Höchstadt
Jubiläum

Höchstadter Christuskirche erklingt

Das Höchstadter Gotteshaus wurde vor 50 Jahren eingeweiht. Ein feierlicher Gottesdienst, gemeinsames Singen und eine Modenschau gehörten zum Festprogramm.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Chor der Christuskirche sang zum Jubiläum.  Fotos: Dieter Gropp
Der Chor der Christuskirche sang zum Jubiläum. Fotos: Dieter Gropp
+20 Bilder
Die evangelischen Gläubigen Höchstadts feierten am Wochenende das 50. Jubiläum der Einweihung ihrer Christuskirche.
Höhepunkt war der Festgottesdienst am Sonntagvormittag. Die zahlreichen anderen Veranstaltungen dieser drei Festtage standen jedoch in ihrer Qualität, Lebensfreude und künstlerischen Aussagekraft diesem Festgottesdienst in keiner Weise nach.

Nach einem festlichen Einzug der Kirchen-Vertreter - neben den örtlichen Pfarrern Fritz Schäfer und Gottfried Schlee waren auch Dekan Otfried Sperl, Pfarrer Martin Müller aus der evangelischen Mutterkirche Lonnerstadt, Pfarrer Eckhard Gebser aus der Partnergemeinde Ivenack in Mecklenburg und ehemalige Pfarrer gekommen - unter den Klängen des Posaunenchores begann ein ganz besonderer Gottesdienst.

Pfarrer Schäfer stellte eigangs fest, dass die evangelische Kirche in Höchstadt angekommen sei.
Erwartungsvolle Spannung wurde spürbar, als Kirchenchor und Orchester Aufstellung nahmen, um das Werk erneut aufzuführen, das zwei Jahre nach Vollendung des Kirchenneubaus am 2.Weihnachtstag des Jahres 1965 hier schon einmal erklang: die Kantate "Alles, was ihr tut" von Dietrich Buxtehude. Damals wagte sich Manfred Müller mit dem neu gebildete Kirchenchor mit nur 25 Sängerinnen und Sängern an dieses anspruchsvolle Werk - im Orchester nur sechs Streicher. Den gesamten Gesangspart musste der Chor damals allein bewältigen, ohne Solisten. Die fehlten noch.

Am Sonntag standen vor dem Altar mittlerweile wesentlich mehr und von dem Chorleiterehepaar Irina und Gabriel Konjaev gut ausgebildete Sängerinnen und Sänger. Die Einstudierung der gesamten Kantate lag in den Händen des in Höchstadt geschätzten Klaus-Dieter Stolper, und die Choreinstudierung erfolgte durch Gabriel Konjaev, der auch das Basso continuo spielte. Stolper führte Kammerorchester, Solisten und Chor zur musikalischen Höchstleistung. Dieses Kammerorchester setzt sich aus erfahrenen Instrumentalisten zusammen, die allesamt aus der Christuskirche hervorgegangen sind.

Applaus für Leidenschaft

Das barocke Buxtehude-Werk wirkte überhaupt nicht starr und mechanisch. Aus der Einstudierung sprach eine bewundernswerte Leidenschaft. Die Anwesenden applaudierten stürmisch und lang anhaltend.
Die hervorragende Ensembleleistung würdigte auch Dekan Otfried Sperl in seiner Festansprache. Er verwies darauf, was sich allein musikalisch in der evangangelischen Gemeinde entwickelt hat und sprach seinen Dank aus für diese ausgezeichnete, künstlerische Leistung. Andererseits hob der Redner auch das soziale Engagement der in der Gemeinde tätigen Gläubigen hervor.

Landrat Eberhard Irlinger (SPD9 erinnerte in seinem Grußwort an die Rolle der Christuskirche einst als Zufluchtsstätte für ausländische Flüchtlinge. Er rief auf zu mehr Verständnis für die Menschen anderer Nationen. Diese kämen voller Hoffnung in unser Land, um aller Not und allem Elend zu entfliehen und sich hier bei uns eine neue Existenz aufzubauen.

Zuvor hatte Stefan Müller sich gewünscht, dass er den Plenarsaal im Bundestag einmal so gefüllt erleben möchte, wie es die Christuskirche bei diesem Gottesdienst war.
Nachdem am Vortag schon glanzvolle kulturelle Höhepunkte gesetzt worden waren - am Nachmittag begeisterten Kindergarten und Kinderchor - gipfelte der Abend mit einem mitreißenden, glanzvollen Konzert jener evangelischen Künstler Höchstadts, die tags darauf die Buxtehude-Kantate darboten .

Die Kleinsten wirkten mit

Der Sonntagnachmittag war verschiedensten Highlights im Kirchengelände vorbehalten, Bei Speisen und Trank war zu Gesprächen Gelegenheit. Es gab eine Modenschau, gestaltet vom Personal und den kleinen Knirpsen des evangelischen Paul-Gerhardt-Kindergartens und liebevoll einstudiert von Helga Schober-Stummer.
Eine Kirchenführung von Gerhard Constien, besonders zu den künstlerischen Aspekten der Kirche, ging über in eine Orgelführung. Gabriel Konjaev gab einen Einblick in die Geheimnisse dieser "Königin der Musikinstrumente". Er erklärte verschiedene Orgelarten, ließ die Teilnehmer einen Blick in das mechanische Innere der Orgel werfen und verzauberte mit der brillant gespielten Toccata und Fuge d-Moll von Johann Sebastian Bach.
Die erlebnisreichen Tage des 50. Jubiläums der Christuskirche klangen aus mit einem "offenem Singen" von Kirchenliedern, am Klavier begleitet von Klaus-Dieter Stolper. Dabei kamen die Worte von Landrat Irlinger nochmals in den Sinn, die Kirchenarbeit aufzulockern und viel miteinander zu singen, vom Kirchenlied über Volks- und Musicalmelodien bis hin zu Gospels. Dieter Gropp

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren