Höchstadt
Bürgerversammlung

Fünf Dörfer planen die Zukunft

Nackendorf, Kieferndorf, Medbach, Saltendorf und Bösenbechhofen bereiten sich auf die Dorferneuerung vor. Die Ortsbewohner sind zum Mitmachen aufgefordert. Das Interesse scheint groß zu sein.
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Die Besucher der Bürgerversammlung verfolgten aufmerksam die Erläuterungen zur Dorferneuerung. Foto: Evi Seger
Die Besucher der Bürgerversammlung verfolgten aufmerksam die Erläuterungen zur Dorferneuerung. Foto: Evi Seger
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Wo kommen wir her? Wo stehen wir? Wohin wollen wir? Was müssen wir dafür tun? Vier W-Fragen sollen sich die Einwohner von Nackendorf, Kieferndorf, Medbach, Saltendorf und Bösenbechhofen stellen und beantworten. Sie sind das A und O für die Dorferneuerung, die in den fünf Höchstadter Ortsteilen angepackt werden soll. In einer eigenen zu diesem Thema anberaumten Bürgerversammlung schienen die Anwesenden sehr interessiert.

Ins Fischerstübla der Fortuna war Michael Ertel von der Direktion für ländliche Entwicklung in Ansbach gekommen, um die Ortsbewohner zur Mitarbeit in einem der Arbeitskreise zu motivieren. Der Referent führte den Bürgern Ziele, Chancen und Möglichkeiten der Dorferneuerung vor Augen, erklärte den Verfahrensablauf und die Fördermöglichkeiten.

Noch ist alles in der Vorbereitungsphase.
Frühestens in eineinhalb Jahren sei mit der Anordnung zu rechnen, mit den ersten Maßnahmen könne in etwa zwei Jahren begonnen werden, erklärte Ertel. "Was alle angeht, muss von allen getragen werden", lautet sein Leitfaden zur Dorferneuerung. "Mitdenken, mitplanen, mitgestalten, bieten wir an, um die Dörfer fit zu machen für die Zukunft." Und alles geschehe auf freiwilliger Basis.
Die Mitwirkung der Bürger sei ihm wichtig, da sie ihren Ort am besten kennen und ihr Wissen einbringen können. "Wenn sie selbst mitmachen, werden sie die Maßnahmen besser akzeptieren und später beim Unterhalt besser darauf achten", glaubt Ertel.

Als Grundlage für die Einleitung des Verfahrens sollten in den Arbeitskreisen Ziele und ein vorläufiger Maßnahmenkatalog erarbeitet werden. Am Ende der Vorbereitungszeit werde es eine Zusammenfassung der Arbeit und eine Präsentation geben.

Klosterlangheim war "klasse"

Eine Gruppe von 14 Bürgern hatte bereits ein Seminar in Klosterlangheim besucht. Karl-Heinz Göhr war einer von ihnen. "Ich fand's klasse", erzählte der Saltendorfer. Die Arbeit in der Gruppe habe Spaß gemacht und man habe viel gelernt. Neben der "Ideenfindung" galt es, Stärken und Schwächen der Dörfer zu beurteilen.

"Ihr seid sehr gut vorbereitet", lobte Bauamtsleiter Jürgen Ganzmann. Im Reigen der bereits abgeschlossenen Dorferneuerungen sei Etzelskirchen der erste Ort gewesen. Anhand von Fotos zeigte er auf, was sich in seinem Heimatort durch die Dorferneuerung zum Positiven verändert hat. Allerdings habe damals die Planungsphase zu lange gedauert, meinte Ganzmann. Martin Oberle, der die Dorferneuerung federführend begleitet, sieht sie als eine Herausforderung, da es sich nicht um einen, sondern um fünf Orte handle. Um das Ganze lebendig zu halten, soll es in jedem Dorf einen Arbeitskreis geben. Die Arbeitskreise werden offen sein und es könnten auch nachträglich noch Leute einsteigen.

Das Verfahren sollte in acht bis zehn Jahren durchgezogen sein, meinte ein Teilnehmer in der Diskussion. Wenn es sich länger hinziehe, könnten die Leute das Interesse verlieren. Das ist ganz im Sinne von Bürgermeister Gerald Brehm: "Kompakt planen, kompakt durchführen", ist sein Leitspruch.

Ein Jahr für Projektfindung

Ingenieur Ertel möchte den Arbeitskreisen etwa ein Jahr Zeit geben, um zu überlegen, was angepackt werden soll. Erst wenn das Verfahren offiziell eingeleitet ist, werde eine Teilnehmergemeinschaft gewählt.

Im Seminar hatten die Teilnehmer aufgelistet, wo sie in den Dörfern am meisten Handlungsbedarf sehen.
Nach dem Ortsbild stand an zweiter Stelle die DSL-Versorgung. Bürgermeister Brehm räumte ein, dass es im Stadtgebiet einige weiße Flecken gibt, das Gebiet der Stadt aber zu den bestversorgten im Landkreis zähle. Mithilfe des neuen Förderprogramms sollen laut Brehm in Bereichen mit weniger als 30 MB "Nachbesserungen" vorgenommen werden. Einschließlich des städtischen Anteils stünden dafür rund eine Million Euro zur Verfügung.
Höchstadt ist nach Brehms Worten auf dem besten Weg in die Zukunft. Alle wesentlichen Bereiche - Wasser, Abwasser, Gewerbegebiet - seien abgehakt.
Derzeit sei ein neuer Landschafts- und Flächennutzungsplan in Arbeit. Das Stadtentwicklungskonzept Hohenstete 2030 werde in den nächsten Monaten verabschiedet.




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