Erlangen
Hilfsorganisation

"Ein-Dollar-Brille": Erlanger Lehrer verhilft Tausenden in Afrika zu einer Brille

Für viele war es der Schlüssel zu einem neuen Leben - und die Idee dabei ist so einfach: Ein Erlanger Lehrer hat das Projekt "Ein-Dollar-Brille" ins Leben gerufen.
Artikel drucken Artikel einbetten
er Realschullehrer Martin Aufmuth präsentiert am 16.10.2013 in Erlangen (Bayern) eine "Ein-Dollar-Brille", welche er an seiner selbst entwickelten tragbaren Optik-Werkstatt gefertigt hat. Mit der tragbaren Werkstatt kann der 39-Jährige "Ein-Dollar-Brillen" fertigen um in Entwicklungsländern Menschen mit Sehbehinderung zu helfen. Foto: Daniel Karmann/dpa
er Realschullehrer Martin Aufmuth präsentiert am 16.10.2013 in Erlangen (Bayern) eine "Ein-Dollar-Brille", welche er an seiner selbst entwickelten tragbaren Optik-Werkstatt gefertigt hat. Mit der tragbaren Werkstatt kann der 39-Jährige "Ein-Dollar-Brillen" fertigen um in Entwicklungsländern Menschen mit Sehbehinderung zu helfen. Foto: Daniel Karmann/dpa
Gut drei Jahre nach der Gründung hat ein Erlanger Entwicklungsprojekt rund 20 000 Menschen zu preiswerten Brillen verholfen. Die vom Verein "Ein-Dollar-Brille" ausgebildeten "fliegenden Optiker" seien inzwischen in neun Ländern Afrikas und Lateinamerikas aktiv, berichtet der Vereinsgründer Martin Aufmuth.

Der Realschullehrer hatte eine tragbare Optikerwerkstatt entwickelt: Auf einer Stahlplatte mit Präzisionswerkzeugen lässt sich spezieller Federstahldraht in Minutenschnelle zu einer einfachen, aber haltbaren Brille formen. Die aus China gelieferten Brillengläser werden ohne Werkzeug in die halboffenen Fassungen eingeklickt. Eine Plastikbox mit Brillengläsern in 24 verschiedenen Sehstärken gehört genauso zur Ausstattung der mobilen Werkstatt wie Schrumpfschläuche für den Nasenbügel.

Der gemeinnützige Verein ist für sein Engagement mit mehreren Entwicklungshilfepreisen ausgezeichnet worden.
Am weitesten fortgeschritten sei das Projekt in Burkina Faso, berichtet Aufmuth. Dort seien 25 Männer und Frauen damit beschäftigt. Pro Monat würden rund 1000 Brillen hergestellt.

"Die Leute können inzwischen von dem Verkauf der Brillen leben. Damit ist der Beweis erbracht worden, dass sich das System selbst trägt", betont Aufmuth. Weitere Schwerpunktländer seien Malawi, Benin, Ruanda, Bolivien und Brasilien. In Bolivien fahren Mitarbeiter mit der mobilen Optiker-Werkstatt übers Land.

Ziel des Projekts ist es, sehbehinderte Menschen wieder zum Lernen und Arbeiten zu befähigen. Die von Optikern angebotenen regulären Brillen seien für die Menschen in ländlichen Regionen Afrikas zu teuer, sagt Aufmuth. Der Verein verkauft die Brillen für drei ortsübliche Tageslöhne, in Burkina Faso seien das etwa fünf Dollar.
Damit wird für Menschen in Entwicklungsländern zugleich eine Einkommensmöglichkeit geschaffen: "Der fliegende Optiker bekommt für jede Brille ungerechnet etwa 60 bis 80 Cent. Das ist für Menschen in den Ländern ein gutes Einkommen."
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren