Haundorf

Freie Fahrt um Haundorf herum - Südspange eingeweiht

Die Südspange, die den Herzogenauracher Ortsteil entlasten soll, ist jetzt offiziell eingeweiht. Die Baukosten betragen 2,2 Millionen Euro.
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Auch wenn die Haundorfer Spange schon seit einem halben Jahr benutzt wird, war die Freude beim offiziellen Banddurchschnitt groß. Foto: Richard Sänger
Auch wenn die Haundorfer Spange schon seit einem halben Jahr benutzt wird, war die Freude beim offiziellen Banddurchschnitt groß. Foto: Richard Sänger
Das Weihwasser konnte Herzogenaurachs Stadtpfarrer Helmut Hetzel zur Einweihung der "Haundorfer Spange" in der Tasche lassen, es kam nämlich reichlich von oben. Benutzbar ist die Südspange schon seit Dezember 2014 und sorgt seitdem für eine wesentliche Entlastung des Herzogenauracher Ortsteiles.

"Mal sehen, wo unser Geld geblieben ist, schließlich zahlte die Stadt zwei Drittel", meinte SPD-Stadtrat Peter Prokop schmunzelnd, der einer von vielen Gästen der Einweihung war. Die Pfarrer Karola Schürrle und Helmut Hetzel segneten nicht die Straße, sondern die Mitarbeiter der beteiligten Firmen und alle Straßen- und Radwegbenutzer. Den Kreisverkehr verglichen die beiden Geistlichen mit einem Weg zu Gott, denn es gebe immer eine Ausfahrt und einen Weg zu Gott. Und wenn man sich noch nicht ganz sicher sei, könne man ja noch eine Runde drehen.

Landrat Alexander Tritthart (CSU) wies darauf hin, dass die Maßnahme schon über Jahre im Investitionsprogramm des Landkreises enthalten war, sich aber wegen Schwierigkeiten beim Grunderwerb über Jahre hingezogen habe. Geplant wurde die Entlastung von Haundorf bereits 2006, was im rechtsgültigen Bebauungsplan Nr. 61 als "Ausbau und Verlegung der Kreisstraße ERH 25 südlich Haundorf" ausgewiesen wurde.

Der Bebauungsplan sah vor, die Kreisstraße zwischen der Nordumgehung und der Kreisstraße ERH 3 auszubauen und den Ortsteil Haundorf mit einer Süd-West-Umfahrung zu entlasten.

Bau in zwei Abschnitten

Sowohl der Landrat als auch Bürgermeister German Hacker (SPD) wiesen darauf hin, dass die Umgehung durch die Entwicklung rund um Herzogenaurach und insbesondere des neuen Stadtteils Herzo-Base dringend notwendig gewesen sei. Vor vier Jahren wurde bereits der erste Teil mit dem Kreisverkehr am Adidas-Outlet und bis zur Betriebszufahrt der Rastanlage an der A 3 ausgeschrieben und gebaut. Die Firmen Adidas, Wormser und Gechter erhielten auf eigene Kosten die benötigten Abbiegespuren.

Im Juli des vergangenen Jahres wurde schließlich der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen und bis Jahresende mit Hochdruck an der Baustelle gearbeitet. Tritthart lobte dafür besonders die Mitarbeiter der Firma Rädlinger aus Cham, die nicht nur vor dem Termin fertig wurde, sondern auch größtenteils bei laufendem Verkehr baute. Auch der Geh- und Radweg sei immer befahrbar gewesen. Hacker wies darauf hin, dass mit der geschlossenen "Umrundungsstrecke" eine Qualitätsverbesserung und deutliche Erleichterung für Radler, Skater und Spaziergänger im Bereich der Herzo-Base erreicht wurde.

Natürlich war es allein mit dem Straßenbau und dem Kreisverkehr nicht getan, ein Regenrückhaltebecken musste gebaut und eine Ausgleichsmaßnahme geschaffen werden sowie die Bepflanzung erfolgen. Zuletzt kamen noch Markierungsarbeiten, Beschilderung und eine Feinschicht für die Geh- und Fußwege. Nach elf Monaten Bauzeit meldeten die beauftragten Firmen Vollzug.

Die ERH 25, die am Industriegebiet Wasen vorbeiführt, wurde auf einer neuen, etwa 750 m langen Trasse in Richtung Nord-Westen weitergeführt. Sie schwenkt nun knapp 300 m südlich des Ortsteils Haundorf nach Westen von der ursprünglichen Strecke ab und schließt im Norden über einen neu errichteten Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 30 m an die Kreisstraße an, die an der Adidas-Zentrale vorbeiführt.

Die Stadt trägt zwei Drittel und der Landkreis ein Drittel der gesamten Projektkosten von rund 2,2 Millionen Euro, in denen 1,5 Millionen Euro reine Baukosten enthalten sind. Die Ausgaben reduzieren sich letztendlich noch um Fördermittel des Freistaats, sodass der städtische Anteil voraussichtlich mit rund 600.000 Euro zu Buche schlägt.

"Durch den Ausbau und vor allem durch die Verlegung der Kreisstraße ERH 25 südwestlich an Haundorf vorbei konnte eine erhebliche Entlastung des Ortsteils erzielt werden", erklärte Bürgermeister Hacker bei der Einweihung. In diesem Zusammenhang bedankten sich Landrat und Bürgermeister insbesondere bei den Grundstückseigentümern, die eine Umgehung erst ermöglicht hätten.
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