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Herzogenaurach
Ehrenamt

Herzogenauracher Schülerlotsen: Jung und pflichtbewusst

104 Schülerlotsen und 37 Schulweghelfer tun in Herzogenaurach freiwillig Dienst. Mit einer Feier dankten ihnen Stadt, Polizei,Verkehrswacht und Schulen.
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Abschließend gab's Gutscheine: Lehrerin Andrea Zurawski mit Lotsen der Realschule  Fotos: Bernhard Panzer
Abschließend gab's Gutscheine: Lehrerin Andrea Zurawski mit Lotsen der Realschule Fotos: Bernhard Panzer
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Wenn junge Menschen freiwillig früher aufstehen, sich bei Wind und Wetter an die Straße stellen und dann auch noch konzentriert aufpassen, dass ihre Mitschüler unbeschadet zur Schule kommen, dann ist das einen entsprechenden Lohn wert. Diesen erhielten die Herzogenauracher Schülerlotsen am Freitagvormittag in Form einer Feier. Sie wurden zum Essen eingeladen und Einkaufsgutscheine im Wert von 3000 Euro gab's oben drauf.

Aber auch an Lob wurde nicht gespart. So dankten Polizei, Schulen, Stadt und Verkehrswacht für diese engagierte ehrenamtliche Aufgabe. Es sei sehr pflichtbewusst, wenn die Jugendlichen diese Verantwortung für die kleineren Schüler übernehmen, sagte Bürgermeister German Hacker.


3500 Schüler in Herzogenaurach

Vor allem für die Schulanfänger sei die Unterstützung auf dem Schulweg sehr wichtig. In den Herzogenauracher Straßen sorgen 104 Schülerlotsen und 37 Schulweghelfer für die Sicherheit von rund 3500 Schülern, sagte der Bürgermeister. Im Stadtgebiet gibt es acht gesicherte Übergänge, in den Ortsteilen weitere drei.

55 000 Schülerlotsen verrichten in Deutschland ihren Dienst, mehr als jeder Zweite (30 000) tut das in Bayern. Das sagte Wolfgang Gerstberger von der Gebietsverkehrswacht Herzogenaurach. Der Schulweg sei an sich nicht gefährlich, aber er berge Gefahren. Meistens kommen diese laut Gerstberger von anderen Verkehrsteilnehmern, weil sie abgelenkt sind.


Stress unter Autofahrern

Oder unter Stress stehen, wie Bürgermeister Hacker zuvor festgestellt hatte. Er sagte, dass die Zahl der Einpendler allein in diesem Jahr um 1100 gestiegen sei. Das bedeute, dass auch viel mehr Autos ihren Weg durch die voll gestopften Straßen suchen. Dieser Stress der Autofahrer mache es aber nicht ungefährlicher für die Lotsen. "Gott sei dank ist wenig passiert."

Das bestätigte Polizeihauptkommissar Norbert Wetz. 2015 hatte man einen einzigen Schulwegunfall zu verzeichnen, im laufenden Jahr seien es drei. Einmal stieß ein Zwölfjähriger aus Eigenverschulden gegen einen Bus, ein gleichaltriges Mädchen fuhr mit dem Fahrrad auf ein haltendes Auto auf und ein drittes Kind wurde auf dem Radweg von einem Auto übersehen. Es waren also allesamt Unfälle, die sich nicht dort ereigneten, wo Schülerlotsen sicherten. "Ohne Euch wäre wohl mehr passiert." Die Arbeit der Lotsen in Herzogenaurach bezeichnete Wetz als wunderbar.

Die Feier wurde im Festsaal des Liebfrauenhauses abgehalten. Schulleiter Michael Richter äußerte sich froh über diese Tatsache, zumal es an seiner Schule nicht so einfach sei, Schülerlotsen zu haben. Denn die meisten Schüler kämen von außerhalb und so würde der Dienst am frühen Morgen doppelt erschwert. "Aber es geht weiter", freute sich Richter und attestierte den Schulweghelfern: "Ihr habt den schwersten Job. Auch bei der Gestaltung der Feier waren die Liebfrauenhaus-Schüler aktiv: Samuel Dellermann und Mark-Oliver Schreiter übernahmen die Moderation, die Mittelstufen-Band, der Grundschulchor sowie die dritten und vierten Klassen sangen und spielten.

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