Laden...
Herzogenaurach
Seniorenbeirat

Heinzelmännchen künftig mit Reparaturzentrum

Am 5. März nimmt ein Reparaturzentrum seine Arbeit auf. Kleinere Geräte und Spielzeug sollen durch ehrenamtliche Helfer auf Vordermann gebracht werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Künftig wird auch repariert (von links): Werner Zimmermann, Herbert Goldmann, Jürgen Jansen  Foto: bp
Künftig wird auch repariert (von links): Werner Zimmermann, Herbert Goldmann, Jürgen Jansen Foto: bp
+2 Bilder
Nicht nur bei der grünen Politikerin Retta Müller-Schimmel stieß eine Idee der Heinzelmännchen des Seniorenbüros auf Zustimmung. "Das ist ein weiterer Schritt von der Wegwerfgesellschaft hin zur Wertegesellschaft", stellte sie in der Sitzung des Seniorenbeirates am Montag fest. Sie reagierte damit auf ein neues Angebot: Künftig wird ein Reparaturzentrum angeboten.

Damit erweitern die so genannten Heinzelmännchen ihr Spektrum. Bisher werden bedürftige Mitbürger, also einsame oder hilflose Menschen, mit allerlei Dienstleistungen unterstützt, wie Werner Zimmermann erläuterte. Da fährt man zu den "Kunden" nach Hause und hilft. Jetzt sollen darüber hinaus alle Herzogenauracher die Möglichkeit haben, den neuen Dienst in Anspruch zu nehmen.

Man will nun Haushaltsgeräte oder auch andere Sachen reparieren, die den Besitzern zum Wegwerfen zu schade sind, die sie lieb gewonnen haben und sich nicht von ihnen trennen wollen, und die man noch reparieren kann. Das ganze geschieht im Reparaturzentrum des Seniorenbüros in der Hinteren Gasse (am Hubmannparkplatz) und darf von allen Interessenten genutzt werden. Also nicht nur von bedürftigen Mitmenschen.

Das ist anders an dem neuen Konzept, wie Mitorganisator Herbert Goldmann erläuterte. Er habe sich davon überzeugen lassen: "Man lernt dazu. Selbst in meinem reifen Alter." Auch diese Hilfestellung ist kostenlos, da sie ehrenamtlich getätigt wird. Bezahlt werden müssten nur Ersatzteile oder Reparaturmaterial. Dass die Heinzelmännchen gerne Spenden entgegen nehmen, ist selbstredend. Das habe man aber nicht extra vermerkt.
Dabei will man die "Kunden" auch gerne mit einbinden. Sie sollen mitmachen dürfen, wenn sie das möchten.

Repariert werden sollen also künftig unter anderem mechanische Kleingeräte, vor allem auch aus dem Haushalt. Wie die in die Jahre gekommene Kaffeemaschine. Oder das Bügeleisen. Aber auch Spielzeug steht ganz oben an auf der Liste. Zumal die sieben Leute vom Reparaturteam, darunter auch zwei Frauen, auch zumeist Großeltern sind und wissen, wie man Kinderspielzeug wieder auf Vordermann bringt. Vorsitzender Michael Baltz appellierte in der Sitzung an die Seniorenbeiräte, schon zu der Eröffnung des Zentrums am 5. März möglichst viele Enkel mitzubringen.


Kritik an Bedenkenträgern

Repariert werden sollen auch kleinere Möbel, wie Schemel oder Schubladen. Aber auch Bekleidung, wenn es sich um kleinere Eingriffe handelt. Was aus der Reihe fällt, kann trotzdem passen. Dann sei aber eine vorherige Absprache erforderlich.

Nicht repariert werden aber Elektrogroßgeräte, wie Waschmaschinen oder Kühlschränke. Auch Computer oder Fernsehgeräte sind tabu, ebenso wie Fahrräder.

Werner Zimmermann sprach in der Sitzung auch gewisse Bedenkenträger an. Im Vorfeld habe man wiederholt die Frage gehört, was denn sei, wenn was passiert? Wenn man sich bei der Reparatur verletzt oder sonst was passiert. "Wenn man immer an so etwas denken würde, könnten wir einpacken. Dann dürfte man überhaupt nichts mehr tun", sagte Zimmermann. Und ergänzte, dass im fünfjährigen Bestehen der Heinzelmännchen es niemals zu irgendeinem Unfall oder zu einer Verletzung gekommen sei.

Auf eine Nachfrage von Hans Münck erläuterte Zimmermann, dass man natürlich Fachleute in den Reihen des Reparaturteams habe. Die beispielsweise wissen, wie man mit einem Elektrogerät umgeht. Zimmermann möchte sich nicht von allzu großer Reglementierung abhalten lassen: "Wir lassen uns den Spaß nicht nehmen."

Bürgermeister German Hacker (SPD) unterstützte diese Ansicht. Wenn er immer alles bedenken müsse, sagte er, "dann stehe ich morgens nicht mehr auf dem Bett auf." Auch der Bürgermeister begrüßte diese Initiative des Seniorenbeirates.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren