Herzogenaurach
Tag des Schulgartens

Eine Fledermauslockpflanzenecke?

Um der Öffentlichkeit zu zeigen, was Schulgärten leisten und welches Potenzial sie besitzen, gibt es einen bundesweiten "Tag des Schulgartens".
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Satine Bork (v.l.), Leah Gonzalez und Tom Finke sind ein Teil des Gartenteams und haben bei dem prächtigem Wachstum der eigenen Tomaten offensichtlich "grüne Daumen".  Foto: Michael Busch
Satine Bork (v.l.), Leah Gonzalez und Tom Finke sind ein Teil des Gartenteams und haben bei dem prächtigem Wachstum der eigenen Tomaten offensichtlich "grüne Daumen". Foto: Michael Busch
Klare Ansage: "Lieber schwere Gartenarbeit als Matheunterricht!" Leah Gonzalez, Satine Bork und Tom Finke sind sich darin einig. Die drei Schüler der 5./6. Klasse der Herzogenauracher Montessorischule blühen - im engsten Sinne des Wortes - bei ihrem Gartenjob regelrecht auf. Am bundesweit ausgerichteten Tag des Schulgartens haben sie die Aufgabe, Gäste durch die Hoch- und Kräuterbeete, Blumenanlage und Fledermauslockpflanzenecke zu führen.
In der Montessorischule ist der Schulgarten seit sechs Jahren Teil der pädagogischen Arbeit für die 5. und 6. Klasse. Die pädagogische Betreuerin Angela Tesar erklärt den Schülern in der Praxis alles rund um den Garten. Die Schüler lernen den Weg von der Aussaat bis zur Ernte kennen, übernehmen pflegerische Maßnahmen und setzen theoretische Erkenntnisse in die Praxis um. Die Themen Bodenfruchtbarkeit und Naturschutz werden damit erlebbar und Teil der Lebenswirklichkeit.
"Mir sind auch Besonderheiten wichtig, so dass Unkraut nicht gleich Unkraut ist und weggeschnitten werden muss", sagt Tesar. Ein Beispiel sei der Spitzwegerich. "Wenn man die Blätter abmacht und reibt, sind die wirkungsvoll gegen Insektenstiche", erklärt Satine.
Der Schulgarten beherbergt mittlerweile neben den Pflanzen auch viele verschiedene Insekten sowie ein "Insektenhotel". Durch eine gezielte Pflanzenauswahl sollen Fledermäusen und Vögeln sowohl Nahrung als auch Unterschlupf finden, der neue Fledermauskasten hängt noch unbewohnt an der Schulwand.


Und doch noch Mathe

"Möhren und Zwiebeln stehen zusammen, weil die sich gegenseitig beschützen", erklären die beiden elfjährigen Mädchen. "Zwiebelfliege und Karottenfliege mögen jeweils den Geruch der anderen Pflanze nicht!" Die Schüler achten beim Anbau von Gemüse auf die Herkunft des Saatgutes ebenso wie auf die Verträglichkeit der Pflanzen untereinander für ein gutes Wachstum.
So nebenbei wird dann aber doch noch Mathe gelernt, wie die Fachkraft Tesar zugibt. "Ohne den mathematischen Weg genau zu kennen, konnten die Schüler an den Hochbeeten ausrechnen, wieviel Erde zu Anfang des Jahres aufgeschüttet werden muss." Also fächerübergreifend und doch ein wenig Matheunterricht.
Und die Belohnung der fleißigen Gärtner? Die gibt die Natur selber. Wobei Erdbeeren der Renner sind, dicht gefolgt von allen anderen Früchten. Satine gibt aber zu, dass sie auch die Radieschen richtig gerne mag. Klar: Ist ja auch irgendwie selbst gemacht.


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