Herzogenaurach
Konzerte

Herzogenauracher Musikschule begeht den Musikschultag

Zwei Chöre der Herzogenauracher Musikschule unterhielten die Bewohner des Seniorenheims Liebfrauenhaus. Zum deutschen Musikschultag wurde außerdem für Kinder "Das verrückte Pianoforte" aufgeführt.
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Jan und Karl begeisterten als Duo die Senioren. Foto: Richard Sänger
Jan und Karl begeisterten als Duo die Senioren. Foto: Richard Sänger
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Die Straßenmusikanten, die den deutschen Musikschultag am Samstagvormittag in der Herzogenauracher Innenstadt mit Auftritten unter freiem Himmel begehen wollten, mussten wegen des schlechten Wetters ihre Instrumente im Koffer lassen. Gefeiert wurde der Tag trotzdem, denn unter anderem war Musikschulleiterin Margit Denk mit dem Jazzchor und dem Vokalensemble im Liebfrauenhaus zu Gast und bereitete den Altenheimbewohnern bei einem offenen Singen einen unvergesslich Vormittag.

Die Besucher hatten nämlich Lieder dabei, die bei den Senioren so manche Erinnerungen an ihre Jugendzeit wach werden ließen, Lieder eben, die heutzutage nur noch selten gesungen werden. Schon als Margit Denk die ersten Klaviertakte erklingen ließ, huschte so manches wissendes Lächeln über die Gesichter der Senioren, denn sie erkannten die Melodie von "Bruder Jakob". Bei "Im Frühtau zu Berge", sangen bereits einige zaghafte Stimmen mit, und bei "Hans bleib do" herrschte schon eine gelöste Stimmung im Saal, schließlich wurden diese Lieder auch schon vor vielen Jahrzehnten gesungen.

Durch die Musik entsteht Gemeinschaft. Bei Volksliedern wie "Wenn alle Brünnlein fließen", deren Texte die Senioren fast alle noch kennen, wurde der Chor zur Freunde von Margit Denk immer größer und vielstimmiger. Besonders viel Beifall erhielten die zehnjährigen Solisten Jan und Karl sowie Bruno, der sie mit seiner Gitarre begleitete. Nicht wenige der Altenheimbewohner sangen früher in einem Chor, und da weckte die Chorstunde natürlich besondere Erinnerungen.

Für Eike Reiter, die immer wieder musikalische Vormittage im Liebfrauenhaus organisiert, und den ehrenamtlichen Mitarbeiter Robert Weigl ist erwiesen, dass Singen aufmunternd auf Körper, Geist und Seele wirkt. Denn Gruppengesang motiviere auch gehemmte Menschen, mitzusingen. Vermeintliche Schwächen würden in der Gruppe versteckt. Alte Menschen würden sich über vergessene Fähigkeiten bewusst. Selbstbewusstsein werde geweckt und damit der Lebenswille gestärkt.

Volkslieder hätten darüber hinaus, ähnlich Gedichten, einen hohen Erinnerungswert für alte, soager für demente Menschen, erklären die beiden. Gerade Schunkel- und Wanderlieder würden durch ihre fröhliche Stimmung spontan Bewegungen wie klatschen oder klopfen mit Fingern und Füßen auslösen. Dabei vergessen die Teilnehmer vorübergehend Bewegungseinschränkungen und fühlen sich jung. "Ich erlebe es immer wieder, wie Leute hier mit guter Laune rausgehen", erzählt Eike Reiter.

Parallel zur Veranstaltung im Liebfrauenhaus gab es mit "Das verrückte Pianoforte" im Musiksaal der Sing- und Musikschule eine lustige Klaviergeschichte beim Kinderkonzert.

In der Musikerzählung gerät Jana unerwartet an ein kleines Klavier. Ein unverschämt freches Klavier, wie sich bald herausstellt. Es streckt die Zunge heraus und tritt den Leuten gegen das Schienbein. Jana mag das unverschämte Pianoforte, nimmt es mit nach Hause und füttert es mit alten Blockflötennoten. Doch weil sich das kleine Piano nicht benehmen kann, fordert Janas Mutter, dass beide Klavierstunden bei Frau Himbeergeist nehmen. Jana erlebt verrückte Abenteuer mit ihrem kleinen Klavier. Dann steht der Klavier-Vorspielabend an. Doch mithilfe des Pianofortes meistert Jana trotz großer Nervosität ganz bravourös ihr Klavierspiel.

Die kurzweilige Geschichte um Jana, erzählt von Rudolf Körner, untermalt von den Klaviersolisten Martin Bach, Benjamin Fuhl, Lea Haddad, Jonas Herber, Subin Ko, Fiona Riecks, Johanna Schaller, Chantal und Andre Spieß, Kristina Wiemann und Malin Wen Xia, zog vor allem die Kinder in ihren Bann.

So wie in der Erzählung Jana nach dem Vorspielabend eine Urkunde bekam, gab es auch für die bravourös spielenden Solisten aus den Händen von Claudia Eschler und Ulla Mergenthal eine Urkunde sowie viel Beifall.
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