Herzogenaurach
Kultur

Herzogenauracher Kulturtage starten mit Lateinamerika-Ausstellung

Mit dem ersten Höhepunkt und einer faszinierenden Ausstellung im Stadtmuseum hat Bürgermeister German Hacker (SPD) die diesjährigen Kulturtage in Herzogenaurach eröffnet.
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Foto: Richard Sänger
Foto: Richard Sänger
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Dank der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg, sie besitzt eine der größten Sammlungen von Kunstwerken aus dem präkolumbischen Costa Rica in Europa, wurde die Ausstellung in Herzogenaurach möglich.

"Lateinamerika ist mehr als Karneval in Rio", erklärte der Bürgermeister bei der Auftaktveranstaltung. So kommen viele Entdeckungen aus Amerika: Tabak, Kartoffel, Tomaten, Schokolade, Vanille, Erdnüsse, Paprika und vieles mehr.

So gab es bei der Eröffnung auch landestypische Spezialitäten zum Probieren und Uschi Schmidt von der Fair-Trade Lenkungsgruppe bot ebenfalls Produkte aus fairem Handel an. "Wir werden bei jeder Veranstaltung Produkte aus dem jeweiligen Land präsentieren und wollen damit darauf hinweisen, dass es eine Vielzahl von Produkten aus der Dritten Welt gibt", warb Schmidt für Fair-Trade Produkte.

Erklärungen und Führungen durch die Ausstellung gab es von Hansjörg Widler und Werner Feist von der Naturhistorischen Gesellschaft, die passende Gitarrenmusik dazu machte Osvaldo Parisi.

Herausragende Stücke dieser Sammlung werden im Stadtmuseum gezeigt: Steinfiguren und Keramik, Tierdarstellungen und Hilfsmittel für die Arbeit der Schamanen sind beeindruckende Zeugnisse von künstlerischer Vielfalt und herausragendem handwerklichen Geschick. Sie entstanden vor dem Jahr 1500 unserer Zeit und wurden meist als Grabbeigaben gefunden.

Derartige Gegenstände sind in europäischen Museen nur selten zu sehen, da die meisten Ausstellungen die Hochkulturen Amerikas darzustellen versuchen. Die Präsentation der Kultur Costa Ricas schließt die Lücke zwischen den mexikanischen Hochkulturen der Maya und Azteken und den südamerikanischen Hochkulturen der Inkas oder der Nazca-Kultur.

Mit Originalexponaten und Bildmaterial gibt die im Rahmen der Kulturtage und des Programms des Stadtmuseums gezeigte Ausstellung einen faszinierenden Einblick in die südamerikanischen Hochkulturen in Peru, Ecuador und Bolivien sowie in die mesoamerikanischen Hochkulturen in Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras und El Salvador. Schwerpunkt der Ausstellung ist Costa Rica, wo die Einflüsse aus beiden Regionen aufeinandertreffen.

Die Ausstellung präsentiert einen umfassenden und beeindruckenden Querschnitt von Artefakten der indigenen Kulturen des lateinamerikanischen Kontinents und versucht, die Spuren einer zerstörten Kultur zu deuten. Die ausdruckstarke Kunst der Indianer ist fremdartig, ihr Weltbild für uns schwer zu verstehen - aber das ist auch ein guter Weg zur Akzeptanz und Toleranz anderer Kulturen und Menschen.

Die einzigartige Ausstellung ist bis zum 17. November zu sehen
Eintritt (inkl. Dauerausstellung): 2,00 EUR/1,50 EUR (ermäßigt)
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