Adelsdorf
Partnerschaft

Gäste aus Franken treffen Ugandas Vizepräsident

Die Einweihung einer neuen Krankenstation war der Grund für insgesamt zwölf Personen der Pfarrei Hannberg und zwei Pfarreimitgliedern aus Adelsdorf, in den Pfingstferien nach Uganda zu reisen.
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Die Gäste aus Hannberg verteilen nach der Einweihung der Krankenstation in Busagula als Gastgeschenk 2000 Joghurt-Tüten der Molkerei von Caritas Maddo an alle Besucher. Foto: Stefan Reinmann
Die Gäste aus Hannberg verteilen nach der Einweihung der Krankenstation in Busagula als Gastgeschenk 2000 Joghurt-Tüten der Molkerei von Caritas Maddo an alle Besucher. Foto: Stefan Reinmann
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Dass die Spenden des Missionskreises Adelsdorf und des Sachausschusses Mission Entwicklung und Frieden der Pfarrei Hannberg an die Diözese Masaka in Uganda wahrlich gut ankommen und bestens angelegt sind, davon konnten sich Kirchenpfleger Günther Müller aus Adelsdorf mit seiner Frau Maria und die zwölf Mitreisenden aus der Pfarrei Hannberg bei einer Reise in das zentralafrikanische Land selbst überzeugen.

In Kampala begrüßten Pfarrer Peter Ssenkaayi und Pfarrer Aloysius die Gruppe ganz herzlich. Beide begleiteten die Gruppe während des einwöchigen Aufenthaltes. Der stets gut gelaunte Peter ist der Projektleiter für Entwicklung bei Caritas Maddo in Masaka, einer Stadt mit rund 40.000 Einwohnern und Bischofssitz der gleichnamigen Diözese.
 


Marc Reif aus Hessdorf war mit seinen zehn Jahren der jüngste Teilnehmer. "Ich wollte auch mal mit und es war ganz klasse", erklärte er eifrig. "Ich konnte helfen und hab' ministriert", fuhr er fort. Während eines Festgottesdienstes durfte er zur Gabenbereitung einen Gockel zum Altar tragen. "Den und zwei Zuckerrohre hab' ich dann geschenkt bekommen. Den Gockel hab' ich natürlich dort gelassen, aber die beiden Zuckerrohre haben ins Gepäck gepasst!"

Fußball mit Einheimischen
Auch beim Fußballspielen mit den jungen Einheimischen war er immer dabei. Seine Mutter Franziska Reif wollte schon immer gerne einmal mitfahren. Diesmal hat es geklappt, weil der Termin in den Pfingstferien lag. "Ich möchte beim nächsten Mal - vielleicht in zwei Jahren - wieder dabei sein", schwärmte sie mit leuchtenden Augen.

"In Busagula wurden wir mit Gesang und Tänzen herzlich empfangen und wir feierten gemeinsam mit den Einheimischen - darunter mehreren hundert Kindern, vielen Politikern und dem ugandischen Vizepräsidenten Edward Kiwanuka Sekandi einen Gottesdienst unter freiem Himmel", schwärmte Petra Kreiner aus Hesselberg.

Neubau einer Krankenstation finanziert
Die Einweihung der Krankenstation unter der Trägerschaft der Pfarrei Busagula stand im Mittelpunkt der Reise. "Ich war erschrocken, dass die wirklich sauberen Räume der Station fast noch leer waren. Es gibt noch keinen Strom, kein Wasser, aber die ersten Patienten waren schon da", so Kreiner, von Beruf Krankenschwester.
Der Vizepräsident bedankte sich bei den Hannberger und Adelsdorfer Spendern für die große finanzielle Hilfe, aber auch für die vielen Sachspenden, wie Verbandsmaterial, Bandagen, Waagen und mehr.

Nach der Einweihung der Krankenstation feierten Gäste und Einheimische den ganzen Nachmittag über und abends führten junge Frauen aus der weiterführenden Schule, begleitet von einer Trommlergruppe, Volkstänze rund ums Lagerfeuer vor. Auch die deutschen Gäste wurden mit einbezogen und sie tanzten bis weit nach Mitternacht und hatten dabei viel Spaß. "Da musste man einfach mitmachen", meinte der 17-jährige Lukas Willert aus Hannberg, der zum ersten Mal dabei war. "Man hört immer viel von diesen Projekten und sieht Bilder. Ich wollte das alles mal in echt erleben", erklärte er. "Ich wurde nicht enttäuscht!"

Safari durch den Murchison Falls National Park
Die Rundreise führte auch nach Norden in den Murchinson Falls Nationalpark. Dort konnte man Elefanten, Giraffen, Antilopen und Büffel in freier Natur beobachten. "Die Fahrt auf dem Nil, immer wieder begleitet von Nilpferden und Krokodilen, war echt beeindruckend", meinte Lukas.

In Masaka ist der Verwaltungssitz von Caritas Maddo. Der Bürokomplex wurde von Hannberg mit Batterien für die Solaranlage ausgestattet, um den Mitarbeitern der Entwicklungseinrichtung unbehindertes Arbeiten trotz ständiger Stromausfälle im öffentlichen Netz zu ermöglichen.

