Heßdorf
Sanierung

Hannberger Schule bekommt einen Hort

Die Gemeinde Heßdorf will die Mittagsbetreuung von Schulkindern ermöglichen. Die Errichtung eines Horts fließt in die Planung mit ein. Nicht alle Tagesordnungspunkte verliefen harmonisch. So wurde in der jüngsten Sitzung die Verwaltung hart angegriffen.
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In der Hannberger Schule soll ein Hort eingerichtet werden. Foto: Richard Sänger
In der Hannberger Schule soll ein Hort eingerichtet werden. Foto: Richard Sänger
Im Dezember hatte Bürgermeister Horst Rehder (Bürgerblock) über wesentliche Ergebnisse eines Gespräches über Sanierung oder Neubau der Grundschule in Hannberg berichtet. Im Rahmen dieses Gespräches war auch die Einrichtung eines Kinderhorts vorgeschlagen worden, damit eine bedarfsgerechte und umfassende Nachmittagsbetreuung sichergestellt werden kann. Deshalb soll ein entsprechender Raumbedarf in die laufenden Planungen einfließen und mit der Regierung von Mittelfranken abgestimmt werden.

Die Schulleitung geht davon aus, dass wegen der zu erwartenden Schülerzahlen, eine gebundene Ganztagsschule nicht sehr realistisch sei. Deshalb empfiehlt die Leitung, die bereits bestehende Mittagsbetreuung über die Einrichtung eines Horts auszuweiten. Bürgermeister Rehder hält einen Hort für die sinnvollste Lösung. Zumal sich die Raumfrage relativ unproblematisch lösen lasse.

Über das Vorhaben sollen die Eltern informiert werden und sie sollen auch möglichst eingebunden werden.

Bei der Sitzung des Gemeinderates wurden bei verschiedenen Punkten Vorwürfe gegen die Verwaltung laut. Zum einen, weil Beschlüsse nur sehr zögerlich umgesetzt würden oder überhaupt nicht. Dies bezog sich auch auf einen Auftrag an die Firma Leipold-Bau, die am 27. September 2011 mit dem Bau der Regenrückhaltebecken in Untermembach und Heßdorf sowie mit dem abschnittsweisen Gewässerausbau der Seebach beauftragt wurde. Allerdings gab es ein Problem mit einem Grundstück, es musste umgeplant werden, und für das Regenrückhaltebecken Untermembach wurde die Baugenehmigung erst im Dezember 2012 erteilt. Die Baugenehmigung für das Rückhaltebecken Heßdorf steht, wegen einer vom Landratsamt geforderten Ausgleichsfläche, noch aus.

Daraufhin forderte die Baufirma im September 2013 eine Preisanpassung, einen neuen Einheitspreis für "Boden lösen" und eine Preiserhöhung von 6,5 Prozent. Begründet wurde die Erhöhung mit gestiegenen Lohn- und Materialkosten, außerdem steht die ursprünglich vorgesehene Erddeponie nicht mehr zur Verfügung.
Am 26. November 2013 setzte Bürgermeister Horst Rehder (BB) den Punkt auf die Tagesordnung, bereits damals gab es eine heftige Diskussion, Bernd Döbbelin (SPD) plädierte für eine Neuausschreibung. Sowohl der Bürgermeister als auch Verwaltungsleiter Martin Hofmann wiesen damals darauf hin, dass eine Neuausschreibung mit Sicherheit zu höheren Kosten führen würde. Sie gaben zu bedenken, dass die Baufirma auch entgangenen Gewinn geltend machen könne. Die Abstimmung im November endete mit einem Patt, damit galt die Preiserhöhung als abgelehnt.

Nun standen der Abschluss und die Zustimmung der - bis zum 30. Juni 2014 gültigen - Preisanpassung erneut auf der Tagesordnung. Zwischenzeitlich gab es ein Gespräch mit der VOB-Stelle der Regierung von Mittelfranken. So könne ein Werkvertrag jederzeit gekündigt werden, werde dieser aber vom Auftraggeber gekündigt, könne der Auftragnehmer den entgangenen Gewinn einfordern. Im Übrigen sah die VOB-Stelle die Preiserhöhung als angemessen an. Eine Reihe von Gemeinderäten war weder mit den Auskünften noch mit der Vorgehensweise einverstanden. Der Baufirma könne die Verzögerung wohl nicht angelastet werden.
"Ich kann doch erst einen Auftrag vergeben, wenn ich über das Grundstück verfügen kann", so die Vorwürfe an die Verwaltung. Bürgermeister Horst Rehder plädierte für eine Zustimmung, weil er bei einer Neuausschreibung wesentlich höhere Kosten befürchtet.

"Alles so wachsweich"

"Sie sind nicht vorbereitet, das ist alles so wachsweich", warf Axel Gotthardt (FW) dem Verwaltungsleiter vor, weil dieser einige Fragen nicht ausreichend beantworten konnte. Und Johann Ort (FW) fand es "schon etwas seltsam, wenn eine Gemeinde innerhalb von zwei Jahren kein Baurecht herstellen kann". Nach der nahezu fruchtlosen Diskussion lehnten die sieben CSU- und SPD-Räte die Preisanpassung erneut ab, die neun Mitglieder des Bürgerblocks und der Freien Wähler stimmten dem Beschlussvorschlag zu.
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