Höchstadt a. d. Aisch
Partnerschaft

Höchstadt ganz in russischem Flair

Tausende von Besucher feierten am Samstagabend zehn Jahre Freundschaft zwischen Krasnogorsk und der Perle des Aischgrunds. In der Russischen Nacht in Höchstadt gab es zwischen Marktplatz und Schlosshof fast kein Durchkommen mehr
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Die Band Apparatschik sorgte auf dem Höchstadter Marktplatz für russisches Flair. alle Fotos: Evi Seeger
Die Band Apparatschik sorgte auf dem Höchstadter Marktplatz für russisches Flair. alle Fotos: Evi Seeger
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Ein Band spannte sich über den Marktplatz. Profi-Slacklinerin Faith Dickey vollbrachte in luftiger Höhe - bestaunt von einer riesigen Menschenmenge - ihre Kunststücke. Ein weiteres Band zog sich quer durch Höchstadt: Das Band der Freundschaft, das die Stadt mit ihren Partnerstädten verbindet.

Mit einer Russischen Nacht feierten die Aischgründer am Wochenende das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft mit Krasnogorsk. Auch aus den Partnerstädten Castlebar und Kranichfeld waren Gäste angereist. Internationales Flair, das der Perle im Aischgrund gut zu Gesicht stand.

Da zeigte sich, dass fränkische Bratwürste durchaus mit russischem Wodka "gehen", dass russische Piroschki (mit Hack, Pilzen und Weißkraut gefüllte Teigtaschen) und Höchstadter Bier eine runde Sache sein können.
Mit "harten Sachen" wurden Bürgermeister Gerald Brehm (JL) und Unternehmer Adolf Wedel gleich bei der Eröffnung konfrontiert: Eine Tänzerin der russischen Folkloregruppe reichte den beiden einen Begrüßungstrunk. Wie viele ausländische Besucher in der Stadt weilten, wussten auch die Organisatoren nicht zu sagen. Offizielle Gäste waren es vielleicht 40, schätzte Brehm. Die tatsächliche Zahl dürfte weit darüber liegen, da viele Freunde sich privat besuchen.

Richtig krachen ließen es die Höchstadter bei ihrer russischen Nacht. Kanonenschläge leiteten den Abend ein, der eine Vielzahl von Attraktionen für die Besucher parat hatte. Als erste hatten die Chorklassen des Gymnasiums unter Leitung von Maria Kaufmann ihren Auftritt. Ein Lied der Freundschaft stimmten sie an - auf Deutsch und auf Russisch.

Seiltänzerin ein Highlight

"Ich bin stolz auf euch", rief Bürgermeister Brehm seinen Höchstadtern zu, die zu Tausenden die Altstadt füllten. Initialzündung für die Städtepartnerschaft war vor Jahren eine Unternehmenspartnerschaft der Firma Martin Bauer und später eine Schulpartnerschaft. Die Kontakte auf offizieller wie auch auf menschlicher Ebene weiterzuentwickeln, sei das Ziel, sagte Victor Kruglikov, Krasnogorsks Bürgermeister, in sehr gutem Deutsch. "Delighted" zeigte sich der Vertreter der irischen Delegation über die Höchstadter, die Atmosphäre und das Wetter.
Ein Highlight war natürlich die von der Sparkasse gesponserte Seiltänzerin - wie man früher diese Akrobaten nannte. Die Folkloregruppe Swonzy aus Krasnogorsk war in ihren farbenprächtigen Kleidern und dem herrlichem Kopfputz eine Augenweide. "Apparatschik", eine Gruppe aus Berlin, ließ mit Balalaika, Schlagzeug, Akkordeon und einer riesigen Kontrabass-Balalaika russische Weisen über den Platz wehen.

Indes traten Pfarrer Fritz Schäfer und Stefan Wissner mit dem Chor der evangelischen Kirche vor den Bewohnern des Seniorenheimes auf. Im Schlosshof unterhielt die "Musiggfabrigg" mit populärer Musik ein Publikum, dem der Rhythmus in die Beine ging. Sie wurde später durch Russkaja, einer Band mit vielen Stilrichtungen, abgelöst.

In den Abendstunden war in der Höchstadter Innenstadt kaum noch ein Durchkommen. Entlang der Straßen konnte man russische Spezialitäten verkosten. Handarbeiten, russisches Kunstgewerbe und Bernsteinschmuck wurden angeboten. Schlangen bildeten sich an den Getränkeausgaben. Ein kühlender Longdrink auf Eis war bei den tropischen Temperaturen genau das richtige. Einen höllischen Job machten die Männer vom Ski-Club. Bei gefühlten 40 Grad brieten sie stundenlang Bratwürste am offenen Feuer.
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