Hannberg

Hannberger Schüler heben ab

Mit dem Präventionsprojekt "Skipping hearts" will die deutsche Herzstiftung Schülern näherbringen, wie gesund schon fünf Minuten Seilhüpfen sein können.
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Die Kinder lernten Übungen, die sie alleine, zu zweit oder in der Gruppe durchführen können. Foto: Richard Sänger
Die Kinder lernten Übungen, die sie alleine, zu zweit oder in der Gruppe durchführen können. Foto: Richard Sänger
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"Psst - leise, hört ihr was?", fragte Christine Rademacher die Schüler in der Sporthalle. Einen kurzen Augenblick ist es totenstill in der Turnhalle der Grundschule, dann ruft eine Schülerin: "Die schnaufen ganz schön!"
Die, das sind die Viertklässler der Hannberger Grundschule. Sie haben gerade eine Seilspring-Show vorgeführt. Über zwei Stunden trainierte Christine Rademacher von der Deutschen Herzstiftung mit den Viertklässlern. Vom Eifer der Kinder wurde auch die Klassenlehrerin Christiane Zakel angesteckt und machte die Aufwärmübungen mit.

Trendige Musik klang an diesem Morgen laut aus der Sporthalle. 20 Schüler hüpften und sprangen im Takt des Beats über neonfarbene Seile, bis die Backen glühten und die Herzen wild schlugen. So bewegten sich Kinder, die sich sonst eigentlich nicht einfach freiwillig bewegen, und waren begeistert bei der Sache. Rademacher erklärte den Kindern, wie gesund das Seilspringen ist. "Fünf Minuten am Tag sind schon ganz intensiv und sorgen dafür, dass das Herz nicht krank wird."

"Nur ein gesunder Körper kann auch etwas leisten", sagte Lehrerin Zakel, und ein gesunder Körper brauche neben guter Ernährung vor allem eines: Bewegung. Aus diesem Grund freue sie sich darüber, dass ihre Schule am Präventionsprojekt "Skipping hearts" der deutschen Herzstiftung teilnahm.


Gut für Ausdauer und Motorik

"Dass Seilhüpfen gut fürs Herz ist, hätte ich nicht gedacht", wunderte sich Lisa. Gemeinsam mit der Klasse sitzt sie mit hochrotem Kopf auf dem Hallenboden. Dass es sportlich ist, wusste Jonas schon, aber auch noch gesund, das beeindruckte auch ihn. Die Kinder waren mit viel Spaß dabei. Christine Rademacher ist es sichtlich gelungen, die Kinder in Hannberg nicht nur zu bewegen, sondern auch zu begeistern.

"In dem Workshop üben wir zahlreiche Sprungvariationen, die allein, zu zweit oder in der Gruppe durchgeführt werden können", erklärte die Kursleiterin. Ihr Ziel: Schulung und Verbesserung motorischer Grundfähigkeiten sowie von Ausdauer und Koordination. Weil Kinder sich heute oft viel zu wenig bewegen, will die Deutsche Herzstiftung schon in den Grundschulen präventiv tätig werden. Bewegungsmangel im Kindesalter begünstige neben einer genetischen Veranlagung Herzerkrankungen im Erwachsenenalter. Falsche Ernährung und Übergewicht sind weitere Risikofaktoren, weiß Christine Rademacher.

Schätzungsweise 400 000 Schüler hat die Deutsche Herzstiftung in über 8000 Workshops mit diesem Programm schon erreicht. Ob Einzel- oder Paarsprünge oder in der Gruppe, die Erfolgserlebnisse der Kinder nach der Aufführung motivieren sie zu weiterer Bewegung. In Hannberg zeigten die Kinder den Zuschauern nach einem fast zweistündigen Training eine tolle Vorführung und durften sich im prasselnden Applaus der übrigen Klassen sonnen. Am Ende und nach der gelungenen Choreografie durften dann alle Kinder der Schule nach Herzenslust hüpfen.

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