Weisendorf

Gedenkstein für die Freundschaft von Weisendorf mit Zubza

Vor knapp acht Jahren wurde "ein Stein ins Wasser geworfen", der bis heute weite Kreise ziehe. Mit einer Urkunde besiegelten die Weisendorfer Schule und die Partnerschule in Zubza ihre Verbindung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Enthüllung des Gedenksteins Foto: Richard Sänger
Enthüllung des Gedenksteins Foto: Richard Sänger
+13 Bilder
Es war ein besonderer Tag für die Weisendorfer Schule. Die fast achtjährige Freundschaft zur Partnerschule in Zubza wurde mit einer Schulurkunde besiegelt und vor der Schule am Reuther Weg ein Gedenkstein enthüllt.
"Den Weg, den ihr in eurer Grundschulzeit begonnen habt, wollen wir fortsetzen, indem wir - Pater Samuel und ich - heute gemeinsam, diese Urkunde unterzeichnen. Wir beschließen damit regelmäßige Kontakte, Erfahrungsaustausch, gegenseitige Besuche und gemeinsame Projekte, wir besiegeln heute unsere Schul-Partnerschaft", wandte sich Rektorin Petra Pausch an die ehemaligen Schüler.

Aus dem Nagaland/Indien kam Pater Samuel, der Rektor der Don-Bosco-Schule aus Zubza nach Weisendorf, um zusammen mit der Rektorin Pausch die Schulpartnerschaft mit der beiden Schulen offiziell zu unterzeichnen.
Insbesondere der Gedenkstein am Schuleingang, gefertigt vom Steinmetz Gerhard Ziegler aus Burghaslach, wird Schüler und Vorbeikommende täglich an die Partnerschaft erinnern. Eine metallene Brücke nach dem Motto der Zubzas "Eine Brücke von Weisendorf nach Indien" symbolisiert die rund 10 000 Kilometer Entfernung und verbindet auf der Steinkugel die beiden Erdteile.

"Lieber Pater Samuel, bitte schauen Sie sich zusammen mit unseren Gästen diese jungen Menschen ganz genau an. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir heute alle hier stehen und unsere Schulpartnerschaft besiegeln. Sie waren es, die vor zirka acht Jahren zusammen mit ihrem Lehrer Ernst Klimek und Pater James einen Stein ins Wasser geworfen haben, der bis heute immer weitere Kreise zieht. Sie waren es, die uns allen mit ihren ersten Projekten ein Beispiel der Nächstenliebe gegeben haben, sie erfuhren von Pater James, dass in seiner Heimat dringend Hilfe benötigt wird und sammelten auf unterschiedlichste Weise Spendengelder", erklärte Pausch bei ihrer Begrüßung.

Den Stein stellten auch die Geistlichen, Pfarrer Lars Rebhan, Wilfried Lechner-Schmidt und Pfarrvikar James und die Klassen 3c und 4c bei der Weihe in den Mittelpunkt. "Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich still und leise, und ist er noch so klein, er zieht weite Kreise", sangen die Schulkinder. So begann auch die Schulfreundschaft nach Zubza mit Briefen zwischen den Schülern der beiden Schulen. Deshalb freute sich Schulleiterin Pausch besonders, dass die Zubzas der "ersten Stunde" zur Feierstunde gekommen waren.

Auch Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) erinnerte an den Beginn der Freundschaft und meinte, dass auch mit kleinen Dingen die Welt besser gemacht werden kann. Und auf dem gelegten Grundstein werden die "Zubzas" weiterbauen und die Brücke die geschlagen wurde, werde immer stabiler.

700 Kinder in der Schule in Zubza

Pater Samuel, an dessen Schule in Zubza rund 700 Kinder unterrichtet werden, war überwältigt und gerührt vom Empfang in Weisendorf und von der Liebe der Weisendorfer Kinder zu Kindern auf einem andern Kontinent. Er konnte seine Dankbarkeit kaum in Worte fassen, verteilte persönliche Briefe und bedankte sich immer wieder bei den Zubzas für die großartige Unterstützung und die Freundschaft in den letzten Jahren.

Unter den Gästen war auch Walter Rinderer. Der Oberpfälzer hat in Zubza nicht nur den Neubau der Schule betreut, sondern weitere Projekte der Zubzas angestoßen und begleitet. Gekommen waren auch die frühere Rektorin Ingrid Münnich und Ernst Klimek, der es eigentlich vor acht Jahren war, der den "ersten Stein ins Wasser warf".

Die Don-Bosco-Schule in Zubza liegt in Nordindien, im Bundesstaat Nagaland. Dabei handelt es sich um einen schmalen, gebirgigen Landstreifen zwischen den Brahmaputratälern von Assam und Myanmar. Im Osten grenzt er direkt an das Königreich Myanmar, das frühere Burma. Die Region ist zu 100 Prozent christlich geprägt, auch die Don-Bosco-Schule in Zubza wird von der Kirche getragen. In Zubza freuen sich die Schüler besonders auf ein Zeichen der Solidarität und der Hilfe und hatten die Idee: "Bilden wir doch eine Gebetsgemeinschaft." Die Weisendorfer Schüler erfahren so auch die Nöte, Sorgen, Freuden und Anliegen ihrer Patenkinder und persönlichen Freunde in Zubza. Sie schreiben sich, tauschen Bilder und lernen die Lebensverhältnisse im Nagaland kennen. Durch Aktionen machen die Zubzas immer wieder auf die Lebenssituation der Kinder in Indien/Zubza - dem Armenhaus Indiens - aufmerksam. Der Gast aus Zubza wird eine Woche in Weisendorf bleiben.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren