Engagement

Franken helfen Franken: Unterstützung für schwangere Asylbewerberinnen

Danay ist hochschwanger, Liya hat gerade entbunden. Beide leben in der Gemeinschaftsunterkunft in Höchstadt. Martin Schneider vom Verein "Helfende Hände" unterstützt die Frauen in dieser Lebenslage nach Kräften. Auch FT-Leser können mit einer Spende helfen.
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Im Januar soll das erste Kind von Danay und Abebe auf die Welt kommen. Foto: Barbara Herbst
Im Januar soll das erste Kind von Danay und Abebe auf die Welt kommen. Foto: Barbara Herbst
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Danays grünes Shirt spannt über ihrem runden Bauch. Am 7. Januar soll ihr Baby zur Welt kommen. "Es wird ein Junge", sagt sie und lächelt. "Wir freuen uns sehr", sagt Abebe, ihr Mann. "Wir haben auch schon einen Namen. Er soll Moussa heißen." - "Und was wird sein Nachname sein?" fragt Diana Könitzer, die sich als Asylsozialberaterin um die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft im Lappacher Weg kümmert, und zückt ihren Kugelschreiber. Sie hat heute einen Stoß Formulare dabei, die sie mit Danay und Abebe ausfüllen will, Angaben für die Geburtsklinik in Erlangen: Danays Geburtstag, ihre Körpergröße, Fragen zu Allergien, chronischen Krankheiten, Medikamenten und vielem mehr.

"Es ist wirklich viel Papierkram, den es da zu erledigen gibt", seufzt Diana Könitzer. "Wenn man kein Deutsch spricht, so wie Danay, Abebe und viele der anderen Bewohner, ist das gar nicht zu schaffen. Ich versuche natürlich, vieles für sie zu managen. Aber bei manchen Dingen bin ich einfach auf die Hilfe von Ehrenamtlichen angewiesen." Behördengänge, Arztbesuche - bei fast 100 Bewohnern in der Gemeinschaftsunterkunft gibt ihr Zeitbudget das nicht her. "Ich bin deshalb froh und dankbar, dass wir Martin Schneider haben."

Martin Schneider ist ehrenamtlich für den Verein "Helfende Hände Höchstadt" aktiv. "Er begleitet die Bewohner zum Arzt, fährt sie, holt sie ab, geht mit ihnen zu Behörden, organisiert und besorgt, was dringend gebaucht wird, bemüht sich bei Arbeitgebern um Jobs", erklärt Könitzer. Schneider, der als Ingenieur mit Doktortitel bei einem Industrie-Konzern in Erlangen arbeitet, wendet einen Großteil seiner Freizeit dafür auf. Schon seit mehr als zwei Jahren, viel länger als es die "Helfenden Hände" gibt, fragt er in der Unterkunft, wo der Schuh drückt und tut etwas dagegen. "Ich mache das gern", sagt er schlicht. "Das ist etwas, das mich erfüllt, das mich glücklich macht. Ein neues iPad kann das nicht."

Deutsch wird vorausgesetzt

Mit Liya und ihrem Mann Bekele muss er bald zum Standesamt, wegen der Geburtsurkunde ihrer Tochter, die vergangenen Samstag geboren wurde. "Liya spricht Englisch, aber auf dem Amt wird nur Deutsch gesprochen. Das heißt, da muss auf jeden Fall jemand mit", erklärt Könitzer. "Dr. Martin tut so viel für uns - ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte", sagt Liya.

Für Danay und Abebe warSchneider ebenfalls schon beim Standesamt, weil sie eine Bescheinigung brauchten, dass sie verheiratet sind. "Er hat uns auch das Bett gebracht", sagt Danay und streicht mit der Hand über die Matratze, auf der sie sitzt. "Danay hatte mir erzählt, dass sie wegen der Schwangerschaft starke Rückenschmerzen hatte", erinnert sich Schneider. "Die Matratzen hier waren einfach zu weich. Deshalb habe ich eine andere besorgt." Auch einen Fernseher hat er den beiden gekauft, damit sie Nachrichten aus ihrer Heimat sehen können, genauso wie deutsche Programme, um die Sprache zu lernen. "Dr. Martin ist ein guter Mensch", sagt Abebe. "Er hört uns zu", ergänzt Danay. "Er hat uns so viel geholfen. Wir sind ihm sehr dankbar", sagt Abebe mit Nachdruck.


"Franken helfen Franken" und die "Helfenden Hände Höchstadt"

Die Mediengruppe erreicht mit ihren Zeitungen und Internetangeboten viele Menschen. Dies möchte sie nutzen, um sich stark zu machen für ein Franken, das sich durch eine Atmosphäre des Miteinanders und der Hilfe auszeichnet. "Franken helfen Franken" ist der Spendenverein der Mediengruppe Oberfranken, zu dem der Fränkische Tag gehört. Seit der Gründung 2009 kamen schon knapp 153 000 Euro zusammen, die an verschiedenste Projekte, Einrichtungen und Vereine weitergereicht wurden.

Die "Helfenden Hände Höchstadt" sind ein Verein, der im Frühjahr 2014 ins Leben gerufen wurde. Ziel ist, die Bewohner der Höchstadter Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber zu unterstützen. Die ehrenamtlichen Helfer organisieren unter anderem eine Gebrauchtwarenbörse und Deutschkurse, begleiten die Bewohner zu Behörden oder Ärzten.

Wenn Sie die "Helfenden Hände" unterstützen möchten, können Sie auf folgendes Konto spenden:

Mediengruppe Oberfranken - Franken helfen Franken e.V.: Sparkasse Bamberg (BLZ 770 500 00), Kontonummer 302 194 501, Stichwort: "Helfende Hände"

Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie unter der Adresse franken-helfen-franken.de.


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