Sicherheit

Fahrtraining für Höchstadter Senioren

Zum zweiten Mal hat die Verkehrswacht Höchstadt eine Schulung für Senioren angeboten, um im Verkehr wieder sicherer zu werden.
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Für die Höchstadter Teilnehmer ging es beim Fahrtraining unter anderem durch einen Slalomparcours. Foto: Jann Weckel
Für die Höchstadter Teilnehmer ging es beim Fahrtraining unter anderem durch einen Slalomparcours. Foto: Jann Weckel
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Reges Treiben auf dem Parkplatz des Höchstadter Freibads: Mehrere orange-weiße Hütchen und bunte Stangen sind aufgestellt. Hindurch manövriert sich ein Auto nach dem anderen. Mal selbstbewusst, mal zögerlich. Am Steuer: Senioren, die freiwillig ihre fahrerischen Fähigkeiten auf Herz und Nieren testen lassen.


Viele wollen sich nicht blamieren

"Es geht hier nicht darum, ob wir überhaupt Auto fahren können, sondern darum, wie man es richtig macht", findet Alois Rittmayer aus dem Adelsdorfer Ortsteil Aisch. "Ich mache schon das zweite Mal mit und finde das eine einwandfreie Sache." Seine Versuche, auch andere für das Angebot zu begeistern, scheiterten aber: "Ich glaube, viele haben Angst, dass sie hinterher den Führerschein abgenommen bekommen." Nur seine Frau ließ sich schließlich überreden.

Dabei ist das Ziel der Schulung ein ganz anderes: Das Training unter dem Motto "Fit im Auto" soll laut Verkehrswacht Bayern helfen, im Alter das Bedürfnis nach Mobilität mit dem Wunsch nach Sicherheit und dem Erkennen der eigenen Grenzen in Einklang zu bringen. Es sei eine Chance, das eigene Können hinter dem Steuer praktisch zu testen und gemeinsam mit Experten zu hinterfragen. 23 Teilnehmer hatten sich in Höchstadt angemeldet, aufgeteilt auf zwei Termine.

Die Experten kommen beim Höchstadter Kurs von der Fahrschule Striegel. Mit Blick auf die Slalomfahrten der Teilnehmer sagt Fahrlehrer Peter Fischer: "Die meisten sind zu zögerlich. Andere übertreiben es, weil sie unbedingt zeigen wollen, was sie können."

Am Beginn des Kurses steht die Theorie. Allerdings keine Fragebögen oder ähnliches, sondern rund 30 Minuten Erfahrungsaustausch der Teilnehmer. Was bereitet im Straßenverkehr Probleme? Besonders das Verhalten an Kreisverkehren, Bushaltestellen oder beim Auffahren auf die Autobahn wird noch einmal genauer besprochen.
Auch als später nacheinander mit dem eigenen Wagen die Einparkübungen bewältigt werden, stehen die restlichen Teilnehmer in der Gruppe zusammen und tauschen sich angeregt aus. Welche Tricks und Vorgehensweisen gibt es beim Einparken? Welche technischen Hilfsmittel sind mittlerweile auf dem Markt? Jeder scheint hier etwas neues zu lernen - oder zumindest alte Kenntnisse wieder aufzufrischen.

Außerdem geht es noch in Kleingruppen mit dem Fahrschulauto in den Straßenverkehr. In Begleitung eines Fahrlehrers liegt der Fokus auch hier auf Situationen, die älteren Fahrern hauptsächlich Schwierigkeiten bereiten. "Man schaut insgesamt zu wenig", stellt Alois Rittmayer fest. "Zum Beispiel der Schulterblick beim Starten und Abbiegen." Es schleiche sich einfach über die Jahre die Routine ein.


Schnellere Autos, mehr Verkehr

Reichlich Erfahrung hat auch Lisbeth Maier aus Höchstadt. Sie wird in wenigen Wochen 83 Jahre alt, und in dieser Zeit hat sich einiges verändert. "Es ist mehr Verkehr und die Autos sind schneller. Gleichzeitig schaut und denkt man selbst langsamer. Da ist es nicht verkehrt, so etwas hier mitzumachen." Auch sie war zum zweiten Mal mit dabei.

Der älteste Teilnehmer ist der 88-jährige Klaus Kain aus Hermersdorf. Obwohl er seinen Führerschein schon seit 63 Jahren hat und seitdem unfallfrei geblieben ist, bleibt er selbstkritisch: "Mit dem Einparken eben war ich nicht zufrieden. Aber ich geniere mich da nicht. Ich bin ja hier, um Kritik zu hören."


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