Höchstadt
Plattform

Höchstadter Talente erobern die Bühne

Im Jugendzentrum in der Fortuna Kulturfabrik zeigten Nachwuchskünstler ihr Können. Dabei gab es vor allem Musik zu hören, aber auch eine Akrobatikgruppe und ein Tanzduo wagten einen Auftritt.
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Jugendpflegerin Julia Weiland (l.) probt seit drei Jahren regelmäßig mit den Zirkusmäusen. Foto: Mona Lisa Eigenfeld
Jugendpflegerin Julia Weiland (l.) probt seit drei Jahren regelmäßig mit den Zirkusmäusen. Foto: Mona Lisa Eigenfeld
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Ob Musik, Tanz oder Akrobatik: In Höchstadt und Umgebung gibt es vielversprechende Nachwuchstalente. Mit der "Stage for All" wurde jungen Künstlern verschiedenster Metiers nun eine Plattform gegeben, ihr Können der Öffentlichkeit zu präsentieren.
"Seit etwa fünf Jahren bieten wir diese Veranstaltung schon für eine ältere Zielgruppe an", berichtet Bernd Riehlein, Leiter der Fortuna Kulturfabrik. Im Jugendzentrum "Chill Out", das sich ebenfalls in deren Räumlichkeiten befindet, lockte man am Freitagabend erstmals Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahren auf die offene Bühne. Im Vorfeld angemeldet hatten sich hauptsächlich Bands und Solomusiker. "Das liegt vor allem daran, dass diese Auftritte auch ein gewisses Equipment und Vorbereitung erfordern", erklärt Riehlein, dessen 18-jährige Tochter Lola als Moderatorin charmant durch den Abend führte. Doch auch Spontandarbietungen waren ausdrücklich erwünscht.
Mächtig was auf die Ohren gab es bereits beim Auftakt mit der Coverrockband Trouble X. Die jungen Musiker feiern in diesen Tagen ihr drittes Bühnenjubiläum. "Hier hat für uns auch alles angefangen. Schon unseren ersten Auftritt hatten wir in der Kulturfabrik", erinnert sich "Band-Daddy" Wolfgang Köberlein an die Anfänge. Bei Rockklassikern wie "All right now" und "Beds are burning" stellte das junge Frauentrio um Frontsängerin Corinna Staudigel seine Stimmgewalt unter Beweis. Doch auch die Instrumentalpassagen der insgesamt sieben Künstler untermauerten die Professionalität und Vielseitigkeit dieser jungen Formation, die in ähnlicher Besetzung schon bei der "Musiggfabrigg" am Höchstadter Altstadtfest zu hören war.
Ebenfalls seit drei Jahren gibt es die Zirkusmäuse. Unter Leitung von Jugendpflegerin Julia Weiland proben sie regelmäßig in der Kulturfabrik und sind immer wieder auf der Suche nach Verstärkung. Bei der offenen Bühne zeigten die Mädchen akrobatische Figuren und sorgten abschließend mit einer sogenannten Poi-Show für einen echten Blickfang. Dabei schleuderten sie Schwinggeräte aus leuchtenden Schnüren mit einem Gewicht am Ende in Bahnen um ihre Körper, sodass leuchtende Kreisfiguren entstanden.
Spontan zu einer kleinen Darbietung ließ sich dann auch Jessica Bauer überreden. Sie hatte die Poi-Technik bei einem Zirkusprojekt in der Schule kennengelernt und konnte ebenfalls geschickt mit den Bändern umgehen.
Den Funken auf das Publikum überspringen ließen dann aber erst Gzim Jefkaj und sein jüngerer Bruder Bajrush. Das Tanzduo präsentierte eine gelungene Mischung aus Breakdance, Shuffle und Hip-Hop und riss die Zuschauer vom ersten Moment an sprichwörtlich vom Hocker. Sogar eine Zugabe wurde lautstark gefordert.
Ganz andere Töne schlug Anne Bierlein an, die gemeinsam mit ihrer Musiklehrerin Katja Bieberle am Akkordeon mit sogenannter Klezmermusik eine jüdische Volksmusikvariante anstimmte. Den Abschluss bildeten musikalische Soloauftritte von Talena Stark und Andi Pistol.
"Jeder soll die Zeit bekommen, die er eben braucht", beschreibt Bernd Riehlein das Konzept des Abends. Um zu verhindern, dass "sich jemand die Bühne zu eigen macht", wurde aber ein Rahmen von etwa drei Liedern pro Auftritt vereinbart.
Nach den ersten Interpreten lichteten sich die Zuschauerreihen, die überwiegend aus den Akteuren selbst und deren Familienangehörigen bestanden, jedoch bereits wieder. Alles in allem fällt das Resümee nach diesem "Pilotlauf" aber dennoch positiv aus. "Wir können uns durchaus vorstellen, das Ganze hier in dieser Form zu etablieren", sagt Riehlein. Persönlich würde er sich in Zukunft über Nachwuchskomödianten und Poetry-Slammer freuen. Vielleicht klappt es damit ja schon beim nächsten Mal.
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