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Höchstadt a. d. Aisch
Versprechen

Ein Treffen für Höchstadts Flüchtlinge in der Kulturfabrik

In der Fortuna Kulturfabrik haben sich am Freitag Asylbewerber getroffen, um mehr über die Region zu erfahren. Auslöser für den Abend mit menschlicher Wärme war eine eiskalte Dusche von Stadtrat Martin Oberle.
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Auf Einladung von Stadtrat Martin Oberle (FW) haben sich am Freitag in der Fortuna Kulturfabrik Höchstadter Flüchtlinge getroffen. Fotos: Johanna Blum
Auf Einladung von Stadtrat Martin Oberle (FW) haben sich am Freitag in der Fortuna Kulturfabrik Höchstadter Flüchtlinge getroffen. Fotos: Johanna Blum
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Martin Oberle, Stadt- und Kreisrat (FW) und Leiter der Außenstelle für Teichwirtschaft, hat am Freitagabend Asylbewerber in den Fischsaal der Fortuna Kulturfabrik eingeladen.

"Ich hatte mir schon seit langem gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin gedacht, dass in Bezug auf die Asylbewerber vor Ort etwas zu tun ist", sagt Oberle. Auslöser, aktiv zu werden, sei dann die Ice Bucket Challenge gewesen.

Letztes Jahr ließen sich bei der Aktion Menschen aus der ganzen Welt eiskaltes Wasser über den Kopf schütten und dokumentierten dies in Internetvideos. Es ging darum, auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. Viele Prominiente machten mit und bestimmten am Ende ihres Videos den nächsten, der sich mit Wasser übergießen sollte.

"Ich wurde hier von Ludwig Wahl, dem Röttenbacher Bürgermeister, nominiert", sagt Oberle, der sich aber entschieden hat, die Aktion etwas
anders zu gestalten. Statt einer Spende für die Nervenkrankheit, hatte er angekündigt, etwas für die Asylbewerber in Höchstadt zu tun. Dieses Versprechen löste Oberle am Freitag nun mit der Veranstaltung in der Fortuna Kulturfabrik ein.

Unterstützung bekam er unter anderem von Michael Ulbrich, Rektor der Mittelschule, von Michael Thiem von der Laufer Mühle, Bürgermeister Gerald Brehm (JL), Klaus Müller vom Fischereiverein Höchstadt, vom Rotary Club Neustadt an der Aisch, und von FT-Redakteur Andreas Dorsch.

"Den Asylbewerben soll unsere Heimat ein Stück weit näher gebracht werden und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme gegeben werden", sagt Oberle. Der Abend solle aber trotzdem noch in einer "familiären" Atmosphäre stattfinden. Daher wurde der Fischsaal in der Kulturfabrik gewählt, der Platz für etwa 50 bis 60 Personen bietet.
Gekommen sind Gäste dem Irak, aus Äthiopien und Somalia. Neben den neugierigen, noch etwas schüchternen Asylbewerbern aus der Unterkunft im Lappacher Weg, waren etliche ehrenamtliche Helfer gekommen. So etwa vom Helferkreis "Helfende Hände". Auch Fred Schäfer, Leiter der Sozialen Dienste der Diakonie Bamberg-Forchheim war gekommen. Auch Neugierige aus Forchheim sind gekommen. Ein Auswahlchor der Ritter von Spix Schule begrüßte alle Gäste, begleitet von Michael Ulbrich am Piano.

In englischer und deutscher Sprache begrüßte Oberle die Anwesenden. Dann zeigte er Bilder aus dem Aischgrund, dem Mohrhofgebiet mit den zahlreichen Karpfenweihern, dem größten Steinkarpfen der Welt am Karpfenkreisel und von der Karpfenzucht.

Nicht nur im Bild, sondern auch in Wirklichkeit konnten alle Gäste die leckeren Karpfenchips mit Kartoffelsalat genießen. "Das schmeckt gut!", meinte Nadim aus dem Irak anerkennend. Die Brote mit einer Fischpaste und der Hauptgang waren von der Laufer Mühle zubereitet worden. Nach der Essenspause stellte die Laufer Mühle das Kreislauf-Kaufhaus vor, in dem man Möbel, Geschirr und Kleidung findet. Packt man dort mit an, kann man einen Euro pro Stunde verdienen und als Gegenleistung für kleine Arbeiten im Lebens-Mittelpunkt gibt es eine Essensbox.

Fred Schäfer stellte die Diakonie vor und Julia Weiland erzählte von der Kulturfabrik und ihrer Arbeit als Jugendpflegerin in Höchstadt.

Voller Eindrücke und mit einem positiven Gefühl - dem Gefühl willkommen zu sein und jederzeit Hilfe zu bekommen, gingen die Asylbewerber zurück in ihre Unterkunft am Lappacher Weg. Als "Türöffner" in die neue Heimat hat der Abend gut funktioniert.
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