Höchstadt a. d. Aisch

Höchstadt organisiert Busshuttle für Senioren

Ab dem Frühjahr rollt in und um Höchstadt ein "Senioren-Shuttle". Die Stadt bekommt das Auto mit Elektroantrieb gestiftet. Einen Fahrplan gibt es bereits.
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Ab dem Frühjahr rollt in und um Höchstadt ein "Senioren-Shuttle". Die Stadt bekommt das Auto mit Elektroantrieb gestiftet. Einen Fahrplan gibt es bereits. Foto: Nissan
Ab dem Frühjahr rollt in und um Höchstadt ein "Senioren-Shuttle". Die Stadt bekommt das Auto mit Elektroantrieb gestiftet. Einen Fahrplan gibt es bereits. Foto: Nissan
Weisendorf bietet ihn ab Januar an, nun zieht Höchstadt nach. Ab dem kommenden Frühjahr wird auch an der Aisch ein Bus speziell für Senioren verkehren.

Geplant ist ein "Senioren-Shuttle", das zu Kernzeiten alle 23 Höchstadter Ortsteile anfahren wird. Der Bus soll täglich, außer mittwochs, feste Strecken fahren. Geplant sind fünf Routen. Zudem soll es möglich sein, den Bus telefonisch zu rufen, wenn sich Gruppen zusammentun.

Maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Projekt - entworfen von Sandra Schuster im Stadtmarketing - umgesetzt werden kann, ist die Anneliese-Knobelspieß-Stiftung. Denn diese bezahlt der Stadt ein nagelneues Auto.


E-Auto für 43.000 Euro

Herbert Fiederling, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Höchstadt, stellte als Vertreter der Stiftung den Stadträten die Idee vor. "Es ist seit langem der Wunsch, ein Angebot für Senioren zu schaffen, mobiler zu werden", sagt Fiederling. Da man zukunftsweisend sein wolle und die Stadt neben dem Rathaus jüngst eine neue Ladestation für E-Autos installiert hat, habe man sich für ein Elektrofahrzeug entschieden. Rund 43.000 Euro kostet der Nissan e-NV200, den man der Stadt spenden wird. Er verfügt über zwei Schiebetüren sowie über eine Rollstuhl-Rampe am Heck.


Sieben Sitze und eine Rampe

Es handelt sich um einen Siebensitzer. Er kann noch mit dem normalen Führerschein gefahren werden. Fahrer sollen nach dem Plan der Stadt künftig Ehrenamtliche und der städtische Fahrer sein. Bürgermeister Gerald Brehm (JL) bedankte sich bei Fiederling. "Die Stiftung ist stark im Einsatz für die Senioren." Auch Michael Ulbrich (JL) spricht von einem "wunderbaren Projekt."


Stadt unterhält den Service

Der Stadtrat hat das Projekt einstimmig befürwortet. Da die Stadt die laufenden Kosten wie Unterhalt, Versicherung und den Strom sowie die Organisation des Fahrdienstes übernehmen wird, haben die Räte zuvor noch einmal einige Aspekte abgewogen.


Gab es schon einmal

Jeanette Exner (JL) erinnerte daran, dass es schon einmal einen Bürgerbus gab. Das Projekt sei im Sand verlaufen, weil sich keiner richtig verantwortlich gefühlt habe. Das müsse nun anders werden. Dem stimmte auch Fiederling zu: "Es ist wichtig, dass ein Plan da ist und es wirklich genutzt wird."

Andreas Hänjes (SPD) gab zu bedenken, dass man in direkte Konkurrenz mit den Taxiunternehmen vor Ort trete. Grundsätzlich sei er jedoch dafür, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, vor allem für die Ortsteile.

Das Konzept solle nicht nur für Senioren gelten, forderte Alexander Schulz (CSU). "Wir brauchen einen Bürgerbus für die ganze Bevölkerung, auch für Jugendliche und Kinder."

Schulz nutzte die Gelegenheit, um zu betonen, dass die CSU bereits 2014 einen solchen Busverkehr vorgeschlagen habe. "Der Vorschlag kam schon von vielen Seiten. Leider ist das bisher nicht behandelt worden."
"Aus dem Alter bin ich raus, dass ich frage, wer wann welchen Antrag gestellt hat", entgegnete Brehm. Ein Stadtbus für alle Bürger sei durchaus eine Idee, allerdings könne man darüber erst sinnvoll reden, wenn die Aischbrücke fertig ist. Nun freue man sich erst einmal über den Senioren-Flitzer.

Geplante Haltestellen des "Senioren-Shuttle"
Route Höchstadt-Süd: Start am Marktplatz, über Franzensbader Straße, Lerchenstraße, Marienbader Straße, Inastraße, Endpunkt wieder am Marktplatz.

Haltestellen sind Bechhofener Weg, Meisen-Straße, bei der Grundschule, Nähe Post und am Marktplatz.

Südroute 1: Mohrhof Richtung Biengarten, Ailersbach, Schwarzenbach, Lappach, Groß- und Kleinneuses. Haltestellen sind Mohrhof, Biengarten, Feuerwehr in Ailersbach, in Schwarzenbach Nähe Post, gegenüber vom Jesuskreuz in Lappach, Bundesstraße Großneuses, Kleinneuses Mitte, Marktplatz Höchstadt.

Südroute 2: Die 2. Südroute beginnt in Weidendorf und endet am Marktplatz Höchstadt. Haltestellen sind in Weidendorf Hauptstraße, Sterpersdorf Ortsmitte, Greiendorf Ortsmitte, Greienmühle, Marktplatz Höchstadt.

Nordroute 1: Sie beginnt in Jungenhofen und führt über Zentbechhofen, Greuth, Bösenbechhofen, Saltendorf und endet in Höchstadt am Marktplatz. Die Haltestellen sind in Jungenhofen (an der Kapelle), in Zentbechhofen Höchstadter Straße (bei der Brauerei), Förtschwind bei der Kapelle, Bösenbechhofen beim Jesuskreuz, Saltendorf Ortsmitte (am Weiher), Höchstadt am Marktplatz.

Nordroute 2: Medbach, Kieferndorf, Etzelskirchen und Nackendorf. Das Ziel: Marktplatz Höchstadt. Haltestellen sind die Hauptstraße in Medbach, Kieferndorf am Weiher, Etzelskirchen (Schule), Nackendorf (Kapelle), Marktplatz Höchstadt . Quelle: Stadt

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