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Höchstadt a. d. Aisch
Medikamente

Höchstadter Apotheken haben ein Auge auf Wechselwirkungen

Tabletten sind ein zentraler Bestandteil der Medizin. Doch die Gefahr von Wechselwirkungen ist hoch. Die Höchstadter Apotheker helfen, sie zu vermeiden.
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Die Erfahrung der Apotheker, wie Rainer Reck von der Kapuziner-Apotheke, ist ein wichtiger Faktor bei der richtigen Medikation. Foto: Jann Weckel
Die Erfahrung der Apotheker, wie Rainer Reck von der Kapuziner-Apotheke, ist ein wichtiger Faktor bei der richtigen Medikation. Foto: Jann Weckel
Mal sind sie rot, mal blau oder weiß. Manche sind groß, andere kleiner. Rund, länglich, mit Schutzfilm oder ohne. Und damit nicht genug: Die einen am Morgen, die anderen am Abend. Aber von dieser nur eine halbe! Oder doch nicht? Und habe ich diese Sorte heute eigentlich schon genommen?

Wenn der Körper nicht von alleine so arbeitet, wie er soll, dann kommen Tabletten ins Spiel. Sie können viel in die richtigen Bahnen lenken, wenn sie denn richtig eingenommen werden. Doch den Überblick zu behalten, ist nur die eine Sache: Manche Medikamente wirken eigentlich einwandfrei, werden in der Kombination aber zum gefährlichen Cocktail.

Die AOK Bayern bietet deshalb derzeit im Rahmen einer Informationskampagne an, den örtlichen Apotheker einen Blick auf den eigenen Medikationsplan werfen zu lassen. Mit dabei ist auch die Höchstadter Kapuziner-Apotheke mit Inhaber Rainer Reck.


Plan dank Gesetz

Um gesundheitlichen Folgen durch sogenannte Arzneimittel-Wechselwirkungen vorzubeugen, ist seit Oktober 2016 der Medikationsplan verpflichtend. Jeder Patient, der gleichzeitig drei oder mehr vom Arzt verordnete Medikamente einnimmt, muss vom zuständigen Arzt damit ausgestattet werden.

Dort sind wichtige Angaben zu den Präparaten aufgeführt: Name, Wirkstoff und Wirkstärke, die Art und Häufigkeit der Einnahme und der Grund für die Medikation gehören dazu. Neben rezeptpflichtigen Arzneimitteln sollten auch frei verkäufliche Medikamente, die darüber hinaus eingenommen werden, auf dem Plan stehen. Weitere Pflichtangaben sind außerdem das Datum der Ausstellung, Name und Geburtsdatum des Patienten und die Kontaktdaten des ausstellenden Arztes.

Dieser ist natürlich als Erster in der Pflicht, wenn es darum geht, Wechselwirkungen zu vermeiden. Viele Menschen besuchen allerdings neben ihrem Hausarzt auch verschiedene Fachärzte. Das erhöht die Gefahr, dass doch einmal miteinander unverträgliche Medikamente auf dem Plan landen.


Medikationspläne fehlerhaft

Rainer Reck ist schon über fehlerhafte Medikationspläne gestolpert: "Das passiert schon ab und zu mal, dass man da verschiedene Fehler findet." Dabei muss es aber gar nicht zwingend um Wechselwirkungen gehen. Dass zwei Tabletten mit der selben Wirkung genommen werden, sei auch keine Seltenheit: "Oft schreiben die Krankenkassen im Laufe der Zeit mal ein anderes Präparat vor. Dann kommt es schon einmal vor, dass zum Beispiel ein Diabetiker sein Medikament doppelt nimmt, weil er sich nur an den Packungsfarben orientiert hat und dann durcheinander kommt", erklärt Reck.

In den Apotheken tut man mittlerweile viel dafür, damit so etwas gar nicht erst passiert. Eine Software zeigt für jedes Medikament alle potenziell kritischen Kombinationen mit anderen Präparaten an. Werden mehrere Medikamente gleichzeitig gekauft und an der Kasse eingescannt, werden diese ebenfalls sofort untereinander verglichen. "Wir haben auch Kundenkarten, wo dann alle Medikamente, die der Kunde bei uns gekauft hat, vermerkt sind", erklärt Reck. Auch diese werden dann nach möglichen Problemen durchforstet.


Nicht auf Krankenkassenkarte

Doch so richtig rund ist auch dieses System nicht: "Besser wäre es, wenn das alles auf der Krankenkassenkarte vermerkt wäre", sagt Reck. Denn wenn jemand keine Kundenkarte hat, oder nicht nur in einer Apotheke einkauft, fehlen Medikamente auf der Liste. "Bei der Bank können Sie mit ihrer Karte alle Kontobewegungen einsehen. Mit der Krankenkassenkarte geht das nicht. Eigentlich ungewöhnlich in der heutigen Zeit", so Reck. Doch Abhilfe naht: Der Gesetzgeber hat beschlossen, dass genau das ab 2018 der Fall sein soll.

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