Herzogenaurach
Rücktritt

Hagen wirft bei der Herzogenauracher Feuerwehr hin

Der bisherige Vorsitzende der Herzogenauracher Feuerwehr stellte nicht mehr zur Wahl. Derzeit steht der 1064 Mitglieder starke Verein ohne Führung da.
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Franz Hagen legte den Vorsitz des Feuerwehrvereins nieder. Foto: Richard Sänger
Franz Hagen legte den Vorsitz des Feuerwehrvereins nieder. Foto: Richard Sänger
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Eigentlich standen bei Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenaurach neben den üblichen Berichten und Ehrungen auch Neuwahlen auf der Tagesordnung. Diese konnten aber nicht durchgeführt werden, und die bis dahin sehr harmonisch verlaufene Versammlung endete mit einer Enttäuschung und betretenen Gesichter.
Der bisherige Vorsitzende Franz Hagen stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl. Ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden, deswegen werden die 1064 Mitglieder noch einmal zu einer außerordentlichen Versammlung am 4. März um 19 Uhr eingeladen.


Zu viele Ausreden gehört

Aus den Worten von Hagen war Verärgerung über mangelnde Unterstützung herauszuhören, insbesondere bei den Repräsentationspflichten bei befreundeten Vereinen. "Es ist immer die gleiche Handvoll der Vereinsführung, die aktiv mitmacht, und alle anderen haben Ausreden", klagte Hagen.
Er hätte in Sitzungen eine Änderung angemahnt, aber es habe sich nichts geändert.
Erwartungsgemäß gab es keine Freiwilligen, die als Erster oder Zweiter Vorsitzender kandidieren wollten, es wurde mucksmäuschenstill im Saal, als um Vorschläge gebeten wurde. Auch der Appell von Bürgermeister German Hacker (SPD) und eine Unterbrechung der Versammlung, bei der Einzelgespräche geführt wurden, führten zu keinem Ergebnis und letztlich zum Abbruch der Versammlung.
Mahnende und nachdenkliche Worte hatte es zuvor auch von Martina Schonath gegeben, die für den Spielmannszug berichtete. Die 45 Spielleute und elf Nachwuchsmusiker seien zwar gut aufgestellt, aber um Erfolg zu haben, bedürfe es auch eines guten Besuchs der Proben. "Es ist nicht damit getan, Märsche nur zu lernen, sondern sie müssen auch beherrscht werden", erklärte die Leiterin. Trotz allem wurde 14 Auftritte absolviert, und beim Rosenmontagszug in Mainz marschieren die "Musketiere" heuer an zehnter Stelle auf einem Fernsehplatz.


Fünf Tote geborgen

Kommandant Rainer Weber berichtete von zahlreichen Einsätzen der 118 ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden, davon 98 Frauen und Männer sowie 20 Jugendliche. Bei 245 Einsätzen mit über 4563 Arbeitsstunden zogen sich fünf Feuerwehrleute Verletzungen zu, 29 Personen wurden gerettet, davon vier Personen über die Drehleiter, fünf Personen konnten nur tot geborgen werden.
Auch Landrat Alexander Tritthart (CSU) und Bürgermeister Hacker ist durchaus bewusst, dass es immer schwieriger wird, genügend Ehrenamtliche zu finden, die auch bereit sind, einen Posten zu übernehmen. Bürgermeister Hacker sieht deshalb mittelfristig auch Veränderungen bei den Feuerwehren, was auf mehr Konzentration von Standorten und Feuerwehren hinauslaufe, damit auch tagsüber genügend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. So habe die Stadt im Stellenplan des Haushaltes 2016 eine Vollzeitkraft für die Feuerwehr eingeplant. Aufgrund vielen Prüfungsvorschriften für Ausrüstung und Geräte könne diese arbeitsintensive Aufgabe von Freiwilligen nicht mehr geschultert werden.
Ehrungen:
Zehn Jahre aktiver Feuerwehrdienst Sabrina Schattan

25 Jahre Mitgliedschaft und 25 Jahre aktiver Feuerwehrdienst Stefan Hagen, Michael Schöpp

25-jährige Mitgliedschaft im Verein Jochen Hofmockel

30 Jahr aktives Musizieren im Spielmannszug Sonja Meister, Belinda Winkelmann

40 Jahre Mitgliedschaft und 40 Jahre aktiver Feuerwehrdienst Rudi Fischer, Franz Hagen, Manfred Schattan, Norbert Rothemund, Volker Thalmann

40-jährige Mitgliedschaft Armin Kreiner
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