Pommersfelden

Hand in Hand für Pommersfelden

Um sich als Gemeinde behaupten zu können, muss die Strahlkraft von Schloss Weissenstein genutzt werden, darüber waren sich Teilnehmer eines Workshops einig.
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Der Arbeitskreis "Wohnen und Infrastruktur" nahm Karten und Ortspläne zur Hilfe. Fotos: Evi Seeger
Der Arbeitskreis "Wohnen und Infrastruktur" nahm Karten und Ortspläne zur Hilfe. Fotos: Evi Seeger
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Wie kann man sich als Gemeinde behaupten und der Landflucht entgegensteuern? Für Hartmut Holl ist das die wichtigste Frage für die Zukunft der Gemeinde Pommersfelden, einer "Randgemeinde im Entwicklungsraum" der nahen Städte. Holl ist Stadtplaner aus Würzburg und mit dem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) Pommersfelden/Frensdorf beauftragt.
"Eine wichtige Sache für die Gemeinde", wie Bürgermeister Hans Beck (Wählerblock Sambach) bei der Eröffnung eines Workshops deutlich machte. Um in das neu aufgelegte Bund-Länder-Städtebauprogramm zu kommen, sei es zum einen notwendig, dass sich zwei Kommunen mit ähnlicher Ausrichtung zusammenschließen. Zum anderen aber auch, "dass wir gemeinsam an einem Entwicklungskonzept für unsere Gemeinde arbeiten", richtete sich Beck an die Bürger.

In die Schulturnhalle hatte Beck zu einem Workshop, der zentralen Veranstaltung für die bürgerschaftliche Mitarbeit, eingeladen. Knapp 40 Bürger hatten sich eingefunden, die an fünf Arbeitstischen mit unterschiedlichen Themenbereichen arbeiteten: "Ortsentwicklung, Straßen- und Baugestaltung", "Tourismus, Kultur, Naherholung und Schloss", "Wohnen und Infrastruktur", "Sicherung der Nahversorgung" sowie "Mobilität, Umwelt und Energie" waren als Bereiche vorgegeben.


Hauptort im Fokus

Es ging darum, Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken der Gemeinde aufzuzeigen und zu analysieren. In erster Linie für den Ort Pommersfelden, denn dort liegt die Dorferneuerung bereits drei Jahrzehnte zurück. Aber auch die übrigen neun Ortsteile wären in das Förderprogramm aufgenommen, informierte Beck.
Man werde etwas "anschieben" müssen, um in Zukunft die Größe der Gemeinde zu erhalten, eventuell noch etwas zu wachsen, meinte Stadtplaner Holl. Auffällig sei hier "die markante Landschaft mit ihrem sehr eigenen Charakter". Als "Defizit" empfindet Holl allerdings, dass die Landschaft keinen Namen hat.


Gaststätte und Hotel geplant

Schloss Weissenstein ist nach Holls Worten "das Zugpferd" für Pommersfelden. Allerdings wurde gerade im Arbeitskreis, der sich mit dem Tourismus befasste, Kritik laut: Obwohl das Schloss "ein Brillant" und noch alles im Original bewahrt sei, liege es "tot" da. "Keine Gaststätte, kein Hotel und um 17 Uhr ist das Ding dicht", klagte eine Bürgerin.
Dass es "nur Hand in Hand geht", räumten nämlich auch die anwesenden Mitarbeiterinnen des Schlosses ein. Was darauf schließen lässt, dass damit die Zusammenarbeit von Gemeinde und Graf von Schönborn gemeint ist. Denn auch am Flipchart hatten sich die Unstimmigkeiten niedergeschlagen. Nach den Worten der Mitarbeiterinnen aus dem Schönbornschloss gibt es bereits ein Gesamtkonzept. Demnach plant der Schlossherr nicht nur eine Gaststätte, sondern auch ein Hotel.
An den übrigen Thementischen wurde über die Innenentwicklung, über Geh- und Radwege, öffentlichen Personennahverkehr oder über leer stehende Bausubstanz diskutiert. Die Ergebnisse des Workshops sollen im nächsten Schritt dem Gemeinderat vorgestellt werden. Eine Abschlussveranstaltung soll es im Februar 2017 geben.

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