Adelsdorf
Konzert

Engelsstimmen erklangen

Aus Bulgarien stammt das Angelicus-Ensemble, das die Adelsdorfer Stephanuskirche mit seinem ungewöhnlichen Gesang erfüllte.
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Stelozar Galabov (vorne) als Solist in dem Ensemble Foto: Johanna Blum
Stelozar Galabov (vorne) als Solist in dem Ensemble Foto: Johanna Blum
Zum dritten Mal konzertierte das Angelicus-Ensemble aus Bulgarien am Sonntagabend in der Adelsdorfer Stephanskirche. "Wir machen auf unserer vierwöchigen Deutschlandtournee immer gerne Station in Adelsdorf", sagte der musikalische Leiter Stelozar Galabov, der auch durchs Programm führte.
Das Vokalensemble, das am 7. Januar 2007 in Sofia (Bulgarien) gegründet wurde, besteht aus sechs Berufssängern, die sich der kirchlichen Musik verschrieben haben. Im Programmheft liest man Komponistennamen wie Dimitrij Bortnanski (Die Macht der Liebe), Dobri Christof, Modest Mussorgsky, Sergei Rachmaninow und Peter Tschaikowski, um nur einige zu nennen.
Der Name "Angelicus" kommt aus dem Lateinischen und Angelus ist der Engel. Die "Engel" mit den ungewöhnlichen Stimmen führen das russische, bulgarische und griechische altertümliche Orthodoxmusikerbe auf den Bühnen und in den Kirchen in aller Welt auf.
Im Altarraum erklangen ohne technische Verstärkung meditative byzanthinische, bulgarische und gregorianische Gesänge.
Das zahlreich erschienene Publikum erlebte einen absolut beeindruckenden, meditativen, mystischen, ostkirchlichen Chorgesang. Pastoralreferentin Dagmar Haas begrüßte Sänger und Publikum in Vertretung des Hausherrn Pfarrer Thomas Ringer: "Ich wünsche mir, dass wir im aufmerksamen Hören auf die Klänge in die eigentliche Tiefe gehen, auf Gott aufmerksam werden und in Verbindung mit ihm kommen."
Die sonoren Stimmen der in ihrer Heimat berühmten Berufssänger erfüllten das ganze Gotteshaus, sei es im Pianissimo über Crescendo bis hin zum Fortissimo. Oft dienten die Bässe als Klangteppich und darüber bewegten sich die klaren Melodiestimmen - ein Genuss für jeden Zuhörer. "Ich bete an die Macht der Liebe" oder das "Vater unser" von Korsakov, ein musikalisches Gebet - alle Lieder waren ein klangliches Erlebnis!
"Wir sind eigentlich alle Solisten", erklärte Stelozar Galabov und jeder Sänger erklomm stimmlich mühelos Höhen und Tiefen. Das Adelsdorfer Ehepaar Christiane und Rainer Hubert erlebte das Ensemble zum ersten Mal. "Mir hat es sehr gut gefallen. Es kam mir fast so vor wie Klostermusik", meinte Rainer Hubert nach dem Konzert. "Ich fand es sehr meditativ, einmal im Publikum zu sitzen. Dass man schon vor vielen Jahrhunderten solche Hymnen komponiert hat, beeindruckt mich sehr", meinte Ehefrau Christiane, Mitglied der Adelsdorfer Musikanten. Am Ende spendeten die Zuhörer voller Begeisterung stehend Applaus.

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