Mechelwind
Landschaftspflege

Grünzeug wird bei Mechelwinder Weihern abrasiert

Mit einem speziellen Mähboot werden die vom Schilf überwucherten Weiher wieder freigelegt. Die Mähboote sind als Amphibienfahrzeuge für diesen oft kleinflächigen Einsatz besser geeignet als klassische Boote.
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Rainer Hertlein beim Schilf mähen.
Rainer Hertlein beim Schilf mähen.
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Im tiefsten der Ochsenweiher hältert Teichwirt Lorenz Jordan seine K 3 bis in den März, damit er bis Ende der Karpfensaison Fischwirtschaften beliefern kann. Danach darf der Weiher wieder volllaufen, wenn es im Frühjahr kräftig regnet. Das ist meistens der Fall, nur nicht in diesem Jahr.

Der niedrige Wasserstand kam dem Schilf und den Rohrkolben zupass. Sie trieben kräftig aus, so dass nun im Hochsommer bei zudem extrem niedrigen Wasserstand das Gelände grün zugewuchert ist.

"Wenn ich jetzt nichts tue, ist der Weiher ohne großen Aufwand nicht mehr zu gebrauchen", erklärt Jordan die Ausgangssituation. Denn er hat Rainer Hertlein mit seinem Mähboot gerufen. Und auch gleich noch seine Kollegen aus der Teichgenossenschaft zum Anschauen dazu geholt.


Hertleins Gefährt ist genau genommen ein Amphibienfahrzeug, das dank seiner Raupenkette auch kurze Strecken über Land und vor allem im Flachwasser fahren kann. Hertlein lässt den Motor an, senkt den Mähbalken ab und sofort sinken breite Schwaden Mähgut ins Wasser.


Flexibler als Boote

"Das ist der Vorteil gegenüber einem echten Boot", sagt der Land- und Teichwirt über sein Gefährt. Mähboote müssten mit dem Hänger bis an den Weiherrand gebracht und dann ins Wasser gelassen werden. Beim nächsten Weiher, auch wenn ihn nur der Damm vom anderen trennt, muss bei einem Boot das Hebemanöver wiederholt werden. Er dagegen kann selbstständig herausfahren und wieder hinein.

Zum Schilf und Gebüsch schneiden in Feuchtgebieten eignet es sich auch. Hertlein denkt dabei an eine gängige Arbeit des Landschaftspflegeverbands.

Glück hat heuer, wer im Winter seine Weiher volllaufen lassen konnte. Das ergibt sich aus den Gesprächen der Teichgenossen bei ihrem Praxistag. Hertlein hat selbst Teiche bei Schmiedelberg.

Sie liegen um die 350 Meter hoch und haben nur Zulauf aus dem Wald. Himmelsweiher eben.

"Seit Mai kommt nichts mehr", haben er und sein Teichnachbar feststellen müssen.

Der hält seine Fische derzeit "auf Diät", zum Teil wegen des Sauerstoffmangels, aber mehr weil sie sonst zu groß würden. Denn der hiesige Kunde wünscht sich Fische mit zwei bis drei Pfund, gerade schön tellergroß als halber Gebackener. "Heuer wird es viele kleinere geben", ist sich Jordan über die anstehende Ernte sicher. Viele seiner Kollegen haben wegen der Hitze insgesamt nur verhalten zugefüttert.


Varianten in der Zubereitung

Sorgen macht er sich deswegen keine, hat er doch erlebt, dass auswärtige Gäste den Karpfen auch in anderer Form schätzen. Vor Kurzem, bei der BR-Radltour, sollten regionale Spezialitäten angeboten werden. Karpfen, klar, auch wenn es noch etwas vor der Zeit war.

Das Restaurant Aischblick, so erzählt er seinen Kollegen, hat daraus Karpfenschnitzel zubereitet. "Die sind gut angenommen worden." Derweilen reicht Gisela Dahms, Geschäftsführerin der Teichgenossenschaft, Schilder mit dem deutlichen Hinweis auf Aischgründer Karpfen herum. Die Teichwirte sollen sie an ihren Weihern aufstellen.

138 von ihnen aus dem Raum Höchstadt und Neustadt haben sich dieser Zertifizierung mit Begrenzung der Besatzmengen angeschlossen und dürfen ihre Fische mit dieser geografisch geschützen Angabe versehen.
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