Laden...
Mühlhausen
Kooperation

Ein Heim für Fischer und Tauben

In Mühlhausen machen der Brieftauben- und der Fischereiverein gemeinsame Sache: Sie haben zusammen ein Vereinshaus gebaut. Ein Gewinn für alle.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wer gemeinsam schafft, darf auch gemeinsam feiern.  Foto: Evi Seeger
Wer gemeinsam schafft, darf auch gemeinsam feiern. Foto: Evi Seeger
An Ostern war noch nichts zu sehen - und jetzt ist das gemeinsame Heim von Brieftauben- und Fischereiverein bereits unter Dach und Fach. "Auch andere Vereine sollten solche Gemeinschaften gründen, um zu überleben", findet Bernd Wiesener, der Vorsitzende der Mühlhausener Fischer.

Derzeit sei nämlich "das ganze Vereinswesen total im Keller".

Dass in Mühlhausen der Zusammenhalt noch stimmt, zeigte die unglaublich schnelle Fertigstellung des Rohbaus: Am Samstagvormittag wurde noch das Dach eingedeckt, am Nachmittag wurde für den nahe am Sportplatz errichteten Neubau bereits Richtfest gefeiert. Die Ständerbauweise hat's möglich gemacht - und nicht zu vergessen die vielen helfenden Hände, wie Joachim Fries, der Vorsitzende der Mühlhausener Brieftaubenzüchter "Ebrachbote" und Bernd Wiesener, Vorsitzender des Fischereivereins, voll Freude anfügten.
Selbst der örtliche Pfarrer habe mit Hand angelegt.

Allerdings waren die großen Holzbauteile bereits vorgefertigt, als sie an der Baustelle ankamen. Vereinsmitglieder hatten sie im Werk der Zimmerei Schorr in Burghaslach zusammen gefügt. Inhaber Herbert Schorr ist ebenfalls Vereinsmitglied und hat den Bau geplant und ausgeführt. Natürlich sprach der Zimmerermeister auch den Richtspruch samt Gebet für das gute Gelingen.

Großzügig unterstützt wurden die beiden Traditionsvereine durch die ortsansässigen Firmen.

Und weil alle zusammen geholfen und sogar einige Vereinsmitglieder Kredite gegeben haben, ist es den Fischern und den Brieftaubenzüchtern gelungen, ohne Bankdarlehen auszukommen. Ihnen allen und der Gemeinde Mühlhausen, die das Grundstück zu diesem gemeinsamen Vorhaben verpachtet hat, sprachen die Verantwortlichen ihren besonderen Dank aus.

"Vertraglich miteinander verbunden", seien nun die Brieftaubenzüchter und der Fischereiverein, erklärten die Vorsitzenden wie aus einem Mund. Die Kosten würden auf Grundlage der genutzten der Räumlichkeiten aufgeteilt.

"Durch den Bau sind wir ohnehin zusammen gewachsen", bekräftigt Bernd Wiesener.

In der nächsten Woche soll mit den Verputzarbeiten begonnen werden, denn zumindest der Fischereiverein will sobald als möglich einziehen. Die Fischer haben derzeit nämlich keinen Versammlungsraum und die Gerätschaften sind auf verschiedene Plätze verteilt, erklärt Wiesener. Fries will mit seinen Vereinskameraden erst im Herbst einziehen und bis dahin noch die alten Räume nutzen.

Bei den Baukosten halten sich die Vereinsverantwortlichen bedeckt. Nur soviel, dass sich alle der Brieftauben-Einsatzstelle Mühlhausen angeschlossenen Vereine - das sind neben Mühlhausen noch Sambach, Thüngfeld, Elsendorf und Höchstadt - an der Finanzierung beteiligen.

Das neue Vereinsgebäude ist 18 mal zehn Meter groß, ein fünf Meter langer Vorbau kommt noch hinzu. Im Gebäude gibt es je einen Raum für Fischer und Brieftaubenzüchter sowie einen Schulungsraum und Nebenräume wie Büro und sanitäre Anlagen. Unsere Frage, ob die an Mitgliederzahlen eher kleinen Vereine so ein Haus brauchen, wird eindeutig bejaht. Die Fischer hätten weder einen Raum als Treffpunkt noch einen zentralen Lagerraum, erklärt Bernd Wiesener. "Und wir müssen unsere Brieftauben nach den Vorgaben des Tierschutzgesetzes verladen und transportieren", ergänzt Joachim Fries. Künftig würden die Tiere vom neuen Vereinshaus aus für den Wettflug verladen und von der Transportgemeinschaft Steigerwald-Bamberg abtransportiert.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren