Herzogenaurach
Wirtschaftsforum

Herzogenauracher Gastronom trifft in Davos die Prominenz

Wenn sich die Elite aus Politik und Wirtschaft in Davos trifft, dann ist auch ein Herzogenauracher dabei: Heiko Dilger als Hotelchef.
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Ein Händedruck zum Abschied: Heiko Dilger mit dem scheidenden US-Außenminister John Kerry  Foto: Marcel Giger
Ein Händedruck zum Abschied: Heiko Dilger mit dem scheidenden US-Außenminister John Kerry Foto: Marcel Giger
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Auf diese Tage freut sich Heiko Dilger, der Wirt des Turmkämmerla und Vorsitzender der Förder- und Werbegemeinschaft (Föwe), das ganze Jahr. Wenn im Januar im Schweizer Davos aus aller Welt die Größen aus Politik und Wirtschaft zusammenkommen, darf der 39-Jährige dabei sein. Und nicht nur das, vielmehr ist er mittendrin im Geschehen, seit nunmehr sechs Jahren im Steigenberger Grand Hotel Belvedere.

Seit zwei Jahren ist er dort Manager für den Ostteil des Hotels, das gewöhnlich 96 Zimmer hat. Wenn aber das Wirtschaftsforum ist, dann herrscht in dem Schweizer Touristenort Ausnahmezustand. So auch diesmal. 300 Veranstaltungen in fünf Tagen, 30 000 Soldaten für die Sicherheit der Gäste und strengste Kontrollen prägen den Wirtschaftsgipfel. Kein Wunder, sagt sich doch die internationale Spitze an.

Über die Bayreuther Festspiele kam Dilger 2010 zu Steigenberger. Und zwei Jahre später nach Davos. Angefangen habe er als Office Manager, wie Dilger erläutert. Da betreute er die Büros der Gesellschaften aus aller Welt. Dann sei er zuständig gewesen für Event-Räume und die Bars, und seit zwei Jahren ist er "Hotelchef Ost", wie die offizielle Bezeichnung lautet. Bisheriges Highlight seines Einsatzes: Das private Diner mit Bundespräsident Joachim Gauck im vergangenen Jahr.

Das hat sich heuer noch toppen lassen. Denn groß ist die Fluktuation in der globalen Politik. David Cameron beispielsweise, bis zum Brexit britischer Premierminister, war nochmal Gast im Hotel. Zum Abschied hat er Lamm gespeist. Auch seine Nachfolgerin Theresa May kam nach Davos, aber in ein anderes Hotel. Und noch ein großer Mann wohnte zum wiederholten Male bei Dilger im Hotel: John F. Kerry, der bisherige US-Außenminister. Er habe sich von allen Managern persönlich mit Handschlag verabschiedet, sagte Dilger. "Davos war seine letzte Amtshandlung."

Für den Herzogenauracher Dilger war der Aufenthalt beim Forum, wie alle Jahre, ein Ausflug in eine andere Welt. "Da sieht man, was geht und was nicht", sagte der Wirt eines kleinen Herzogenauracher Lokals und frühere Mitarbeiter des Herzogsparks. "Im normalen Betrieb ist so etwas unvorstellbar."

Das beginne schon damit, dass sowohl Hotelzimmer als auch Aufenthaltsräume zu Büros und für Events umgebaut werden, außerdem werden extra Pavillons errichtet und nach den vier Tagen Forum wieder abgebaut. Täglich sei der Messebau im Einsatz und gestaltet die Locations ständig neu.
Einen anderen ehemaligen Herzogenauracher habe er übrigens auch gesehen, sagte Dilger: den früheren Schaefflerchef Jürgen Geißinger. Ihn traf er ebenso im Hotel wie den Verleger Hubert Burda, den der Badener schon wegen seiner Herkunft immer gern mal anspricht.

Seit gestern hat das Turmkämmerla wieder geöffnet. Der Alltag hat Dilger wieder. Und darauf freut er sich genauso. Während des Pressegesprächs mit dem FT klingelte mehrfach das Handy. So soll es ein.
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