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Herzogenaurach
Benefiz

Herzogenauracher lassen sinnfreie Präsente versteigern

Ungeliebte Weihnachtsgeschenke kamen für den guten Zweck unter den Hammer. Die Herzogenauracher Tafel freut sich über die Spenden und die Bieter mehr oder weniger über ihre "Schnäppchen".
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Über ihren neuen Design-Tischventilator musste Andrea Gaal herzlich lachen. Foto: Richard Sänger
Über ihren neuen Design-Tischventilator musste Andrea Gaal herzlich lachen. Foto: Richard Sänger
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Zu groß, zu klein, zu bunt, kitschig oder einfach nicht das Richtige? Zum Weihnachtsfest scheinen auch Pleiten, Pech und Pannen dazuzugehören. Viele Geschenke kommen bei den Beschenkten überhaupt nicht gut an. Die bringen dann die sinnfreien Weihnachtspräsente oder andere Ausrutscher des Geschenkewahnsinns für eine "zweite Chance" in den Ratskeller.
Die in Weihnachtspapier verpackten Päckchen und Pakete oder zugetackerten Weihnachtstüten wurden vorher nicht geöffnet und der Ersteigerer erlebte zur Gaudi der neugierigen und schadenfrohen Gäste manche Überraschung. So wird es wohl für immer ein Geheimnis bleiben, warum aus einem "Weihnachtspäckchen" eine Gummibrust und ein Gummipenis zum Vorschein kamen. So hielt Claudia Belzer immer mal wieder ein Geschenk oder einen verpackten Kalender "für Männer" hoch und rief "das würde doch zu deiner Gummibrust passen" oder sie bat die anwesenden Männer, bei einer Handtasche doch ihre Frau nicht zu vergessen, schließlich rücke auch der Muttertag immer näher.


Für acht Euro

Die Auktionatorin zitierte auch ungeniert aus einem Buch mit Sex-Witzen und machte neugierig auf mehr. "Der Mann von heute sollte solche Witze kennen", warb sie um Gebote und schließlich ging das Büchlein für acht Euro weg. Nach einigem Hin und Her wurde Belzer für zehn Euro auch eine Tanne los, die sie noch schnell mit Süßigkeiten behängte. Die Versteigerung und das Geschachere um die ungeliebten Geschenke bei Bea Wirth im Ratskeller haben inzwischen Kultstatus erreicht und dafür sorgt Claudia Belzer mit dem Fleischklopfer.
"Wir werden immer bekannter, nette Geschenke, Beschenkte und Interessenten kamen heute sogar aus Höchstadt und darüber hinaus, also noch hinter den feindlichen Linien", rief Claudia Belzer bei ihrer Begrüßung im völlig überfüllten Ratskeller.
Der Charme der hauptberuflichen Lehrerin ist wohl mit ein Grund, dass die Veranstaltung immer ein voller Erfolg ist.


Über 60 Präsente

Mit flotten Sprüchen und viel Überredungskunst, Fleischklopfer und Schneidbrett hinter ihrem Pult, brachte die Auktionatorin über 60 Geschenke an den Mann respektive an die Frau. So gab es bei jedem Artikel viel Gaudi, so besonders bei den Überraschungspäckchen, also den noch in Weihnachtspapier verpackten Geschenken, die dann ausgewickelt werden mussten.
Die Interessenten durften erst fühlen und schütteln, schließlich wechselte bei "zum Dritten" und dem Schlag aufs Holzbrett das Päckchen den Besitzer.
Wenn die Gebote etwas zäh kamen, dann griff die Wirtin ins Geschehen ein, "ich lege drauf ..." und es gab eben einen oder mehrere Drinks dazu. Dass dann manchmal die "draufgelegten" Getränke mit der Gebotssumme nahezu gleich ziehen, gehört zum Reiz der Veranstaltung. "Ihr macht mich kaputt", meinte die Wirtin, wenn ein Tisch sein Gebot mit der Forderung nach einem weiteren Getränk verband.


Kein Rückgaberecht

"Der arme aufklappbare Weihnachtsengel ist völlig frustriert, denn er wurde schon letztes Jahr versteigert", erklärte Belzer und warnte den neuen Besitzer davor, den Engel in einem Jahr wieder abzugeben.
Richtige "Schnäppchen" allerdings waren eher nicht zu finden,sondern lagen im Auge des neuen Besitzers. Aber darauf kam es ja nicht an, der Spaß stand im Vordergrund - und der Erlös kommt der Herzogenauracher Tafel zugute.


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