Helmut Wening ist entsetzt. Der Erlanger ist Mitglied bei den Pfadfindern des Stammes Asgard und steht vor dem brennenden Vereinshaus des Stammes in der Kurt-Schumacher-Straße. "Das ist das Ende" murmelt er, bevor er sich das Ausmaß des Schadens genauer anschaut. Und das ist enorm. Die gesamte Blockhütte inklusive Inventar ist ein Raub der Flammen geworden.

Gegen ein Uhr wurden die Erlanger Hauptwache und die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert. Zunächst hatte es geheißen, dass das Vereinsheim der Modellbauer in Vollbrand stehe. Doch es hatte den Nachbarn getroffen: die Pfadfinder verloren ihr Haus.


Stundenlanges Nachlöschen


Der Brand selber war schnell unter Kontrolle, auch wenn die Nachlöscharbeiten bis in die Morgenstunden anhielten. Der Grund des Brandes ist noch unklar. Mehrere Wohnwagen und ein Bootsanhänger in der Nähe wurden durch die Hitze beschädigt. Der Gesamtschaden liegt bei rund 100.000 Euro, doch der immaterielle Schaden ist höher. Die Pfadfinder hatten sich bereits auf die Erlanger Rädli vorbereitet. Seit Jahren gehört der Stamm Asgard zu den wichtigen Anlaufstationen bei dieser Familienradtour durch die Stadt. Nun werden sie sich erst einmal sorgen, wie es in Zukunft weitergeht. In diesem Falle hoffen die Pfadfinder auf eine leichte Abwandlung ihres Leitspruchs: "Hoffentlich gibt es eine gute Tat für uns."

Der Stamm Asgard Erlangen gehört zum Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP). Als Pfadfinderbewegung versuchen die Leiter, den Kindern und Jugendlichen durch Spiel und Spaß eine ganzheitliche Charakterbildung zu ermöglichen. Die Leiter arbeiten ehrenamtlich, sind keine Sozialpädagogen und betreuen ihre Gruppen nach den Motto "Jugend leitet Jugend". Seit über 40 Jahren ist der Stamm Asgard nun schon in Erlangen verwurzelt, mittlerweile ist er mit knapp 120 Mitgliedern der größte und aktivste Pfadfinderstamm des BdP LV Bayern.