Besuch in Molkerei und im Transitory Home von Anne Namudu
Nach Besichtigung einer von Caritas Maddo gegründeten Molkerei, die Farmern einen fairen Preis für die Milch sichert, ging es zum Transitory Home, ein weiteres von Caritas Maddo unterstütztes Projekt. Hier werden etwa 50 Mädchen und junge Frauen, zum großen Teil Waisenkinder, in Hauswirtschaft, Landwirtschaft, Bürotätigkeiten und als Näherin ausgebildet. "Nahezu alle finden nach dieser Ausbildung eine feste Arbeitsstelle, wie uns die Gründerin, Schwester Anne Namududu, versicherte", so Günther Müller.

In der Pfarrei Mbirizi. wurden die Besucher, wie zuvor im Transitory Home, von Kindern mit fröhlichen Liedern und Tänzen empfangen. Über hundert Kinder, darunter viele Waisen, erhalten hier Erziehung in Kindergarten und Grundschule. Da viele Eltern bzw. Großeltern keine Schulgebühren und kein Essensgeld zahlen können, ist die Pfarrei als Träger dieser Einrichtungen auf Spenden angewiesen. Hierher fließen Jahr für Jahr 5000 Euro von treuen Spendern aus Adelsdorf und Hannberg. Leider liefern die Brunnen bleihaltiges Wasser, das nicht zum Trinken geeignet ist. Deshalb muss wieder auf Regenwasser zurückgegriffen werden. Größere Speicher wären dringend notwendig, denn die Kaffeepflanzen, wichtig für die Finanzierung der Pfarrei, benötigen viel Wasser.

Herausforderungen im Schulalltag
Der Besuch einer Grund- und Hauptschule und einer weiterführende Schule in Busagula stand auf dem weiteren Programm. Auch hier wurden alle mit fröhlichen Liedern empfangen. Diese Schulen mit zusammen rund eintausend Schülern in Busagula werden von der Pfarrei unterhalten. Es gibt zwar Schulpflicht, aber der Staat baut immer noch viel zu wenig Schulen. Die Kinder laufen zum Teil bis zu zwölf Kilometer zur Schule und abends wieder zurück, meist barfuß. Viele kommen ohne Essen, weshalb die Schule ein Mittagessen stellt - meist Maisbrei.

"Die Kochstelle ist eine Lagerfeuerstelle. Da geht der größte Teil des Brennstoffes Holz ungenutzt verloren", so Georg Lunz, der bereits zum dritten Mal in Uganda dabei war. "Wir haben uns daher spontan entschieden, die mitgebrachte Spende vom Missionskreis Adelsdorf in Höhe von 1000 Euro dem Schulleiter als Anzahlung für einen Herd, dessen Kosten sich auf 1500 Euro belaufen, zu überreichen", erzählt Frau Maria Müller. Diese Herde werden in Uganda nach einer Entwicklung eines deutschen Entwicklungsdienstes mit einheimischen Materialien gebaut. Der Schulleiter freute sich sehr und er war überglücklich, denn die deutsche Gäste versprachen spontan, auch noch die fehlenden 500 Euro aufzubringen.

In Uganda gibt es keine Kirchensteuer und die Pfarrer bekommen nur ein Gehalt, wenn genügend Spenden eingehen. Bei der Armut der Menschen ist da natürlich nicht viel zu erwarten. Die Pfarreien sind daher immer auf Einnahmen angewiesen und unterhalten deshalb Kaffeeplantagen, Bananenplantagen, Gärtnereien und betreiben auch ab und zu eine Molkerei. Aber ohne Unterstützung der großen Hilfswerke und zahlreicher Missionsgruppen könnten all die sozialen Projekte nicht geleistet werden.

Adelsdorf hat jetzt eigene Straße in Uganda
In Busagula überbrachten die Adelsdorfer ein Straßenschild sowie eine Bildercollage von Adelsdorf . Jetzt gibt es dort neben der "Hannberg Street" auch eine "Adelsdorf Street", die genau neben der Krankenstation liegt.

Für alle 14 Teilnehmer war es ein nachhaltiges Erlebnis. "Trotz der Armut und Einfachheit, trotz der wenigen Mittel, einfachster Nahrung, trotz des häufig fehlenden Stromanschlusses und ohne Wasseranschluss - es gibt meist nur das aufgefangene Regenwasser - wirkten die Menschen weitaus fröhlicher und viel zufriedener als wir es bei solch bescheidenen äußeren Umständen erwarten würden", fand Günther Müller tief beeindruckt.

Die Projekte, die Caritas Maddo vorantreibt, sind praktische Hilfen und "Hilfe zur Selbsthilfe". Somit erhalten die Menschen die Möglichkeit, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, sich selbst zu ernähren und ihren Standard zu verbessern. "Es gibt noch so viel zu tun und jede Hilfe ist willkommen", so Georg Lunz.

Wer jetzt auch gerne helfen möchte, findet die Kontonummer des Hannberger Missionskreises unter www.inuganda.de Die Kontonummer des Adelsdorfer Missionskreises ist: Raiffeisenbank Adelsdorf (BLZ 760 690 55) , Missionskonto 320 88 18.

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