Klaus Wrobel war Anfang 20, als in seiner oberfränkischen Heimat ein Familienvater an Leukämie erkrankte. Wrobel folgte einem Aufruf zur Typisierung und zur Aufnahme seiner Blutdaten in die Knochenmarkspenderdatei. Dem kranken Familienvater in seiner Heimat konnte Wrobel zwar nicht helfen - jedoch einem anderen aus der Slowakei.

Am heutigen Mittwoch wird die Hauptstelle der Höchstadter Kreissparkasse zur Blutspendestation. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, sich ein paar Milliliter Blut für die Typisierung abnehmen zu lassen.


Vier Jahre lang nichts gehört



Klaus Wrobel ist 26 Jahre alt und Leiter der Sparkassen-Geschäftsstelle in Wachenroth. Seit seiner Stammzelltransplantation ist nun ein Jahr vergangen. Er sagt: "Ich würde es sofort wieder tun, denn ich habe dem Patienten eine Chance auf ein neues Leben geschenkt."

Nach der Blutentnahme damals hatte Klaus Wrobel lange nichts gehört. Vier Jahre lang. Dann kam eine E-Mail. "Ich war in einer groben Vorauswahl", sagt er. Weitere Blutuntersuchungen folgten. Und die Werte von Klaus Wrobel passten zu 100 Prozent zu denen des slowakischen Patienten - ein Familienvater, rund 50 Jahre alt. "Mehr durfte ich nicht wissen", erinnert sich Wrobel. Dann folgte der Termin für die Stammzellspende in einem Nürnberger Krankenhaus. "In der Klinik wurden mir an beiden Armen venöse Zugänge gelegt. Das Blut fließt von einem Arm durch einen so genannten Zellseparator und über einen zweiten Zug in meinen Körper zurück. Das ganze dauerte etwa vier Stunden. Eigentlich nicht mehr als eine längere Blutspende."

Zwei Tage lang ist Klaus Wrobel in seiner Firma ausgefallen. Für das Unternehmen war das kein Thema - im Gegenteil: Vorstandsvorsitzender Herbert Fiederling und die Gesundheitsbeauftragte Johanna Schmuck waren von so viel Mut und Engagement beeindruckt.


Rund 80 Mitarbeiter machen mit



So kam die Idee zustande, eine Typisierungsaktion in der Hauptstelle zu organisieren. Und weil gleichzeitig auch das "ganz normale Blutspenden" stattfindet, kann jeder Interessierte heute zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Den halben Liter Blut spenden und die paar Milliliter für die Typisierung gleichzeitig abzapfen lassen. Organisatorisch stehen das Bayerische Rote Kreuz und die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern zur Verfügung. "Rund 80 unserer Mitglieder haben sich spontan bereiterklärt, an der Aktion teilzunehmen", weiß Christine Popp von der Sparkasse. "Viele davon sind Erstspender." Rund 220 Mitarbeiter zählt das Unternehmen, einige davon sind bereits typisiert, andere könnten aus gesundheitlichen Gründen nicht Blut spenden, teilt sie mit.

Der Aufruf der Sparkasse geht aber nicht nur an die Mitarbeiter, sondern an alle Bürger: Zwischen 11 und 18 Uhr besteht die Möglichkeit, in der Sparkasse Blut zu spenden. Oder sich typisieren zu lassen. Oder beides gleichzeitig.

Der BRK-Kreisverband wird den praktischen Teil übernehmen und rund zehn Liegen aufstellen. Anschließend gibt es - wie beim Blutspenden üblich - eine kleine Stärkung. Der Schalter ist zwar ab 12.30 Uhr geschlossen, Blutspender erhalten aber natürlich Einlass. Klaus Wrobel weiß, dass die Übertragung seiner Stammzellen erfolgreich war. Weitere Informationen über seinen "genetischen Zwilling" hat er jedoch nicht.