Herzogenaurach
Ferienprogramm

Herzogenauracher Kinder waren den Fischen auf der Spur

An einem Projekt- und Erlebnistag erkundeten die Hortkinder der Carl-Platz-Schule das Leben in der Aurach. Große Karpfen zogen sie zwar nicht an Land, aber Kleinstlebewesen unter der Becherlupe waren auch interessant.
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Der Gang durch die Aurach brachte eine willkommene Abkühlung. Fotos: Richard Sänger
Der Gang durch die Aurach brachte eine willkommene Abkühlung. Fotos: Richard Sänger
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Die Hortkinder der Carl-Platz-Schule drückten am Freitag die Schulbank der "Fischerschule". Diese befand sich auf dem Bolzplatz der Aurachwiese hinter dem Freibad. Der Fischereiverein Herzogenaurach gestaltete für 49 Hortkinder einen Projekt- und Erlebnistag. Es ging in der "Fischerschule" um Fische und um andere Tiere, die in der Aurach leben.

"Wir wollen den Kindern die Welt des Wassers und der Wasserlebewesen näher bringen", erläuterte Georg Maier. Der Vorsitzende, sein Stellvertreter Robert Bretting, Hauptgewässerwart Karl Dassler und Gewässeraufseher Erich Petratschek sowie Pressewart Volker Erhardt nahmen sich viel Zeit. Die Kinder hatten sich nur mit Keschern ausgerüstet, sondern hatten auch viele Fragen.

Eine Reihe von Fischarten, die auf großen Schautafeln zu sehen waren, kannten die Kinder. So den Karpfen und erstaunlicherweise war auch der Waller bekannt, vermutlich auch deswegen, weil die großen Fänge immer wieder in der Zeitungen abgebildet sind. Aber eine Erzieherin verriet, dass sich die Kinder auf den Tag vorbereitet und sich bereits im Hort mit Fischen beschäftigt hatten. Dort waren auch fleißig Kescher gebastelt worden.

Unter die Kinder mischten sich auch Bürgermeister German Hacker (SPD) und Monika Preinl vom städtischen Umweltamt, und selbst der Bürgermeister kam etwas ins Staunen, als er hörte, was sich in der Aurach so alles tummelt. Auch die Frage, wo es denn den Lachs geben würde, blieb nicht unbeantwortet. "Den Lachs gibt's im Kaufland", meinte eines der Kinder. "Ja, aber meist schon in Scheiben", antwortete Vorsitzender Maier schmunzelnd.

Nach der Brotzeit und der nahezu einstündigen Theorie ging es endlich ans Wasser, und die Kinder hatten die Aufgabe, Kleinlebewesen zu fangen, die in einer Wanne gesammelt und mit der Becherlupe untersucht wurden. Die Kinder wurden aufgefordert, ihre Schuhe anzulassen, wenn sie in das flache Wasser unterhalb des Ofalls gehen, und das hatte seinen Grund. Rund um den Ofall sind die Hinterlassenschaften der nächtlichen Gelage in Form von Scherben, zerbrochenen Bier-, Wein- und Schnapsflaschen sichtbar.

Bürgermeister ist verärgert

Das stinkt nicht nur den Fischern ganz gewaltig, sondern auch der Bürgermeister konnte nur mit dem Kopf schütteln. "Die städtischen Mitarbeiter säubern jeden Tag den Platz, aber ins Wasser können sie nicht auch noch steigen", meinte der Bürgermeister ärgerlich. Entlang des Fuß- und Radweges stünden genügend Abfallkörbe, trotzdem landen Flaschen und sonstiger Unrat in der Aurach oder am Ufer.

Die Fänge wurden mit der Becherlupe untersucht und vom Gewässerwart erläutert. Karl Dassler konnte nicht nur die kleinen Lebewesen bestimmen, sondern zum Erstaunen der Kinder auch die Wasserqualität feststellen. Eigentlich war noch geplant, dass die Kinder auch angeln dürfen. Aber wegen dem Ufergebüsch und dem teils hohen Gras blies Maier das Angeln ab. "Das Ufer ist zu unübersichtlich und es ist nicht jedes Kind zu sehen, so viele Leute hab ich nicht dabei", erklärte Maier.

Aber er hatte gleich ein Trostpflaster parat. Der Fischereiverein bewirtschaftet auch Weiher, und deshalb wurden die Hortkinder eingeladen, einmal am Weiher angeln zu dürfen. Am Ende gab es noch ein Fisch- und Biotop-Rätsel zu lösen, dazu hatte der Fischereiverein ausreichend Bildmaterial und Klebebilder mitgebracht.


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