Fetzelhofen
Hinter meiner Gartentür

Eine darwinistische Garten-Kultur

Marga und Erich Lunz stehen auf Farbtupfer zwischen dem Grün. In ihrem Garten dürfen ihre drei Hunde frei herumtollen und Rosenbüsche einen Ahornstamm umarmen.
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Im Garten von Familie Lunz gibt es unterschiedliche Abteilungen. Im Gemüsegarten zum Beispiel haben die Hunde keinen Zutritt. Fotos: Sarah Dann/privat
Im Garten von Familie Lunz gibt es unterschiedliche Abteilungen. Im Gemüsegarten zum Beispiel haben die Hunde keinen Zutritt. Fotos: Sarah Dann/privat
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So faul wie er sagt, kann Erich Lunz gar nicht sein. Es muss zwar "nicht alles akkurat sein", aber in seinem Garten in Fetzelhofen tut sich ständig was. So wie er früher als Maschinenbauer getüftelt hat, wird auch rund ums Haus immer wieder experimentiert. Gerade ist der Rentner dabei, ein Bewässerungssystem auszubauen. Noch liegen die Wasserschläuche etwas unstrukturiert an den Wegrändern und die Wasserauffangbehälter sind noch nicht von Grünpflanzen verschlungen worden, doch in ein paar Monaten könnte - oder besser gesagt soll - alles vor dem ersten Blick verborgen und umwachsen sein.

Erich Lunz erfüllt den technischen, künstlerischen Part beim Gärtnern. Und er genießt gerne. In einer der ruhigen Sitz-Ecken oder in der Hängematte, die geschützt im Wintergarten ist. Wenn es um den Grünen Daumen geht, dann ist seine Frau Marga gefragt, "den hat schon eher sie", schmunzelt ihr Ehemann. Im Gemüsegarten-Abteil werkelt sie meist alleine umher, da dürfen auch ihre drei Hunde nicht rein. Zucchini, Tomaten, Gurken, Paprika, Salat ... was eben so wächst und schmeckt. Das Streichen der Hochbeete, das nimmt sich dann wieder ihr Mann vor.


Froschkonzert für Nachbarn

Besonders stolz ist Familie Lunz auf die Hingucker, die auf dem rund 1250 Quadratmeter großen Grundstück verteilt sind. Die linke Hausecke wird von einem Glaskunst-Abschiedsgeschenk geziert, das die Elemente der Erde darstellt. In der Einfahrt steht eine Hundertwassersäule, in die die Klingelanlage integriert ist. Rostige Dekoration mag Erich Lunz nämlich nicht, damit hatte er sein ganzes Berufsleben genug zu tun, so seine Erklärung. Dann lieber kunterbunte überdimensionierte Glas-Kolibris, die am Baum picken oder eine rot-weiße Spinne, deren Zuhause ein Garten-Zaun und ihr Nachbar ein Pudel ist.

Um das Jahr 2000 rum hat sich die Gartenarbeit bei Marga und Erich Lunz zu einem etwas professionelleren Hobby entwickelt. "Ich wollte schon immer einen Park-Charakter haben", sagt der Heimgärtner. Da darf ein Gartenteich im Zentrum, wie ein Pflasterweg außen herum nicht fehlen. Zur Freude des Enkels schwimmen darin munter über 100 Goldfische, auch kleine Bitterlinge oder Krebse leben im Wasser und Frösche geben gerade im Sommer ein exklusives Konzert für alle angrenzenden Nachbarshäuser.

Ein gefräßiger Fischreiher hat sich bisher noch nicht in den privaten Fetzelhofen-Park getraut - vielleicht auch, weil drei Wachhunde schauen, dass ihren Mitbewohnern - den Fischen - nichts passiert. Erich und Marga Lunz sind wahre Tierfreunde. Auch Pferde haben es den beiden angetan. Eher unlieb sind den leidenschaftlichen Gärtnern dagegen Wühlmäuse oder Maulwürfe und natürlich Schnecken. Chemisch wird aber gegen kein Getier vorgegangen. Und auch die Pflanzen dürfen gedeihen, oder eben nicht - das ist die "darwinistische Theorie" im Garten von Familie Lunz. Wenn sich eine Pflanze an einem Flecken nicht wohlfühlt und möglicherweise eingeht, wird eben der nächste Versuch mit der nächsten Pflanze gestartet.

Nur so konnte ein prächtiger Rosenbaum wachsen. Nachdem ein Blutahorn eingegangen war, pflanzten die Rosen-Liebhaber um den abgesägten Stamm eine Ramplerrose, eine Kletterrose. Mittlerweile ist das Stachelgewächs mit dem Ahorn eins geworden. Zwar setzen sich die weißen gegenüber den roten Blüten durch, aber das sei ja beim Frankenrechen auch nicht anders, witzelt Erich Lunz.

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