Ein Barde mit Lachgarantie, zwei neue farbenprächtige Schautänze der Garden und ein fast schon ausverkauftes Haus erwarten die Gäste der beiden Prunksitzungen des Karnevalsclubs Herzogenaurach (KCH) an den beiden folgenden Samstagen. Jetzt, da der Fasching so langsam Ernst macht, sind die Narren an den beiden Wochenenden gleich viermal gefordert.

Vorsitzender Gerd Engert ist in diesen Tagen täglich im Vereinshaus, um die Vorbereitungen zu treffen. 360 Plätze werden bestuhlt. Vereinzelt sind für die erste Sitzung am Samstag noch Karten zu haben, sagt Engert, insgesamt vielleicht zehn bis zwölf, ebenso viele sind's für die zweite Sitzung eine Woche später. Die Organisatoren können zufrieden sein.


Das Lied vom Gerchla



Ein Zugpferd in beiden Sitzungen wird Philipp Simon Goletz sein, dem Publikum auch als "Frankensima" oder Bayern-1-Barde bekannt. Mit seinen Interpretationen auf Schlagerhits und dem Kerwaslied vom Gerchla trieb er schon bei seiner Premiere im vergangenen Jahr den Zuhörern buchstäblich die Lachtränen in die Augen.
Auch zwei neue Büttenredner sind im Programm, wie Engert in seinem Ausblick feststellt. Zu den inzwischen "Altbekannten" gehört Simon Hertel von den Brucker Gaßhenkern, obwohl er gerade mal 16 Jahre jung ist. Sicherlich wird er breite Unterstützung erfahren, wenn er in seiner Bütt behauptet: "Die Franken sind doch die besseren Bayern".

Und auch im tänzerischen Programm der eigenen Gardemädchen wird es wieder Neuerungen geben. Sowohl die Jugendgarde als auch die Junioren präsentieren neue Schautänze. Die Juniorinnen schlüpfen in das Kostüm der Schornsteinfeger und wünschen dem Publikum tänzerisch Glück. Die Jugendgarde stellt in ihrem Schautanz die Frage "Wollen wir richtig spielen oder Wii?" Und auch das Männerballett, das inzwischen trainerlos ist und als "autonome Zelle" auftritt, hat wieder einen neuen Tanz einstudiert.


Weniger Turnierteilnahmen


In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten waren die Mädels vom KCH auch regelmäßig bei großen Tanzturnieren dabei. Selbst einen deutschen Vizemeistertitel hatte man da mal im Gepäck (1990 mit Cats) und allein zwölfmal wurde der Verein Fränkischer Meister, wie Engert erläutert. Doch von den Wettkämpfen hat man sich inzwischen großteils verabschiedet, der Aufwand sei einfach zu groß. "Es ist nicht mehr unser Ziel, sich für die Meisterschaften zu qualifizieren", sagt der Vorsitzende. Mit eineinhalb Stunden Training pro Woche sei das nicht machbar; mehr Freizeit aber wollen seiner Aussage nach auch die Aktiven nicht investieren. Sie konzentrieren sich lieber auf die Auftritte vor Ort. Engert fasst zusammen: "Wir müssen da nicht vorne mitspielen."