den eigenen Tagesablauf, 8 Uhr bis 12 Uhr Arbeitszeit, 12 Uhr Mittagshore (Gebet), 12.30 bis 13 Uhr Mittagessen, anschließend wird gemeinsam in die Kirche gezogen und vor dem Marienaltar gebetet, dabei besonders für die Verstorbenen, 14 Uhr bis 16 Uhr Arbeit, dann gibt es Kaffee und Kuchen, außer in der Fastenzeit. Zwischen 16 Uhr und 17.30 Uhr wird in der heiligen Schrift gelesen oder eine geistliche Lektüre, 17.30 Uhr Vesper (Abendgebet), bis 18.30 Uhr Abendessen, bis 19 Uhr Rekreationszeit, 19 Uhr bis 19.20 Uhr letztes Stundengebet, dann stillschweigende Zeit.
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