Höchstadt
Karneval

Höchstadter Musiker erleben den Mardi Gras in New Orleans

Eine Blasmusik-Gruppe mit Musikern aus Höchstadt und dem Umland marschierte beim Mardi Gras in New Orleans mit und machten damit eine unvergessliche Erfahrung.
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Mardi Gras in New Orleans: Musiker aus Höchstadt waren dabei.  Foto: privat
Mardi Gras in New Orleans: Musiker aus Höchstadt waren dabei. Foto: privat
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"Es war der längste Umzug, den wir je gespielt haben", berichtet Gerhard Geuder aus New Orleans. Ganze vier Stunden, über 13 Kilometer, ist die Bläsergruppe, die der Leiter der Höchstadter Musikschule zusammengestellt hat, beim Mardi Gras mitmarschiert. Der traditionelle Karnevalsumzug in New Orleans ist eine Attraktion für tausende Touristen aus aller Welt. Die Stadt im Süden der USA gilt als "Wiege des Jazz". Für viele Musiker ist es ein Lebenstraum, beim Mardi Gras mitzumachen.

Geuder schätzt, dass es etwa 150 000 Zuschauer waren, die den Weg der Parade am Sonntagabend säumten. Ihre Formationen liefen die Bläsergruppe mit Musikern der Stadtkapelle, des Ensembles "Bloß Blech" und des "Musikvereins Zeitvertreib" aus Ulsenheim stilecht in Dirndl und Lederhose.


Auch musikalisch konzentrierte sich die Gruppe auf die Tradition: Den Amerikanern, die ja bei Deutschland vor allem an Bayern denken, präsentierte man klassische Blas- und Marschmusik.

Enthusiastische Amerikaner

Und der Exotenbonus der "Blasmusic German Style" kam gut an: "Fränkische Zurückhaltung war nicht angesagt. Am Ende waren wir sehr erschöpft, aber vollends begeistert über den Enthusiasmus der Amerikaner", sagt Geuder.

Die Parade dauerte bis in die Dämmerung an. Die teils sehr sportlichen Karnevalsgruppen tanzten glänzend und glitzernd unter dem Nachthimmel.

Hinter der Höchstadter Formation fuhr eine Konfettikanone, vom Wagen vor ihnen wurden Perlenketten verteilt, mit denen sich die Menschen schmückten. Die Musiker erlebten ein buntes Fest mit zahlreichen Jazzkapellen und temperamentvollen Trommlern, Bläsern und Cheerleaders.

"Die Amerikaner sind verrückt nach Musik", sagt der Trompeter Felix Saemann, mit 15 Jahren der Jüngste in der Gruppe.

Anstrengend und laut sei es gewesen. Aber das Erlebnis wolle er nicht mehr missen. Désirée Rudolph, die an der Querflöte für die hohen Töne sorgte, ist begeistert von der bunten Veranstaltung: "So viele Menschen, sowohl jung und alt, freundlich und offen. Es war einfach wunderbar."

Die Truppe um Dirigent Geu der hat schon viele Musikreisen in andere Länder mitgemacht. Die Stimmung beim Mardi Gras werde aber keiner der insgesamt 18 Musiker so schnell vergessen. "Rechts und links waren die Straßen vollgestanden - so etwas haben wir noch nie zuvor erlebt", schwärmt Geuder, der sich extra eine kleine Reise-Tuba beschafft hatte. Ein großes Instrument wäre mit Übergepäck im Flugzeug viel zu teuer gewesen.

Mit geschwächten Beinen und der ein oder anderen Blase am Fuß kehrten die Musiker nach ihrem Umzug ins Hotel zurück. Am Montag stand noch eine Parade in einer Nachbarstadt auf dem Plan. Im Anschluss machen die Musiker noch eine Woche Urlaub zusammen.

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