Herzogenaurach
Kirche

Herzogenauracher begehen den Festtag des hl. Sebastian

Im Gedenken an den heiligen Sebastian forderte Pfarrer Stefan Alexander die Christen dazu auf, den Glauben vorbildlich zu leben. Die Herzogenauracher feierten ihren Stadtpatron mit einem Gottesdienst und einer Prozession.
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Mit der Statue des heiligen Sebastin ging es durch die Stadt. Fotos: Manfred Welker
Mit der Statue des heiligen Sebastin ging es durch die Stadt. Fotos: Manfred Welker
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Stefan Alexander ist seit 2009 Pfarrer der Kirchengemeinde St. Otto in Lauf an der Pegnitz. Von 1999 bis 2001 war er Kaplan in Herzogenaurach, und genau dorthin war er am Sonntag zurückgekehrt, um den Festtag des Stadtpatrons, des heiligen Sebastian, zu begehen. Er zelebrierte, unterstützt von Stadtpfarrer Helmut Hetzel, von Pfarrer Franz Dittrich, den Patres Vincent Chettiar und Sebastian Watzek, Diakon Hans Scherbaum sowie 25 Ministranten den Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena.

In seiner Predigt vor zahlreichen Gläubigen nahm Stefan Alexander auf die Vita des Heiligen Bezug. Der heilige Sebastian bekannte sich der Überlieferung nach als Offizier vor dem römischen Kaiser Diokletian zu seinem christlichen Glauben und sollte dafür durch Bogenschützen sterben. Er überlebte die Exekution und wurde durch Irene wieder gesund gepflegt. Kaum genesen, trat er wiederum vor den Kaiser. "Er konnte nicht schweigen", erzählte Pfarrer Alexander. Dafür wurde Sebastian erschlagen und in einer Katakombe an der Via Appia begraben.

"Der Heilige Sebastian hat Rede und Antwort gestanden für die Hoffnung, die der Glaube gibt", sagte Alexander. Es habe noch nie so viele Opfer unter den Christen gegeben wie im 20. Jahrhundert, etwa im Nationalsozialismus und im Kommunismus.

Die besondere Hochachtung des Pestpatrons Sebastian in Herzogenaurach geht auf eine Epidemie im Jahr 1496 zurück. Die Bevölkerung nahm in ihrer Not Zuflucht zu ihm und gründete eine Bruderschaft, die über Jahrhunderte Bestand hatte. Pfarrer Franz Rathgeber belebte die Bruderschaft im Jahr 1936 wieder, als christlichen Widerstand gegen das NS-Regime. Rathgeber habe die christliche Botschaft verkündet, ganz egal ob gelegen oder ungelegen.

Auch heute noch würden Christen diffamiert, ausgegrenzt und verfolgt. Der Sudan, Ägypten oder Äthiopien seien nur einige Beispiele für viele. "Ist das nicht weit weg von uns?", würden sich viele fragen. Denn im westlichen Kulturkeis sei kaum jemand gefährdet. Wer kämpferisch gegen den Glauben vorgehe, der nehme ihn zumindest ernst. Eine größere Gefahr in unserer Zeit sei dagegen, dass der Glaube keine Rolle mehr spiele. Das Desinteresse und die Gleichgültigkeit wären Zeugnisse dafür.

Daher müssten die Christen Zeugnis geben von dem Glauben, der sie trägt. Denn Jesus rufe uns zu: "Fürchtet euch nicht!" Gefragt seien keine spektakulären Aktionen, sondern die Tatsache, den Glauben vorbildlich zu leben, wo man steht, in der Familie und in der Öffentlichkeit. Pfarrer Alexander rief die Gläubigen dazu auf, authentisch zu sein und so zu leben, wie sie es auch von anderen fordern würden. "So leben, dass das Leben bereits die Antwort ist" sei die Devise. "Hier und heute, in unserer Welt und in unserer Zeit, sollen wir Zeugnis ablegen", beendete Stefan Alexander seine Predigt.

Im Anschluss an die Messfeier bewegte sich eine Lichterprozession durch die Stadt. Flankiert von Leuchtern und Fahnen führte das von Hans Kolb getragene Kreuz die Prozession an, gefolgt von Fahnen und Abordnungen der Kolpingsfamilie und der KAB. Die Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach begleitete das Allerheiligste und die Statue des Hl. Sebastian, der von Mitgliedern der Kolpingsfamilie getragen wurde. Daran schlossen sich Vertreter des Pfarrgemeinderates, der Kirchenverwaltung und der Stadt sowie Gläubige an. Die Prozession wurde durch Vorbeter und die Orgel der Stadtpfarrkirche über Lautsprecher begleitet.

Zum Abschluss nahmen die Gläubigen an einer eucharistischen Andacht in der Stadtpfarrkirche teil. Für die musikalische Umrahmung der Feier zeichneten Toni Rotter an der Orgel sowie Uta Hacker mit Lucia, Kilian und Nicole an den Streichinstrumenten verantwortlich. Solist an der Flöte war Jonas Herber.
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